Hyundai i30 1.6 CRDi (2020) Fahrbericht

Einfach gut

Hyundai i30 1.6 CRDi 2020 Foto: Hyundai 12 Bilder

Der kompakte Hyundai i30 gehört zu den Firmenwagen, die ihre Fahrer nicht mit Digital-Cockpit oder schalterlosem Armaturenbrett überfordern.

Gerade erst sind wir den neuen VW Golf VIII gefahren, da stellt uns Hyundai den i30 auf denTestwagen-Parkplatz. Krasser Kontrast: Der VW innen hightech-mäßig glatt und aufgeräumt mit Breitbildschirm, der Hyundai mit klassischen Rundinstrumenten. Der Golf voll vernetzt und immer online, der i30 ganz analog.

Macht ihn das zu einem schlechteren Firmenwagen? Überhaupt nicht. Der kompakte i30 gehört zur Sorte der Autos, in die Du einsteigst, ohne nachzudenken. In denen Du einfach den Startknopf drückst und losfährst. Ist Dir kalt, findet sich neben dem Ganghebel der Schalter für die dreistufige Sitzheizung, das Radio stellt man mit einem Griff lauter und das Navi zoomt die Karte ruckzuck über den Drehknopf. Was haben wir früher geschimpft über die mit Tasten und Schaltern zugepflasterten Cockpits. Und heute? Freuen wir uns, wenn es wie in diesem koreanischen Auto überhaupt noch welche gibt.

Wobei der i30 ja nichts Asiatisches mehr hat. Entwickelt und entworfen in Rüsselsheim, erprobt auf dem Nürburgring und gebaut in Tschechien ist der i30 europäischer als manches Modell heimischer Marken. Und immer noch etwas günstiger. Unser Testwagen mit 136-PS-Diesel und der dritten von fünf Ausstattungslinien (N-Line: Klimaautomatik, 17-Zöller, beheizbare Sportsitze, dezente Spoiler) etwa kostet ab rund 22.900 netto. Inklusive fünf Jahren Garantie, was im Ernstfall bares Geld bedeuten kann.

Foto: THORSTEN WEIGL
Klassischer Innenraum mit weit oben platziertem Bildschirm.

Viel mehr als die N-Line braucht es nicht. Beispiel Polster und Ergonomie: Das beheizbare Lenkrad lässt sich weit herausziehen, die Sportsitze überzeugen mit großen Sitzflächen und guter seitliche Abstützung - da passt alles. Selbst auf der Rückbank: Es gibt wenige Autos in dieser Klasse, in denen man hinten so komfortabel untergebracht ist. Zumal die Bank weniger steil nach hinten abfällt als bei vielen Modellen. So müssen selbst große Passagiere ihre Knie nicht allzu stark abwinkelnDas Heck des Fünftürers bunkert jede Menge Gepäck. 395 Liter genaugenommen, also locker einer Tasche mehr als Opel Astra (310 Liter) oder Ford Focus (341 Liter).

Die Designer haben den Innenraum sauber eingerichtet, viel geschäumtem Kunststoff verlegt, ausreichend Ablagen und etliche Anschlüsse für Smartphones vorgesehen. Es gibt eine Ladeschale, aber noch keine schnellen Mini-USB-Buchsen. Und die schnell rechnende und gut strukturierte Navigation leitet zielsicher, nutzt Online-Verkehrsdaten aber nur, wenn das Auto über Wlan mit einem Smartphone verbunden ist. Was ziemlich umständlich ist, zumal man die Verbindung ständig neu aufbauen muss. Außerdem funktioniert die Sprachsteuerung nicht übers Bord-Navi, sondern nur mit Siri oder Google beziehungsweise im Navimodus von Apple Car Play oder Android Auto.

Mit dem letzten Facelift Ende 2018 brachte Hyundai den Kompaktwagen assistenzmäßig aufs klassenübliche Niveau. Verkehrszeichenerkennung, City-Notbremssystem, Abstandstempomat, Querverkehrserkennung – alles wird angeboten. Jedoch nicht für alle Versionen, das Meiste gegen Aufpreis und vieles nur in teils eigenartig zusammengestellten Paketen. Den wegen der wenig übersichtlichen Karosserie sinnvollen Querverkehrswarner hinten beispielsweise bietet Hyundai für die N-Line-Ausstattung gar nicht an. Auch den Totwinkelwarner liefert man erst in für die beiden teuersten Versionen.

Hyundai i30 1.6 CRDi 2020 Foto: Hyundai
Der Hyundai i30 kam 2017 auf den Markt.

Trotzdem muss man sich nicht unsicher fühlen. Im Gegenteil: Der Hyundai reagiert neutral auf Lenkbefehle und federt trotz der großen 17-Zoll-Räder der N-Line angenehm ausgewogen. Es gibt keine Ausschläge, weder Richtung Sport noch in Richtung Komfort. Gutes Mittelmaß eben.

Mehr Überraschung bietet der durchzugsstarke Diesel, der sich nach mehr anfühlt als nach 1,6 Litern Hubraum und 136 PS. Sein Nageln beim Kaltstart geht schnell in ein unterschwelliges Knurren über und verliert sich ab Tempo 120 in den dezenten Windgeräuschen. Dabei sind Verbrauchswerte unter sechs Liter an der Tagesordnung.

Mehr geht aber auch. Denn obwohl 136 PS nicht die Welt sind, kann man mit dem 1.6 CRDi sehr schnell unterwegs sein. Aber trotz Bleifuß und Dauertempo jenseits der 160 km/h haben wir nie mehr als 7,7 Liter verbraucht. Nur die knochige Schaltung überzeugte nicht. Deshalb sind knapp 1.600 Euro in das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gut investiertes Geld, zumal der optionale Abstands-Tempomat dann auch im Stau funktioniert.

Was bleibt ist der Eindruck von einem grundsoliden, wenig aufregenden Auto ohne Allüren, das einfach tut, was es soll: gut fahren.

Fahrbericht VW Golf VIII (2020)
Immer noch der eine für alle?
Technische Daten
Hyundai i30 1.6 CRDi
Karosserie
Aufbau Fließheck
Zahl der Sitzplätze 5
Motor/Antrieb
Antriebskonzept Dieselmotor
Kraftstoff Diesel
Anzahl Zylinder 4
Hubraum 1.598 cm³
Leistung 100 kW (136 PS) bei 4.000/min
Drehmoment 280 Nm bei 1.500/min
Getriebe manuell
Anzahl Gänge 6
Antrieb Vorderrad
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 23.580 Euro
Ausstattung N Line
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 4.340 x 1.795 x 1.455 mm
Radstand 2.650 mm
Leergewichtvollgetankt inkl. 75 kg Fahrer 1.388 kg
Zuladung 492 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1.880 kg
Reifengröße vorne 225/40 R 18
Reifengröße hinten 225/40 R 18
Fahrleistung und Verbrauch
Beschleunigung 0-100 km/h 10,4 s
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
VerbrauchHerstellerangabe WLTP 4,8 l/100 km
firmenauto-Verbrauchsrunde (200 km) 5,7 l/100 km
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 128 g/km
Effizienzklasse A
 
Slnr 107322
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