Vom elektrischen Kleinwagen bis zum Newcomer aus der Türkei: Beim firmenauto test drive am 21. Oktober in Taufkirchen im Süden von München standen 39 Modelle von 25 Herstellern zur Probefahrt bereit. Der goldene Oktober kam zwar nur manchmal durch, doch die Straßen waren trocken und damit ideal für Testfahrten. 35 Fuhrparkverantwortliche nutzten den Tag, um aktuelle Firmenwagen zu fahren, zu vergleichen und Erfahrungen auszutauschen. Nach Heiligenhaus und Schkeuditz bei Leipzig war Taufkirchen die dritte Station der Herbsttour.
Testfahrt auf öffentlichen Straßen
Gefahren wird beim test drive nicht auf einem abgesperrten Gelände, sondern auf öffentlichen Straßen. Dort zeigt sich, wie ein Auto im echten Verkehr fährt, wie zuverlässig die Assistenzsysteme arbeiten und wie schnell man mit der Bedienung zurechtkommt. Antriebe, Karosserieformen und Bedienkonzepte verschiedener Hersteller direkt hintereinander zu vergleichen, ist für Fuhrparkverantwortliche eine seltene Gelegenheit. Sonst wäre dafür bei jedem Modell ein eigener Termin beim Händler fällig.
Manche Neuheit erst seit September bestellbar
Gut zwei Drittel der Testwagen fuhren rein elektrisch, dazu kamen Mild-, Voll- und Plug-in-Hybride. Einen reinen Verbrenner gab es nicht. Viele Modelle sind erst seit Kurzem zu haben. Am frischesten war der Hyundai Ioniq 3: Der elektrische Kompakte ist in Deutschland erst seit Anfang September bestellbar, die Preise beginnen bei 28.950 Euro. Seit dem Spätsommer lässt sich das Elektro-SUV Mazda CX-6e ordern. Den EX60, sein neues Elektro-SUV der Mittelklasse, liefert Volvo seit dem Sommer aus. Ebenfalls neu sind der elektrische Kleinwagen Cupra Raval und die elektrische Mercedes C-Klasse, die seit Mai bestellt werden kann.
Škoda war mit seinen beiden jüngsten Elektromodellen vor Ort, die zugleich das kleinste und das größte E-Auto der Marke sind: dem rund 4,17 Meter langen Epiq und dem knapp 4,90 Meter langen Peaq mit bis zu sieben Sitzen. Dazwischen liegen Elroq und Enyaq.
Vom Kleinwagen unter 20.000 Euro bis zum US-SUV
Für den günstigen Einstieg in die E-Mobilität standen zwei neue Kleinwagen bereit: Der Renault Twingo E-Tech startet unter 20.000 Euro, der VW ID. Polo, seit Ende April bestellbar, bei knapp 25.000 Euro. Dazu kamen Marken, die in deutschen Fuhrparks bislang selten zu sehen sind: Togg aus der Türkei mit dem SUV T10X und dem Fastback T10F, Leapmotor aus China mit dem Kompakten B05, Genesis, die Premiummarke von Hyundai, und der US-Hersteller Lucid mit dem großen Elektro-SUV Gravity.
Drei Vorträge, drei Hebel für die Fuhrparkkosten
Zwischen den Fahrten gab es Impulse für den Fuhrparkalltag. Peter Siegert von EnBW mobility+ zeigte, wie Unternehmen ihre Ladekosten besser kontrollieren. Das wird mit jedem zusätzlichen E-Auto in der Flotte wichtiger, denn je nach Ladeort und Tarif kann dieselbe Kilowattstunde sehr unterschiedlich viel kosten.
Ulrich Salzwedel und Hans Westermayer von der Deutschen Leasing sprachen über die politischen Rahmenbedingungen und über Lösungen für Fuhrparks. Für Unternehmen hat sich hier zuletzt einiges getan: Neu angeschaffte E-Autos lassen sich seit Mitte 2025 im ersten Jahr zu 75 Prozent abschreiben, und die günstige Dienstwagenbesteuerung von 0,25 Prozent gilt inzwischen bis zu einem Bruttolistenpreis von 100.000 Euro.
Christian Reiter von der Dekra Akademie erläuterte, warum gerade in Krisenzeiten die Qualifizierung darüber entscheidet, wie gut ein Unternehmen Risiken und Kosten im Fuhrpark im Griff hat.
Austausch ohne Verkaufsgespräch
Mindestens so wichtig wie die Zeit am Steuer ist beim test drive der Austausch. Beim Kaffee und beim Mittagessen kommen Fuhrparkverantwortliche mit Herstellern, Dienstleistern und vor allem mit Kollegen aus anderen Unternehmen ins Gespräch, die vor ähnlichen Aufgaben stehen. Wer gerade Ladepunkte am Firmenstandort plant oder die Dienstwagenregelung auf Strom umstellt, hört hier, welche Erfahrungen andere damit gemacht haben. Verkaufsgespräche stehen dabei nicht im Vordergrund. Partner der test-drive-Tour 2026 sind Dekra, die Deutsche Leasing, EnBW und Fleet-Hub.
Herbsttour endet in Hannover
Wer Taufkirchen verpasst hat, hat in diesem Jahr noch eine Gelegenheit: Am 27. Oktober endet die Herbsttour des firmenauto test drive in Hannover. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Zahl der Plätze ist begrenzt. Anmeldung und weitere Informationen gibt es unter firmenauto.de/testdrive.








