Telematik-Versicherungstarif

Digitaler Verkehrserzieher

telematik, axa, telefon, app, smartphone Foto: Axa

Für Couchpotatoes ist die Jogging-App ein tragbares schlechtes Gewissen, für Verkehrsrowdys gibt es etwas Ähnliches. Fahrer, die ihren Fahrstil für unverbesserlich halten, sollten die App unbedingt ausprobieren.

Wer gibt gerne zu, dass er schlecht Auto fährt? So gut wie niemand. Doch obwohl viele Autofahrer offenbar von ihrem Fahrstil überzeugt sind, haben sich Versicherungstarife, die vorsichtiges Fahrverhalten belohnen, bisher in Deutschland nicht durchgesetzt. Lediglich eine einzige Assekuranz bietet testweise einen solchen Telematik-Tarif an. Austesten, wie gut man selbst für eine solche Abrechnung geeignet wäre, kann man nun mit dem Angebot einer anderen Versicherung.

Kostenlose Smartphone-App "Drive smart"

Die kostenlose Smartphone-App "Drive smart" von Axa wertet Beschleunigung-, Brems- und Kurvenphasen aus. Je verantwortungsbewusster und sicherer der eigene Fahrstil ist, desto mehr Punkte kann man unterwegs sammeln – und so vom "Anfänger" zum "Champion" werden. Die Auswertung erfolgt anonymisiert, für den spielerischen Effekt kann man Fortschritt und Punktestand auf sozialen Netzwerken teilen.

Der tatsächliche Telematik-Tarif, den die Sparkassen-Direktversicherung seit einem Dreivierteljahr für 1.000 Testpersonen anbietet, funktioniert ganz ähnlich. Eine Black-Box im Fahrzeug sammelt Daten, wer mit besonders wenig Risiko fährt, bekommt einen Rabatt auf seine Kfz-Versicherung. Dabei werden unter anderem Kilometerleistung, Zahl der Geschwindigkeits-Überschreitungen sowie Anteil von Nacht- und Stadtfahrten berücksichtigt. Auf dieser Basis berechnet sich ein Bonus-Punktwert; überschreitet der Fahrer eine bestimmte Schwelle, erhält er im Folgejahr einen Rabatt. Nachzahlen bei schlechtem Fahrstil muss man aber nicht.

App sei reines Service-Angebot

Die Axa Versicherung hat nach eigener Aussage keine konkreten Pläne, einen Pay-as-you-Drive-Tarif anzubieten. Man beobachte den Markt, die App sei aber ein reines Service-Angebot im Rahmen des Engagements für Verkehrssicherheit.

Einige Datenschützer kritisieren die Black-Box-Technik und raten generell zur Zurückhaltung bei der Weitergabe persönlicher Daten. In anderen Ländern gibt es in dieser Beziehung weniger Skrupel, vor allem in den USA sind derartige Überwachungssysteme weit verbreitet.

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