Mercedes EQV 300 (2021) im Fahrbericht

Das Premium-Elektro-Shuttle

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Handwerker und Lieferdienste bedient Mercedes bereits mit dem eVito und eSprinter. Ab sofort können mit dem Mercedes EQV auch VIP-Shuttle-Dienste elektrisch Kunden chauffieren.

Während Mercedes mit dem EQC derzeit nur ein E-Auto anbietet, machen die Schwaben bei den Nutzfahrzeugen schon jetzt gute Geschäfte mit Stromern. Gerade erst hat Mercedes-Benz Vans seinen bislang größten Deal mit Amazon über mehr als 1800 Elektro-Transporter abgeschlossen. Noch in diesem Jahr soll die Auslieferung von 600 eVito und 1200 eSprinter für ganz Europa beginnen. Und für Kunden, die den Personentransporter eVito Tourer innen nicht fein genug finden, hat Mercedes jetzt die noch stärker auf Komfort getrimmte Elektroversion der V-Klasse als EQV 300 im Angebot.

Der dritte elektrische Van mit Stern „kann alles, was die V-Klasse kann, nur eben vollelektrisch und lokal emissionsfrei“, verspricht Mercedes-Produktmanager Markus Reis. Und tatsächlich verliert die 5,14 bis 5,37 Meter lange Großraumlimousine trotz der der 100 kWh fassenden Batterie im Unterboden nichts von ihrer Funktionalität und Variabilität. Von Beginn an mit langem Radstand (3,20 Meter) und extralangem Radstand (3,43 Meter) angeboten, stehen die gleichen Transport- und Gepäckraumkonfigurationen wie bei den Dieselmodellen zur Verfügung. Schon in der serienmäßigen Ausstattung mit sechs Einzelsitzen wird der nahezu lautlos dahinsurrende Stromer-Van so zu einem repräsentativem Business-Shuttle. Durch den optionalen Einbau eines weiteren Einzelsitzes oder Sitzbänken lässt sich der EQV aber auch zum 7- oder 8-Sitzer umfunktionieren. Der Kofferraum fasst dazu je nach Ausstattung 1030 bis 1410 Liter. Und doch unterscheidet sich der Elektro-Van von seinen spritfressenden V-Klasse-Geschwistern nicht nur durch den für alle EQ-Modelle charakteristischen Black-Panel-Kühlergrill mit Chrom-Lamellen auf der Nase.

Agil und elegant durchs urbane Gewusel

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Da ist natürlich zum einen der nahezu geräuschlose Antrieb, der mit seinen gerade mal 150 kW (204 PS) Leistung den gut drei Tonnen schweren Brocken mit 362 Newtonmeter aus dem Stand in ansatzlosen Schwung versetzt. Vor allem an der Ampel geht es überraschend flott voran. Und auch im urbanen Gewusel wechselt der EQV so agil und elegant die Spuren, dass man schnell vergisst, dass man in einem Mehr-als-Fünf-Meter-Schiff sitzt. Der tiefe Schwerpunkt durch das über 600 Kilo schwere Akku-Paket sorgt dabei auch in schnellen Kurven für ein stabiles und sicheres Handling. Zur komfortablen Großraum-Reiselimousine wird der EQV dann hinterm Ortsausgangsschild. Mit der optionalen Luftfederung Airmatic (1900 Euro, alle Preise netto) pariert der Elektro-Van Querfugen und selbst kurze Stöße mit größter Ruhe und Gelassenheit.

Dazu passt die Tempolimiterung auf 140 km/h, die zugunsten der 418 Kilometer Normreichweite serienmäßig ist. Gegen 150 Euro Aufpreis greift der Begrenzer erst bei Tempo 160. Bei derart hohem Tempo reicht der Strom natürlich nicht für 400 Kilometer. Immerhin geht es an einer Schnellladesäule mit bis zu 110 Kilowatt Ladeleistung nach knapp 45 Minuten mit 80 Prozent Kapazität weiter. An der heimischen Wallbox oder öffentlichen Ladestation mit bis zu 11 kW Wechselstrom dauert es hingegen mehr als zehn Stunden.

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Damit unterwegs nicht der Saft ausgeht, helfen viele intelligente Systeme zusammen. Ein paar mal auf den Touchscreen drücken, eine Anfrage einsprechen, dafür ist das das Infotainmentsystems MBUX und die Mercedes me App da. So vernetzt beispielsweise die Navigation den aktuellen Ladezustand der Batterie mit Verkehrs- und Wetterdaten, Strecken-Topograhie sowie Ladeinfrastruktur der Region und berechnet so automatisch eine Route mit wenigen Ladestopps. Sie kalkuliert auch die voraussichtliche Ladedauer ein, wobei das System Schnellladestationen bevorzugt. Eine einfache Routenplanung für private wie gewerbliche Kunden zeigt außerdem die Funktion „Range on Map“, auf der die aktuelle Reichweite mit einem Blick auf der Karte zu sehen ist.

Bei Ionity laden und bezahlen ohne App und Karte

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Beim Laden hilft die Mercedes me Charge-Funktion den Zugang zu öffentlichen Ladepunkten inklusive über 300 an Ionity-Schnellladesäulen. Neben App und Ladekarte kann der Ladevorgang dort sogar über den Touchscreen im Fahrzeug gestartet, gestoppt und bezahlt werden.

Erst einmal aufgeladen, ist der Elektro-Van kaum zu bremsen. Es sei denn, um Energie zurück zu gewinnen. Dafür gibt es fünf Rekuperationsstufen, wählbar über Schaltwippen hinterm Lenkrad. Zwei oder drei hätten es hier allerdings auch getan. Am besten klappt es in der Automatikstufe, die die Stärke der Rekuperation an Hand der Daten der Sicherheitsassistenten, der Kamera und der Navigation vorausschauend anpasst. In der leichtesten Stufe segelt der EQV antriebslos, in der stärksten Stufe verzögert der Elektromotor so stark, dass sogar die Bremslichter aufleuchten.

Vier Fahrprogramme von Öko bis Sport

Um maximale Reichweite oder gediegenen Fahrkomfort geht es auch bei den vier Fahrprogrammen. Im Eco+ mobilisiert die V-Klasse beispielsweise nur noch 80 kW und 293 Nm Drehmoment und legt die Klimaanlage nahezu still. Dagegen laufen im Programm Sport alle Systeme auf Hochtouren und das Fahrpedal reagiert direkt und spontan auf jede kleine Veränderung. Wobei die Frage erlaubt sein muss, wozu ein per se spritziger Elektroantrieb, bei dem die Reichweite im Fokus steht, ein Sportprogramm braucht? Nach anfänglicher Spielerei werden am Ende die meisten ohnehin die Standardeinstellung wählen.

Stolze Preise, lange Aufpreisliste

Nicht ganz Standard ist der Preis: Ab 59.990 Euro geht’s los. Die extralange Variante des EQV 300 kostet 750 Euro mehr. Immerhin gehen davon noch 7.500 Euro Umweltbonus ab. Und die Serienausstattung fällt mit MBUX-Infotainment inklusive Navigation, Sprachbedienung und Digitalradio, Verkehrzeichen-, Totwinkel, Müdigkeits- und Spurhalte-Assistenten sowie Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer recht ordentlich aus. Wer sich aus dem langen Aufpreiskatalog einen echten Premium-Transporter als Avantgarde-Line mit Klimaautomatik, Abstandsassistent, Parktronic plus 360-Grad-Kamera, Metallic-Lackierung sowie schwarzen Lederpolster mit rosègoldenen Ziernähten und Burmester Surround-Soundsystem zusammenstellt, kann den Konfigurator auch ganz schnell über die 80.000 Euro treiben.

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