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Citroën Berlingo im Fahrbericht

Watteweich und wohnlich

Mit viel Platz und praktischen Details bleibt sich der Berlingo auch in seiner dritten Auflage treu. Für einen kleinen Transporter ist er zudem überraschend komfortabel.

Seit 1996 gibt es den Berlingo. Bereits die erste Generation war nicht nur Transporter, sondern auch sehr beliebt als Freizeit- und Familienmobil. So verwundert es kaum, dass die aktuelle dritte Generation ab September zuerst in dieser Variante bei den Händlern steht, während der fensterlose Transporter erst ab November folgt. Wie bisher auch hat Peugeot mit dem Rifter ein Partnermodell im Programm, neu in der Gemeinschaft ist der baugleiche Opel Combo.

Die Drillinge unterscheiden sich deutlich im Design. Beim Berlingo kombiniert Citroën rundliche Formen mit typischen Elementen wie den seitlichen Kunststoffplanken und zweiteiligen Frontscheinwerfern. Unverändert steil steht die nach oben öffnende Heckklappe, die Zugang zum jetzt noch größeren Laderaum gibt. Das liegt kaum an gewachsenen Abmessungen: Mit nun 4,40 Metern Länge übertrifft er den Vorgänger nur um zwei Zentimeter. Die Ladekante liegt auf angenehmen 57 Zentimetern Höhe, 775 Liter Ladevolumen bei fünf Sitzplätzen sind 100 Liter mehr als zuvor. Wer mehr Platz möchte, hat die Möglichkeit, eine 35 Zentimeter längere XL-Version mit 1050 Litern Gepäckraum zu wählen.

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6. Wer die Einzelsitze wählt, bekommt drei Isofix-Befestigungspunkte nebeneinander. Durch die große Öffnung der Schiebetüren lassen sich die Kleinen gut anschnallen.

Beiden Berlingos gemein ist serienmäßig eine geteilte Rückbank, die in den höheren Ausstattungen drei Einzelsitzen weicht. Die lassen sich zwar einzeln umlegen, jedoch nicht ausbauen. Das Maximalvolumen soll dennoch 3.500 Litern liegen, zumindest wenn auch die die Beifahrerlehne umgelegt ist. Das geht optional und ermöglicht den Transport bis zu 2,70 Meter langer Gegenstände. Auch hier bietet die Langversion 35 Zentimeter mehr. Die kommen sonst den hintersten Passagieren zu Gute: Nur beim Berlingo XL sind die zwei auf Wunsch erhältlichen Sitze in der dritten Reihe um 13 Zentimeter längs verstellbar. So sitzen auch Erwachsene in der letzten Reihe bequem. Im kurzen Berlingo sind sieben Personen dagegen nur auf kurzen Strecken angemessen untergebracht.

Vorn und in der zweiten Reihe mangelt es dafür nie an Bewegungsfreiheit. Der Berlingo ist nach wie vor das perfekte Hochzeitsauto: Der Bräutigam kann den Zylinder einfach auflassen, soviel Weite ist über dem Scheitel der Passagiere. Doch auch für eventuelle Kinder ist genug Raum, wer die Einzelsitze wählt, bekommt drei Isofix-Befestigungspunkte nebeneinander. Durch die große Öffnung der Schiebetüren lassen sich die Kleinen gut anschnallen, doch leider hat es beim kurzen Berlingo nur die rechte Schiebetür in die Serienausstattung geschafft. Die "Live" genannte nächstbessere Ausstattung bietet beidseitigen Zugang. Außerdem sind dann so selbstverständliche Dinge wie Radio und Klimaanlage an Bord.

Letztere ist angesichts der großen Fensterflächen beinahe unverzichtbar. Dafür genießen die Insassen eine gute Aussicht, auf Wunsch öffnen gar die Fenster in den Schiebetüren elektrisch. Auch vorn geht es geräumig zu, die Bedienung per aufgesetztem Touchscreen gelingt meist logisch, an Ablagen mangelt es wahrlich nicht. Bis zu 28 Staufächer haben die Ingenieure versteckt, eines davon versteckt sein beachtliches Volumen unter einer nach oben öffnenden Klappe auf der Armaturentafel. Möglich macht´s ein im Dach versteckter Beifahrerairbag.

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Auf ersten Testfahrten stand die stärkere 130-PS-Version des 1,5-Liter-Selbstzünders parat.

Solche praktischen Details machen den Berlingo aus. Weniger spektakulär geht es unter dem Blech zu. Dort steckt im Vorderwagen die bekannte EMP2-Plattform, die für leise Motorgeräusche und wenig Gewicht sorgt. Die Hinterachse stammt vom Vorgänger, wurde aber zugunsten besserer Federung überarbeitet. So kommen selbst fiese Schlaglöcher nur gut gedämpft innen an, die weichen Sitze halten die letzten Stöße von den Passagieren fern. Kurven sind nicht die Paradedisziplin des Berlingos, er durcheilt sie dennoch sicher und zielgenau.

Auf der Motorenseite gibt es vorerst nur einen Dreizylinder-Benziner und einen Vierzylinder-Diesel. Letzteren immerhin in zwei Leistungsstufen. Auf ersten Testfahrten stand die stärkere 130-PS-Version des 1,5-Liter-Selbstzünders parat. Er weiß mit kultiviertem Lauf und guter Durchzugskraft zu gefallen, zudem harmoniert er prima mit der achtstufigen Automatik. Sie schaltet sanft und treffsicher, kostet aber 1.680 Euro (netto) Aufpreis. Den 100-PS-Diesel und den 110-PS-Benziner muss man stets von Hand schalten. Den Benziner gibt es ab 16.042 Euro, der günstigste Diesel kostet 1.000 Euro mehr. Wie alle Modelle aus dem PSA-Konzern erfüllt auch der Berlingo stets die aktuellste Euro 6d-Temp-Norm, er kommt also auch künftig problemlos in Innenstädte. Nicht nur dort helfen aktuelle Assistenzsysteme dabei, Unfälle zu vermeiden. So bremst der Berlingo automatisch vor Hindernissen, warnt vor Verlassen der Fahrspur und Fahrzeugen im toten Winkel und parkt auf Wunsch sogar automatisch ein. Das ist dann spätestens beim fensterlosen Transporter ganz praktisch.

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Datum

29. Juni 2018
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