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Autohandel

Autohäuser bieten kaum digitale Dienstleistungen

Online-Terminvereinbarung, Live-Chats? Der Autohandel ist auf den digitalen Wandel nicht vorbereitet.

Die Zukunft des Automobilhandels wird digitaler. Doch nicht alle Autohäuser sind auf diesen Wandel eingestellt, sagt Prof. Willi Diez. Er ist Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen. In seiner jüngsten Studie „Autohaus 2025“ zeigt das IFA, dass durch die weitere Digitalisierung auch die Konsolidierung weiter voranschreitet. Gab es im Jahr 2000 noch 18.000 Handelsbetriebe, waren es vergangenes Jahr noch 6.900. Bis 2020 soll die Zahl auf 4.500 Betriebe sinken. Im Gegenzug verkaufen die Einzelbetriebe immer mehr Autos, was digital gestützte Prozesse nötig mache. Die Kunden sind laut der Studie immer weniger bereit, Zeit im Autohaus zu verbringen. Möglichst viele Prozessschritte sollten online möglich sein, vom Autokauf bis hin zum Service.

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Beratung ist beim Autokauf wichtig. Aber Kunden wollen sich vorher im Netz informieren

Schon heute können Kunden bei 65 Prozent der befragten Betriebe einen Termin online vereinbaren. Ein weiteres Viertel plant ein entsprechendes Angebot. Immerhin elf Prozent jedoch haben nichts in dieser Richtung vor. Bei der Service-Beratung sehen gar fast 80 Prozent keinen Handlungsbedarf, digital zu werden. Hier sieht Prof. Diez die größte Gefahr: Betriebe, die sich nicht digital öffnen, seien in ihrer Existenz bedroht.

Besserer Kundenkontakt, auch online

Das größte Kapital des Handels sei der direkte Kundenkontakt, der schon in vielen Geschäftsbereichen an Onlineplattformen wie Mobile oder Autoscout 24 abgegeben wurde. Daher müsse der Handel online zumindest konkurrenzfähig sein, um seine Standortvorteile nah am Kunden ausspielen zu können.

Beispiele wie der Tesla-Store in Stuttgart zeigten: Automobilhandel muss digital und persönlich sein. "Versuchen Sie mal, in der Mittagszeit an einen Tesla-Kundenberater heranzukommen. Der ist von jungen Menschen umzingelt", zeigt Diez die Wichtigkeit persönlicher Beratung auf. Auch die Hersteller seien in der Pflicht, ihre Handelspartner bei der Digitalisierung zu unterstützen. Bisher sei hier oft noch eine zu starke Fokussierung auf bauliche Projekte zu beobachten. Doch neue Glaspaläste für die Händlerschaft seien weniger wichtig als funktionierende digitale Strukturen.

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Tesla zeigt, wie's geht - online und vor Ort. Die Marke bedient ihre unden auf allen Kanälen,

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Datum

20. Oktober 2017
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