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Sinnvolle Assistenzsysteme und was sie kosten

Fünf Helferlein, die nicht fehlen sollten

Volvo Assistenzsysteme Foto: Volvo

Das eigene Leben ist den Menschen unbezahlbar teuer, trotzdem zählen manchem Neuwagenkäufer Alufelgen mehr als Assistenzsysteme. Dabei sind letztere längst erschwinglich.

Bei der Konfiguration ihres Autos stellt sich Neuwagenkäufern oft die Frage: Lederausstattung, Alufelgen und das große Infotainmentsystem – oder doch lieber ein paar Sicherheitsfeatures? In Deutschlands Bestseller VW Golf gibt es beispielsweise für rund 1.260 Euro (alle Preise netto) ein umfassendes Assistenzpaket mit Notbremse, adaptivem Tempomat und Lichtassistent. Denn längst haben sich die wichtigsten Assistenzsysteme bis in die unteren Klassen ausgebreitet. Hier kommen fünf Beispiele für sinnvolle Assistenten, die gar nicht unbedingt teuer sein müssen.

Notbrems-Assistent: Eines der wichtigsten Assistenzsysteme, nicht umsonst hat die Crashtest-Organisation Euro-NCAP die Vergabe der Höchstpunktzahl an das Vorhandensein einer automatischen Notbremse geknüpft. Sie erkennt mit Hilfe von Sensoren (Radar, Laser, Kamera) eine kritische Situation, warnt den Fahrer und leitet eine Notbremsung ein. Nicht zu verwechseln mit dem Bremsassistenten, der lediglich die Bremsung verstärkt. Je nach Hersteller, Klasse und Alter des Fahrzeugs gibt es unterschiedliche Ausbaustufen. Die einfachen, oft "City-Notbremse" genannten Systeme gehören auch in kleinen Fahrzeugklassen nicht selten mittlerweile schon zur Serienausstattung und erkennen drohende Kollisionen bei niedrigem Tempo, können zum Beispiel Auffahrunfälle im Stadtverkehr verhindern oder abmildern. Aufwendigere Systeme bremsen auch bei höheren Geschwindigkeiten im Notfall automatisch. Neueste Assistenten erkennen Fußgänger und/oder Radfahrer auf Kollisionskurs und bremsen selbstständig.

Kostet: Je nach Hersteller, Fahrzeugklasse und Alter der Baureihe sind die Systeme bereits Serie oder können für wenige hundert Euro hinzu gebucht werden. Beim Nissan Micra kostet die Fußgänger-Notbremse im Paket mit anderen Assistenten (u.a. Spurhalter) 420 Euro, bei Modellen wie Volvo XC40, Audi A4 oder VW Polo ist sie serienmäßig.

Für wen: Für alle, denn das Unfallvermeidungspotenzial ist hoch. Nach Erkenntnissen der Unfallforschung lassen sich mehr als 40 Prozent der schweren Pkw-Unfälle durch einen Notbremsassistenten mit Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung vermeiden. 

VW Assistenzsysteme Foto: VW
Die Adaptive Cruise Control hält nicht nur die Geschwindigkeit wie ein Tempomat, sondern auch den vorgegebenen Abstand zum Vordermann, mithilfe von Radar-, Laser- und/oder Kamerasensoren

Adaptiver Tempomat: Die Adaptive Cruise Control (ACC) hält nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch den vorgegebenen Abstand zum Vordermann, mithilfe von Radar-, Laser- und/oder Kamerasensoren. Bremst der Vorausfahrende, verzögert auch das eigene Fahrzeug, ebenso beschleunigt es automatisch. Ihre volle Wirkung entfalten moderne Systeme nur in Verbindung mit Automatik: Sie können dann bis zum Stand herunterbremsen und im Stop-and-Go-Verkehr selbstständig wieder anfahren. In höherpreisigen Autos wird basierend auf ACC oft ein Stauassistent angeboten, der zusätzlich Lenkkorrekturen vornimmt – die Grenze zum teilautonomen Fahren ist hier fließend. Neben mehr Komfort bringt der Abstands-Tempomat vor allem einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn.

Kostet: Vor wenigen Jahren teuer und der Oberklasse vorbehalten, hat sich die Technik schnell verbreitet. Im Kleinwagen Ford Fiesta beispielsweise kostet der adaptive Tempomat im Paket (u.a. mit Fernlicht-Assistent) 504 Euro, beim Skoda Karoq 235 Euro.

Für wen: Vielfahrer oder Pendler, die sich mehr Fahrkomfort auf der Autobahn oder im Stop-and-Go-Verkehr wünschen.

BMW Assistenzsysteme Foto: BMW
Ist der Fernlicht-Assistent eingeschaltet, blendet das Auto je nach Verkehrssituation selbstständig ab und wieder auf, die aufwendigeren Systeme blenden wie hier den Vordermann aus, drumherum bleibt es aber hell

Totwinkel-Assistent (auch: Spurwechsel-Assistent oder Blind-Spot-Assist): Das System überwacht den sogenannten "Toten Winkel", also jenen Bereich, den der Fahrer über die Spiegel nicht einsehen kann. Nähert sich hier ein Fahrzeug, zeigt es der Assistent an, meist über ein Lämpchen im Außenspiegel. Setzt der Fahrer trotzdem zum Spurwechsel an, wird er vor einer drohenden Kollision gewarnt, meist optisch (blinkendes Lämpchen), akustisch und/oder durch Vibrationen im Lenkrad.

Kostet: Meistens mit mehreren Assistenten im Paket angeboten. Im Mini-SUV Ford Ecosport ist er für 815 Euro zu haben (mit Parkpiepsern), im Kia Ceed im Paket (u.a. mit Xenon-Scheinwerfern) für 1.500 Euro.

Für wen: Autofahrer, die viel auf der Autobahn unterwegs sind, profitieren besonders vom Totwinkel-Assistent. Aber auch im Stadtverkehr kann er bei vergessenem Schulterblick vor Kollisionen schützen.

Fernlicht-Assistent: Ist dieser eingeschaltet, blendet das Auto je nach Verkehrssituation selbstständig ab und wieder auf. Bei den aufwendigeren, adaptiven Systemen bleibt das Fernlicht selbst in diesen Situationen an und sorgt für gute Ausleuchtung. Nur der Bereich, in dem das Licht andere Verkehrsteilnehmer stören könnte, wird ausgeblendet.

Kostet: Die relativ einfachen Systeme gibt es schon für kleines Geld, beim BMW 1er beispielsweise für 130 Euro. Das aufwendige Dauerfernlicht kostet inklusive LED-Technik zum Beispiel in der E-Klasse 1.930 Euro Aufpreis.

Für wen: Praktisch natürlich für Vielfahrer. Aber auch wer sonst häufig im Dunklen und außerhalb von Städten unterwegs ist, wird dieses Assistenzsystem häufig nutzen können.

Querverkehrswarner: Beim Rückwärtsfahren kann man als Autofahrer den Querverkehr oft nicht erkennen. Der Assistent überwacht deshalb mit Hilfe der in der hinteren Stoßstange installierten Radarsensoren nicht nur den Bereich direkt hinter dem Fahrzeug, sondern auch links und rechts davon. Der Querverkehrswarner alarmiert den Fahrer, im neuesten derartigen System (Volvo XC40) bremst es auch selbstständig.

Kostet: Beim Kompakt-SUV Volvo XC40 im Paket 450 Euro (u.a. mit Totwinkel-Warner).

Für wen: Wer häufig in der Stadt unterwegs ist, muss oft genug rückwärts ausparken und ist dankbar für einen solchen Helfer. Einbeziehen sollte man auch die Übersichtlichkeit des ausgesuchten Fahrzeugmodells: Häufig kann man durch die designbedingt kleinen Fenster beim Rückwärtsfahren kaum noch was etwas erkennen.

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