Umweltbonus Elektroautos Plug-in Hybride

Bis zu 9.000 Euro Prämie

AdobeStock  auto auf geldmünzen Foto: AdobeStock

Käufer eines Plug-in Hybriden oder E-Autos bekommen eine stattliche Prämie. Hier lesen Sie, wer wieviele bekommt und wie Sie rechnen müssen.

Am 9. Juli 2020 tritt die neue Kaufprämie für E-Autos in Kraft. Die neuen Fördersätze gelten rückwirkend für Fahrzeuge, die ab dem 4. Juni 2020 zugelassen wurden und läuft bis 31.12.2021. Bis zu 9.000 Euro netto schießen Staat und Industrie beimm Kauf eine Elektroautos oder Plug-in Hybridezu. Voraussetzung für den Maximalrabatt ist ein Nettolistenpreis unterhalb von 40.000 Euro (brutto: 47.600 Euro). Die Kosten für den Erwerb eines Stromers sinken dadurch im besten Fall auf vierstelliges Niveau. Ein VW e-Up beispielsweise kostet dann ohne Mehrwertsteuer unter 10.000 Euro. Auch der Fördersatz für Plug-in Hybride wurde erhöht.

Die Auswahl an passenden Elektroautos ist groß. Im Detail reicht das Angebot vom Kleinstwagen für den Stadtverkehr bis zu Kompaktautos für die Mittelstrecke. Wenn Sie sich durch unsere beiden Übersichten unten klicken, finden Sie alle in Deutschland erhältlichen Modelle mit allen Preisen und Daten.

Alle Elektroautos in Deutschland 2020
Preise, Reichweite, Verbrauch E-Autos

Die Förderung im Detail

  • E-Autos (batterielektrische Fahrzeuge) bis zu einem Netto-Listenpreis des Basismodells in Deutschland von 40.000 Euro (46.400 Euro inkl. 16 Prozent Mehrwertsteuer) werden mit 9.000 Euro gefördert (darunter fallen Modelle wie Renault Zoe, Smart, VW ID.3, Tesla Model 3 etc.). Dabei schießen die Hersteller 3.000 und der Bund 6.000 Euro zu.
  • E-Autos (batterielektrische Fahrzeuge) bis zu einem Netto-Listenpreis des Basismodells in Deutschland zwischen 40.000 Euro (46.400 Euro inkl. 16 Prozent Mehrwertsteuer) und 65.000 Euro (75.400 Euro inkl. 16 Prozent Mehrwertsteuer) werden mit 7.500 Euro gefördert, wovon 5.000 vom Staat kommen. Profitieren können beispielsweise Käufer eines Jaguar I-Pace, Audi e-tron Sportback 50 oder Mercedes EQC etc.
  • Plug-in Hybride bis zu einem Netto-Listenpreis des Basismodells in Deutschland von 40.000 Euro (46.400 Euro inkl. 16 Prozent Mehrwertsteuer) werden mit 6.750 Euro gefördert (4.500 Euro vom Bund, 2.250 vom Hersteller). In diese Preisklasse fallen Modelle wie Ford Kuga, Hyundai Ionic, Mercedes A-/C-Klasse, Mitsubishi Outlander etc.).
  • Plug-in Hybride bis zu einem Netto-Listenpreis des Basismodells in Deutschland zwischen 40.000 Euro (46.400 Euro inkl. 16 Prozent Mehrwertsteuer) und 65.000 Euro (75.400 Euro inkl. 16 Prozent Mehrwertsteuer) werden mit 5.625 Euro gefördert (Bundesanteil 3.750 Euro, Herstelleranteil 1.875 Euro). Von der Förderung profitieren Fahrzeuge wie Audi Q5, BMW X3, Mercedes E-Klasse und GLC etc.
  • Allgemein müssen alle Plug-in Hybride unter 50 Gramm CO2 je Kilometer emittieren, um den Umweltbonus zu bekommen.
  • Dazu kommen unter Umständen 100 Euro Zusatzförderung, falls das Fahrzeug über ein sogenanntes AVAS-System verfügt, das unterhalb von 30 km/h ein künstliches Motorgeräusch erzeugt.
  • Junge gebrauchte E-Fahrzeuge, für die bisher kein vergleichbarer Bonus gezahlt wurde: Voraussetzung ist ein maximales Alter von 12 Monaten, maximal 15.000 Kilometer. Für gebrauchte E-Autos 5.000 Euro, für gebrauchte Plug-in Hybride 3.750 Euro.

Keine Förderung gibt es beispielsweise für folgende Modelle: alle Porsche, Tesla Model S/X, Audi A8, BMW 7er, Range Rover etc). Vollhybride (Toyota Prius oder CH-R, Ford Mondeo etc.) sowie Fahrzeuge mit einem Mildhybrid-Antrieb (bsp. 48-Volt-Startergenerator) sowie Autos mit Erdgas- und Autogasantrieb gehen ebenfalls leer aus. Die Umweltbonusregelung ist bis Ende 2025 befristet, die höheren Sätze gibt es nur bis Ende 2021. Danach werden Käufer von E-Autos voraussichtlich wieder maximal 5.000/6.000 Euro bekommen.

Alle Plug-in Hybride (2020)
Preis, Verbrauch, Reichweite

So müssen Sie rechnen

Unternehmen rechnen ohne Mehrwertsteuer. Sie ziehen die gesamte Umweltprämie vom Nettobetrag ab. Private Autokäufer sparen neben dem reinen Förderbetrag auch noch einen Teil der Mehrwertsteuer. Dadurch steigt der Preisvorteil auf bis zu 6.570 Euro. Denn Hersteller und Bund teilen sich die Fördersumme von bis zu 6.000 Euro für reine E-Autos beziehunsgweise 4.500 Euro für Plug-in Hybride. Zunächst wird die Herstellerförderung vom Nettopreis des Neuwagens abgezogen.

E-Auto bis 40.000 Euro (bsp.Peugeot e-208)
Bruttolistenpreis inkl. Extras 33.500 Euro
Nettolistenpreis 28.880 Euro
minus 3.000 Euro Förderung Hersteller 25.880 Euro
plus 16 Prozent Mehrwertsteuer 30.020 Euro
minus 6.000 Euro staatliche Förderung 24.020 Euro
Differenz (gesamte Förderung) 9.480 Euro

Berechnung bis Mai 2020 (19 % Mehrwertsteuer)
Bruttolistenpreis inkl. Extras 34.367 Euro
Nettolistenpreis 28.880 Euro
minus 3.000 Euro Förderung Hersteller 25.880 Euro
plus 19 Prozent Mehrwertsteuer 30.792 Euro
minus 3.000 Euro staatliche >Förderung 27.792 Euro
Differenz (gesamte Förderung) 6.575 Euro

Peugeot 208 (2020) Fahrbericht
So fährt das Elektroauto

Beispiel E-Auto bis 65.000 Euro: Mercedes EQC
Bruttolistenpreis inkl. Extras: 77.000 Euro
Nettolistenpreis: 66.380 Euro
minus 2.500 Euro Förderung Hersteller 63.880 Euro
plus 16 Prozent Mehrwertsteuer 74.100 Euro
minus 5.000 Euro staatliche Förderung 69.100 Euro
Differenz (gesamte Förderung) 7.900 Euro

Fahrbericht Mercedes EQC
Stern unter Strom

Plug-in Hybrid bis 40.000 Euro: Opel Grandland X Hybrid4
Bruttolistenpreis inkl. Extras: 47.000 Euro
Nettolistenpreis: 40.517 Euro
minus 2.250 Euro Förderung Hersteller 38.267 Euro
plus 16 Prozent Mehrwertsteuer 44.390 Euro
minus 4.500 Euro staatliche Förderung 39.890 Euro
Differenz (gesamte Förderung) 7.110 Euro

Opel Grandland X Hybrid4 (2020) im Test
Zügig, aber nicht sparsam

Plug-in Hybrid bis 65.000 Euro: Mercedes C 300 d e T-Modell
Bruttolistenpreis inkl. Extras: 65.000 Euro
Nettolistenpreis: 56.034 Euro
minus 1.875 Euro Förderung Hersteller 54.159 Euro
plus 16 Prozent Mehrwertsteuer 62.825 Euro
minus 3.750 Euro staatliche Förderung 59.075 Euro
Differenz (gesamte Förderung) 5.925 Euro

Mercedes C 300 de im Test
Universalgenie mit Stecker

So kommen Sie an die Umweltprämie

Wer bekommt die Prämie?
Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften, Vereine

Voraussetzung
Alle förderfähigen Fahrzeuge nennt das Bundesfinanzministerium in einer Liste, die regelmäßig aktualisiert wird.

Was bedeutet Netto-Listenpreis?

Bei dem BAFA Listenpreis handelt es sich um den niedrigsten Listenpreis des Basismodells in Deutschland zur Markteinführung ohne Mehrwertsteuer. Etwaige Sonderausstattung sind nicht Bestandteil des Basismodells. Beispiel: Die günstigste Version des Jaguar I-Pace kostet rund 77.000 Euro brutto beziehungsweise knapp unter 65.000 Euro netto. Also wird das Modell gefördert. Selbst wenn der Käufer zusätzliche Ausstattung bestellt und der Kaufpreis so über die Schwelle von 65.000 Euro klettert, bekommt er Zuschüsse in Höhe von 7.500 Euro.

Ablauf des Verfahrens
Die Förderung erfolgt in einem zweistufigem Verfahren. Das Fahrzeug muss spätestens neun Monate nach Zugang des Zuwendungsbescheides zugelassen worden sein. Der Käufer oder Leasingnehmer muss den Verwendungsnachweis spätestens zehn Monate nach Ausstellungsdatum des Zuwendungsbescheides einreichen. Sprich: das Fahrzeug zulassen. Wichtig: Die Prämie gibt es nicht nachträglich! Der Antrag wird elektronisch im Online-Portal des Bundesfinanzministriums gestellt. Dort muss der Antragsteller auch Kauf- bzw. Leasingvertrag zusammen mit der verbindlichen Bestellung hochladen.
Nachdem das Fahrzeug ausgeliefert wurde, muss der Käufer den "Verwendungsnachweis" einreichen, also Rechnung (bei Kauf) oder Leasingvertrag und ein Nachweis für die Zulassung des Fahrzeugs (Zulassungsbescheinigung Teil I und II). Danach erhält der Käufer eine E-Mail mit dem Link zur elektronischen Verwendungsnachweiserklärung. Diese muss ausgedruckt, unterschrieben und über das Upload-Portal hochgeladen werden.Nach positiver Prüfung wird auch der Bundesanteil am Umweltbonus ausbezahlt.

Bonus für Gebrauchtwagen

Ebenfalls spannend: Die Bundesregierung plant, den Umweltbonus auch auf die sogenannte Zweitveräußerung auszudehnen. So profitieren auch junge Gebrauchtwagen mit E-Antrieb von der Kaufprämie. Dafür muss das E-Auto zum Zeitpunkt des Weiterverkaufs mindestens vier und maximal acht Monate in erster Hand zugelassen sein und darf maximal 8.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Außerdem dürfen die Autos nicht als Firmenwagen des Erstkäufers bereits die Prämie in Anspruch genommen haben.

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Ermäßigte Dienstwagensteuer für E-Auto

Wer ein E-Auto als Dienstwagen fährt, muss für die private Nutzung weniger Steuern bezahlen als bei einem Benziner oder Diesel. Schon seit Anfang 2020 wird für die Versteuerung nur 0,25 des Bruttolistenpreises angesetzt im Gegensatz zu einem Prozent bei Verbrennern. Ab Juni 2020 steigt die Bemessungsgrenze von 40.000 auf 60.000 Euro. So profitieren auch Fahrer von teureren E-Autos von der niedrigeren Dienstwagensteuer

Österreich hat ähnlich hohe Forderquote

Ein Blick über die Grenze nach Österreich zeigt: Auch in anderen Ländern wird die E-Mobilität massiv gefördert. In Österreich etwa bekommen Käufer von Elektroautos 5.000 Euro Zuschuss. Mehr dazu lesen Sie bei unseren österreichen Kollegen von Flotte.

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