Fiat 500L Urban 1.6 Mjet im Test

Analog klappt auch gut

Fiat 500L 2019 Foto: Fiat 22 Bilder

Der Fiat 500L ist seit 2012 auf dem Markt. Seitdem hat Fiat nur behutsame Modellpflege betrieben, seine praktischen Kerntugenden hat sich der aufgeblasene Rundling beibehalten.

Man nehme einen seit Jahren sehr erfolgreichen Kleinstwagen, puste sein Design mit der Luftpumpe für mehr Innenraum großzügig auf, und heraus kommt der Fiat 500L. Nun feiert Fiat dieses Jahr 120-jähriges Jubiläum, was für Fiat Anlass für ein preislich attraktives Sondermodell und für uns für einen Test des altgedienten Minivans ist.

Denn der nicht mehr ganz taufrische Fiat verbirgt in seinem Inneren ein durchdachtes Raumkonzept. Die Rückbank lässt sich zweigeteilt verschieben, ihre Lehnen klappen nach vorn, und wer dann noch mehr Platz braucht, kann die ganze Sitzbank vorklappen oder recht unkompliziert ausbauen. Dann entpuppt sich die überdimensionale Knutschkugel als veritabler Transporter für allerlei Gepäck oder sperrige Arbeitsausrüstung. Doch auch mit Passagieren an Bord gibt der 500L ein überzeugendes Bild ab. Die Kopffreiheit ist auf allen fünf Plätzen über sämtliche Zweifel erhaben, und auch die Beine haben auf allen Plätzen viel Platz. Recht modern zeigt sich das Infotainment-System, das problemlos Smartphones per App verbindet und so auch verschiedene Apps auf seinem Bildschirm anzeigen kann. Der ist matt gehalten, was schick aussieht, bei starkem Sonnenlichteinfall aber für Spiegelungen sorgt.

Wenn das Navigationssystem per Hotspot Internetzugang hat, kann die Tomtom-Navigation mit Echzeitdaten den Verkehr berücksichtigen. So weit, so gut. Die Eigenheiten beginnen bei der Bedienung übers Lenkrad: Tempomat (ohne Abstandsregler) und Bordcomputer erklären sich noch von selbst, aber dass auch hinter dem Lenkrad Tasten für die Musikwiedergabe versteckt sind, muss man wissen. Dann klappt’s dafür auch mit der Lautstärkeregelung, während beide Hände am Lenkrad sind.

Fiat 500L 2019 Foto: Fiat
Der Diesel eignet sich eben doch ganz gut für hoch bauende Autos, die regelmäßig Langstrecken fahren.

Die müssen da auch immer bleiben, denn einen Spurhalteassistent bietet Fiat leider ebenso wenig an wie den bereits erwähnten Abstandsregler und viele andere Assistenzsysteme. Teilautonom durch den Stau? Das klappt mit diesem Auto nie, ist aber vielleicht auch nicht der Anspruch in dieser Klasse. Dennoch bieten heutzutage schon viele Kleinwagen deutlich mehr als dieser Fiat. So lenkt man selbst, was dank sehr großer Servounterstützung immerhin ohne viel Kraftaufwand gelingt. Allerdings leidet auch die Rückmeldung unter dem starken Lenkmotor. Kurven durcheilt der Van so stets sicher, im Zweifel schiebt er über die Vorderräder, was auch den montierten Winterreifen samt hoher Außentemperaturen geschuldet sein dürfte. Sind die Kurven vorbei, zieht der 1,6-Liter-Dieselmotor von kernigem Knurren untermalt gut voran – 320 Newtonmetern Drehmoment sei Dank. Ab 1.500 Touren nimmt der 500L zügig Tempo auf, darunter zeigt sich sein später fröhlich pfeifender Turbo noch etwas verschlafen. Die Schaltung könnte eine definierte Gassenführung vertragen, so rührt man eher unmotiviert im Zahnradsalat. Immerhin funktioniert die Antriebskombination an der Tankstelle überzeugend: 5,3 Liter reichen vorausschauend gefahren für 100 Kilometer, und selbst sehr eilige Zeitgenossen werden kaum je mehr als sieben Liter verbrauchen. Der Diesel eignet sich eben doch ganz gut für hoch bauende Autos, die regelmäßig Langstrecken fahren.

Fiat 500L 2019 Foto: Fiat
Der Fiat verbirgt in seinem Inneren ein durchdachtes Raumkonzept.

Anders als beim Design verzichteten die italienischen Ingenieure bei den inneren Werten also auf die Zuhilfenahme von Pumpen, der 500L ist keine Luftnummer. Das gilt auch für seinen Preis: In der kompletten Jubiläumsausstattung und mit Soundsystem, Zweifarblackierung und allerlei anderen Kleinigkeiten kostete der Testwagen laut Preisliste unter 22.000 Euro (netto). In Zeiten immer teurerer Autos mag das manch einen preisbewussten Fuhrparkleiter mit praktischen Bedürfnissen mehr interessieren, als die neuesten Technik-Highlights.

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