DienstwagenklassikerRenault Scénic

Der erste seiner Art

Renault Scénic Foto: Renault 6 Bilder

Vor mehr als 20 Jahren erschien der erste Renault Scénic. Die Idee eines kompakten Vans war neu und vor allem gut. Die Baureihe wurde zum Erfolg.

Die goldenen Nachwendejahre treiben gestandenen Automanagern noch heute Freudentränen in die Augen. Autos gingen weg wie warme Semmeln. Wer nur etwas einigermaßen Anständiges auf die Räder stellte, konnte sicher sein, Käufer zu finden. Und Renault legte sogar etwas sehr Anständiges auf: den ersten Van der Kompaktklasse. Premiere war 1996 auf dem Genfer Salon. Es folgte eine Erfolgsgeschichte, zu deren Gedenken bei Renault vermutlich noch heute die Champagnerkorken knallen. Alle sechs Monate musste Renault das Produktionsvolumen im Werk Douai steigern. Im Vergleich zur Anfangsfertigung von 300 Autos täglich versechsfachte sich die Zahl bis zum Millennium auf 1.800 Fahrzeuge.

Der Scénic war ein Raumwunder, das aussah wie eine längs halbierte Eierschale. Apropos Eisprung: Das Platzangebot war so familienfreundlich, dass Re­nault in einer Werbekampagne die Damen aufforderte, sich der Anti-Baby-Pille im Papierkorb zu entledigen ("Zu allem bereit. Wenn Sie es sind"). Anstelle einer durchgehenden Rückbank waren drei Einzelsitze verbaut.

Renault Scénic Foto: Renault

Jeder von ihnen ließ sich zusammenfalten oder sogar rausnehmen, sodass der Laderaum auf bis zu 1.800 Liter stieg. Sehr praktisch war, dass man die Rücksitze bis zu 17 Zentimetern verschieben konnte. Oder die Möglichkeit, für mehr Armfreiheit die beiden äußeren Sitze nach innen zu verschieben, falls der mittlere Sitz zu Hause blieb. Lohn für so viel Flexibilität: Der Scénic wurde "Auto des Jahres 1997".

Wer weiß schon, wofür "Scénic" steht?

Fahrwerk und Motoren stammten aus dem Mégane, mit dem sich der Kompaktvan bis 1999 den Namen teilte, ehe aus dem Mégane Scénic nur noch der Scénic wurde. Hier was für die nächste Autowette: Zwar liegt die Übersetzung der phonetischen Vorlage "scénique" irgendwo zwischen reizvoll und bühnenhaft. Scénic aber ist eine Abkürzung für "Safety Concept Embodied in a New Innovative Car". Zu deutsch: Sicherheitskonzept, verkörpert in einem neuen, innovativen Fahrzeug. Da gibt’s nichts zu lachen, der Name hat bis heute überlebt.

Renault Scénic Foto: Renault

Vier Benziner zwischen 64 und 114  PS gab es für den Scénic der ersten Baureihe. Doch waren die Mitteneunziger wohl die besten Jahre der Dieselentwicklung. Während die ersten Scénic-Selbstzünder noch mit Vorkammersaugern und einer Beschleunigung von 0 auf 100 in 18,9 Sekunden allenfalls einen Traktor abhängten, vollführte der ab 1997 angebotene Turbo-Direkteinspritzer geradezu einen Quantensprung: 12,7 Sekunden brauchte er nur noch für den Sprint. Das Drehmoment hatte sich nahezu verdoppelt (200 Newtonmeter statt 118), die Leistung war von 64 auf 98 PS geklettert. Auch das dürfte heute die Protagonisten von einst zu Tränen rühren: Der Diesel hatte noch echtes Potenzial.

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