Fahrbericht Mazda 6 (2019)

An der Qualitätsschraube gedreht

Mazda 6 Kombi 2019, fahrend, schräg, hinten Foto: Mazda 15 Bilder

Alles drin, alles dran – so das Motto bei der Überarbeitung des Mazda 6. Das Facelift beschert dem Mittelklassemodell eine außergewöhnlich gute Ausstattung und mehr Komfort.

Mit dem Begriff „neu“ ist da ja so eine Sache. Wann ist ein Auto wirklich neu, wann nur überarbeitet? Mazda jedenfalls spricht beim Modelljahr 2019 von einem neuen Mazda 6. Weil er belüftete Sitze, digitale Instrumente oder einen umgestalteten Instrumententräger bekam? Tatsächlich geht die Überarbeitung tiefer als bei einer klassischen Modellpflege. Nicht, dass sie unbedingt nötig gewesen wäre, doch optische Retuschen vorne und hinten setzen das Autos vom Vorgänger ab.

Dem Verkauf dürfte das einen neuen Schub geben. Schon lange ist der 6er nicht mehr das meistverkaufte Modell der Marke. Da laufen ihm der kompakte Mazda 3 und vor allem der SUV CX-5 den Rang ab. Die 6er-Baureihe mit der klassischen Limousine, vor allem dem zum gleichen Preis gelieferten Kombi, ist der klassischste Geschäftswagen der Marke. Gerade Firmenkunden greifen hier gerne zu.

Offenporiges Holz im neuen Armaturenbrett

Was also bringt das Facelift noch? Zuallererst ein neues, aufgeräumtes und zweifarbiges Armaturenbrett. Optisch setzt es sich jetzt in die Türverkleidung fort. Für 2.900 Euro extra (alle Preise netto) verlegen die Japaner offenporige Holzpanele und beziehen die ebenfalls überarbeiteten Sitze mit braunem Nappaleder. Nun war die Verarbeitungs- und Materialqualität bei Mazda schon vorher für einen Importwagen außergewöhnlich gut. Doch mit dem neuen Innenraum wirkt das Auto eleganter und könnten durchaus für Käufer von Premiummarken interessant sein.

Mazda 6 Kombi 2019 Foto: Mazda
Kombi und Limousine kosten weiterhin gleich viel.

Zumindest mit Blick auf die Preise machen sie nichts falsch. Der Wagen wurde zwar 1.700 Euro teurer, ist aber ausgesprochen gut ausgestattet. Schon die Basisversion Prime-Line fährt serienmäßig mit Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Totwinkelwarner und Ausparkhilfe vor. Navigation und Head-up-Display (ein echtes, kein ausfahrbares Plastikscheibchen) packt Mazda ebenfalls mit rein. Außerdem gibt’s 17-Zöller, LED-Scheinwerfer und vieles mehr, was man speziell bei deutschen Marken extra bezahlt.

Das Ganze lässt sich natürlich noch toppen, wenn man die teureren Ausstattungslinien bestellt, was fast alle Kunden tun. Schon deshalb, weil es in Prime-Line lediglich den 145 PS starken Benziner gibt (23.185 Euro). Der aber reißt keine Bäume aus. Wie alle Mazda-Benziner übrigens. Das liegt mit am Motorenkonzept der Marke. Die Ingenieure in Hiroshima gingen bekanntlich schon immer ihren eigenen Weg – Stichwort: Wankelmotor – und setzen auf Hubraum anstatt auf Turboaufladung. Das zahlt sich jetzt bei der Umstellung auf Euro 6 d-Temp zwar aus, denn die Benziner schaffen die ab September 2019 verbindliche Abgasnorm ohne teure Partikelfilter. Der Nachteil: Im Vergleich mit den aufgeladenen Motoren anderer Hersteller wirken die Mazda-Benziner etwas lustlos und schwerfällig, selbst mit 165 PS (27.722 Euro) oder 194 PS (32.849 Euro).

Die Diesel sind einiges besser als die Benziner

Kein Wunder, dass Mazda beim 6er künftig wieder mit einer Dieselquote von mindestens 50 Prozent rechnet. Zurecht, denn schon der weiterhin 150 PS starke Einstiegsdiesel (28.142 Euro) ist ein Vorbild an Laufruhe und Durchzugskraft. Am besten in Kombination mit der butterweichen Sechsgangautomatik (1.100 Euro Aufpreis). Der 2,2-Liter-Diesel reinigt seine Abgase nun mit Hilfe von Harnstoffeinspritzung und Speicherkat, ist also zukunftssicher. Obwohl er bereits nach der neuen WLTP-Norm gemessen wurde, steigt der auf NEFZ zurückgerechnete Normverbrauch nur von 4,2 auf 4,5 Liter, der CO2-Ausstoß um drei auf 119 g/km.

Mazda 6 2019 Foto: Mazda
Die neue rote Lackierung spiegelt mehr als das bisherige Rot.

Sozusagen als Kür hat Mazda weiterhin eine nun auf 184 PS erstarkte Variante des 2,2-Liter-Diesels im Programm, als Kombi wahlweise mit Frontantrieb (32.848 Euro) oder als 4x4 mit Automatik (35.126 Euro). Natürlich hat der Motor mehr Punch. Den braucht man aber nicht wirklich. Der 184-PS-Diesel wird nur in der besten Ausstattung angeboten, die von der Rundumkamera übers Bose Soundsystem bis zum adaptiven Matrix-LED-Licht alles an Bord hat, was man sich im gut ausgestatteten Geschäftswagen wünschen würde.

Mit ein paar Ausnahmen: So kann man sein Handy nicht induktiv laden, und Internetfunktionen fehlen im Mazda 6 auch. Dass Apple Car Play beziehungsweise Android Auto 252 Euro extra kosten, ist zudem etwas kleinlich. Mazda gilt ja als Ingenieursmarke, hat hier aber doch den Markt aus dem Blick verloren. Das Thema Vernetzung jedenfalls spielen die Japaner nur sehr verhalten, bietet keine Fahrzeug-App oder andere Gimmicks an, die nicht nur Businesskunden heute gerne mitnehmen.

Mit dem Facelift kümmerten sich die Ingenieure auch um die Dämmung der Karosserie und das Fahrwerk. Beides ist hör- und spürbar und verbessert den Gesamtkomfort des Kombis auf ein Niveau, der eigentlich gar nicht zum sportlichen Auftritt passt. Unterm Strich ist der 6er also kein neues Auto geworden, aber eines, das sich so anfühlt.

Test Mazda 6 Kombi, Opel Insigna Sports Tourer
Gepflegter Auftritt
Technische Daten
Mazda 6 Kombi Skyactiv-G 145 Mazda 6 Kombi Skyactiv-G 165 Mazda 6 Kombi Skyactiv-G 194 Mazda 6 Kombi Skyactiv-D 150 Mazda 6 Kombi Skyactiv-D 184
Karosserie
Aufbau Kombi Kombi Kombi Kombi Kombi
Zahl der Sitzplätze 5 5 5 5 5
Motor/Antrieb
Kraftstoff Super Super Super Diesel Diesel
Anzahl Zylinder 4 4 4 4 4
Hubraum 1.998 cm³ 1.998 cm³ 2.488 cm³ 2.191 cm³ 2.191 cm³
Leistung 107 kW (145 PS) bei 6.000/min 121 kW (165 PS) bei 6.000/min 143 kW (194 PS) bei 6.000/min 110 kW (150 PS) bei 4.500/min 135 kW (184 PS) bei 4.000/min
Drehmoment 213 Nm bei 4.000/min 213 Nm bei 4.000/min 258 Nm bei 4.000/min 380 Nm bei 1.800/min 445 Nm bei 2.000/min
Getriebe manuell manuell automatisch manuell manuell
Anzahl Gänge 6 6 6 6 6
Antrieb Vorderrad Vorderrad Vorderrad Vorderrad Vorderrad
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 23.185 Euro 27.723 Euro 32.849 Euro 28.143 Euro 32.849 Euro
Ausstattung Prime-Line Exclusive-Line Sports-Line Center-Line Sports-Line
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 4.805 x 1.840 x 1.480 mm 4.805 x 1.840 x 1.480 mm 4.805 x 1.840 x 1.480 mm 4.805 x 1.840 x 1.480 mm 4.805 x 1.840 x 1.480 mm
Radstand 2.750 mm 2.750 mm 2.750 mm 2.750 mm 2.750 mm
Leergewichtvollgetankt inkl. 75 kg Fahrer 1.474 kg 1.486 kg 1.541 kg 1.625 kg 1.641 kg
Zuladung 568 kg 556 kg 572 kg 564 kg 576 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 2.042 kg 2.042 kg 2.113 kg 2.189 kg 2.217 kg
Reifengröße vorne 225/55 R 17 225/55 R 17 225/45 R 19 225/55 R 17 225/45 R 19
Reifengröße hinten 225/55 R 17 225/55 R 17 225/45 R 19 225/55 R 17 225/45 R 19
Fahrleistung und Verbrauch
Beschleunigung 0-100 km/h 10,0 s 9,3 s 8,1 s 10,2 s 8,6 s
Höchstgeschwindigkeit 206 km/h 214 km/h 223 km/h 210 km/h 225 km/h
VerbrauchHerstellerangabe 6,3 l/100 km 6,6 l/100 km 6,8 l/100 km 4,5 l/100 km 4,8 l/100 km
Reichweite Herstellerangabe 984 939 1292
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 144 g/km 150 g/km 156 g/km 119 g/km 126 g/km
Effizienzklasse C C C A A
 
Slnr 106590 106591 106592 106593 106594
Betriebskosten
Mazda 6 Kombi Skyactiv-D 184 Mazda 6 Kombi Skyactiv-D 150 Mazda 6 Kombi Skyactiv-G 145 Mazda 6 Kombi Skyactiv-G 165 Mazda 6 Kombi Skyactiv-G 194
Basisdaten
Ausstattungsversion Sports-Line Center-Line Prime-Line Exclusive-Line Sports-Line
Grundpreis ohne MwSt. 32.849 Euro 28.143 Euro 23.185 Euro 27.723 Euro 32.849 Euro
Teuerung während der Nutzungsdauer 5.232 Euro 4.482 Euro 3.693 Euro 4.416 Euro 5.248 Euro
Gebundenes Kapital 24.818 Euro 21.342 Euro 18.297 Euro 21.752 Euro 25.694 Euro
Feste Kosten pro Jahr
Kapitalverzinsung 2.085 Euro 1.793 Euro 1.537 Euro 1.827 Euro 2.158 Euro
Abschreibung 4.325 Euro 3.672 Euro 2.777 Euro 3.365 Euro 4.044 Euro
Kfz-Steuer 271 Euro 257 Euro 138 Euro 150 Euro 172 Euro
Typklasse HP/TK/VK 17/27/26 17/27/26 18/29/27 18/29/27 18/29/26
Haftpflichtversicherung * 994 Euro 994 Euro 1.047 Euro 1.047 Euro 1.047 Euro
Kaskoversicherung * 1.360 Euro 1.360 Euro 1.498 Euro 1.498 Euro 1.360 Euro
Unterstellung/Garage 564 Euro 564 Euro 564 Euro 564 Euro 564 Euro
Summe feste Kosten/Jahr 9.599 Euro 8.640 Euro 7.561 Euro 8.451 Euro 9.345 Euro
Summe feste Kosten/km 48,0 ct 43,2 ct 37,8 ct 42,3 ct 46,7 ct
Variable Kosten pro km
Kraftstoff 6,9 ct 6,7 ct 11,5 ct 11,7 ct 12,0 ct
Reifen 3,0 ct 3,0 ct 3,1 ct 3,1 ct 3,0 ct
Wartung und Reparatur 10,3 ct 10,2 ct 10,0 ct 10,2 ct 10,2 ct
Summe variable Kosten/km 20,2 ct 19,9 ct 24,6 ct 24,9 ct 25,2 ct
Gesamtkosten
Gesamtkosten pro km 68,2 ct 63,1 ct 62,4 ct 67,2 ct 71,9 ct
Quellenangabe Betriebskosten
Daten berechnet von Dekra Dekra Dekra Dekra Dekra
Stand 7/2018 7/2018 7/2018 7/2018 7/2018
Versicherung * Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
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