e.Go Life 60 im Fahrbericht

So fährt Deutschlands billigstes E-Auto

e.Go Life 2019 Foto: Gugu Mannschatz 11 Bilder

Der e.Go Life 60 verzichtet auf Verzichtbares und kommt mit Heckantrieb. Im Fahrtest überrascht der nach Abzug der Umweltprämie gerade mal 13.000 Euro teure Miniflitzer.

First Edition heißt die erste Ausgabe des e.Go Life. Der stärkste Ableger des mit drei Batteriegrößen und in drei Motorisierungen angebotenen Cityflitzers wirkt von außen nicht anders als andere Kleinstwagen. Ein bisschen mutiger gestylt vielleicht. Karossiert ist er mit eingefärbten Thermoplastteilen. Die sind günstiger und robuster als lackierte Bleche. Warum sich der Einstiegspreis nach Abzug von 4.000 Euro Umweltbonus unter 13.000 Euro (alle Preise netto) drücken ließ, zeigt sich aber auch an vernünftiger Einkaufspolitik. Die Lampen entstammen dem Hella-Standardregal, die meisten Schalter sind hunderttausendfach bereits bei PSA verbaut. JBL liefert das Infotainmentmodul.

Ego Life 2018 Foto: e.Go Mobile
Das Kleinstwägelchen gibt es in drei Motorisierungen.

Die innere Anmutung ist bescheiden, aber zweckgerecht. Auf eine Klappe überm Ablagefach auf der Beifahrerseite hat man verzichtet, auf eine Klimaanlage nicht. Die Flaschenhalter zwischen den Sitzen sind auch für größere Gefäße konzipiert, wie sie etwa Pflegedienste mit sich führen, Das Gestühl selbst ist eher dünn belegt, und ihr Klappmechanismus erinnert an Zeiten, in denen so etwas erfunden wurde.

Kein Schnickschnack

Das Gute daran: Alles funktioniert und erfüllt seinen Zweck. Ohne Schnick, ohne Schnack. Die Haptik des kleinen Lenkrads wirkt angenehm, die Sicht nach vorne ist prima, die wenigen Knöpfe und Schalter sind durchweg gut erreichbar. Bleiben die Rücksitze unangetastet, ist der Kofferraum dahinter nur was fürs leichte Handgepäck. Legt man sie (einzeln) um, entstehen dagegen mit 640 Litern opulente Raumverhältnisse.

Zum Start auf 75 PS gedrosselt

Gestartet wird per Schlüssel und nicht per Knopf. Drehung nach rechts zum Anschlag bis ein ermunterndes „Ready“ im Display erscheint – los geht die wilde Fahrt. Im Testwagen sorgen 75 PS für Vortrieb. Eigentlich wären die beiden an der Hinterachse gelagerten Elektromotoren gut für 82 PS. Die Drosselung wird der Hersteller aufheben, sobald die Zulieferfreigaben für das ESP und die Rekuperationsfunktion in der Produktion umgesetzt werden - vermutlich ab Herbst.

Was den e.Go allerdings wirklich zum Spaßmobil macht, ist der Hinterradantrieb. Spurtreu zieht er seine Bahnen, so als hätte er rundum eine Einzelradaufhängung. Hat er aber nicht – seine Entwickler haben das Konzept der De-Dion-Hinterachse wiederbelebt. Und erreichen damit recht hohe Querbeschleunigungspotentiale, was das Fahren dieses kleinen Stromers zum Erlebnis macht.

Holterdipolter

Für Leute, denen Fahrspaß mehr bedeutet als Fahrkomfort. Zur Ehrenrettung des im Umgang mit Bodenwellen recht rustikal auftretenden Fahrwerks, agieren die Reifen. Hier rollen veritable Pneus im (optionalen) Format 225/45/R17 und keine bis zum geringstmöglichen Rollwiderstand abgemagerten Dünnreifen.

Die Batteriekapazität unserer Testversion erreicht 23,5 kWh, die Ladezeit des Akkus über einen Typ-2-Stecker liegt bei knapp sieben Stunden. Über den normalen Schukostecker dauert das Prozedere drei Stunden länger. Laden lässt sich der e.Go über einen Anschluss vorne an der Fahrerseite. Eine Wallbox gibt es im Zubehör und die Batterie wird mit dem Auto verkauft, nicht vermietet. Der Akku liegt unterflur verbaut in einer panzerartigen Kastenkonstruktion, die wiederum die Basisarchitektur, den Aluminium Space Frame, verstärkt. Auch deshalb fielen alle Crashtests bisher bemerkenswert positiv aus.

eGo, 2017, E-Auto, Elektroauto, e.Go Foto: Ego Mobile
Je stärker der Motor, desto größer die Batterie

Das Auto ist mit 3,35 Metern 26 Zentimeter kürzer als ein VW Up und leistet sich trotzdem einen mächtigen Vorderbau. Einen Gepäckraum im Bug bietet er dagegen nicht. Nur so lässt sich vermeiden, dass Ladegut die Knautschzone von 44 Zentimetern in ihrer Funktion beeinträchtigt.

Dieses Elektroauto kommt mit wenigen Baukomponenten aus und lässt sich entsprechend günstig produzieren. Elektromobilität, so seine Botschaft, kann auch einfach sein. Mal sehen, wie die Konkurrenz reagiert. Macht sie’s nach, ist aus Verbrauchersicht viel gewonnen. Ignoriert sie den neuen Wettbewerber, behält der e.Go Life fast schon ein Alleinstellungsmerkmal. Und wer wirklich Geld sparen will, konfiguriert sich den e.Go Life 20 zusammen. Das nur 27 PS starke Einstiegsmodell kommt zwar nur rund 100 Kilometer weit, kostet nach Abzug des Umweltbonus dafür gerade mal knapp unter 10.000 Euro.

Technische Daten
e.Go Life 40 e.Go Life 60 e.Go Life 20
Karosserie
Aufbau Fließheck Fließheck Fließheck
Zahl der Sitzplätze 4 4 4
Motor/Antrieb
Antriebskonzept Elektromotor Elektromotor Elektromotor
Kraftstoff Strom Strom Strom
Getriebe automatisch automatisch automatisch
Anzahl Gänge 1 1 1
Antrieb Hinterrad Hinterrad Hinterrad
Batterie-Typ Lithium-Ionen Lithium-Ionen Lithium-Ionen
Batterie-Kapazität 17,5 kWh 23,5 kWh 14,5 kWh
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 14.622 Euro 16.723 Euro 13.361 Euro
Grundpreis ohne MwSt.nach Abzug des Umweltbonus 10.622 Euro 12.723 Euro 9.361 Euro
Ausstattung Basis Basis Basis
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 3.345 x 1.747 x 1.588 mm 3.345 x 1.747 x 1.588 mm 3.345 x 1.747 x 1.588 mm
Radstand 2.200 mm 2.200 mm 2.200 mm
Leergewichtvollgetankt inkl. 75 kg Fahrer 1.170 kg 1.210 kg 1.150 kg
Zuladung 430 kg 390 kg 450 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1.600 kg 1.600 kg 1.600 kg
Reifengröße vorne 195/65 R 15 195/65 R 15 195/65 R 15
Reifengröße hinten 195/65 R 15 195/65 R 15 195/65 R 15
Fahrleistung und Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit 123 km/h 142 km/h 112 km/h
VerbrauchHerstellerangabe WLTP 15,5 kWh 16,2 kWh 14,5 kWh
Reichweite Herstellerangabe 113 145 100
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 0 g/km 0 g/km 0 g/km
 
Slnr 107143 107144 107142
Betriebskosten
e.Go Life 40 e.Go Life 60 e.Go Life 20
Basisdaten
Ausstattungsversion Basis Basis Basis
Grundpreis ohne MwSt. 10.622 Euro 12.723 Euro 9.361 Euro
Teuerung während der Nutzungsdauer 1.692 Euro 2.026 Euro 1.491 Euro
Gebundenes Kapital 8.250 Euro 9.834 Euro 7.298 Euro
Feste Kosten pro Jahr
Kapitalverzinsung 693 Euro 826 Euro 613 Euro
Abschreibung 1.324 Euro 1.603 Euro 1.157 Euro
Kfz-Steuer 0 Euro 0 Euro 0 Euro
Typklasse HP/TK/VK 14/13/14 14/13/14 14/13/14
Haftpflichtversicherung * 730 Euro 730 Euro 730 Euro
Kaskoversicherung * 572 Euro 572 Euro 572 Euro
Unterstellung/Garage 573 Euro 573 Euro 573 Euro
Summe feste Kosten/Jahr 3.892 Euro 4.304 Euro 3.645 Euro
Summe feste Kosten/km 38,9 ct 43,0 ct 36,5 ct
Variable Kosten pro km
Kraftstoff 4,4 ct 4,6 ct 4,1 ct
Reifen 1,2 ct 1,2 ct 1,2 ct
Wartung und Reparatur 7,1 ct 7,4 ct 6,9 ct
Summe variable Kosten/km 12,7 ct 13,2 ct 12,2 ct
Gesamtkosten
Gesamtkosten pro km 51,6 ct 56,2 ct 48,7 ct
Quellenangabe Betriebskosten
Daten berechnet von Dekra Dekra Dekra
Stand 7/2019 7/2019 7/2019
Versicherung * Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
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