Mitsubishi L200 7 Bilder Zoom

Fahrbericht Mitsubishi L200: Für Baustelle und Boulevard

Mitsubishi präsentiert die fünfte Generation des L200. Wir waren im Extrakabiner mit 154 PS starkem 2,4-Liter-Diesel unterwegs.

Über neun Jahre war der Vorgänger des in Thailand gebauten, neuen L200 auf dem Markt. Seit seinem Start in Deutschland im Jahr 1993 wurde er laut Mitsubishi dort 60.000 Mal verkauft. 83 Prozent der Kunden seien Gewerbetreibende. Bei Straßenbauern, Dachdeckern und Gärtnern sind Pick-ups beliebt. Sie kommen auch als Werkstatt- oder Reparaturwagen zum Einsatz, immer dann, wenn sperrige Fracht schnell zum Kunden muss.

Den Einzelkabiner nimmt Mitsubishi aus dem Programm

Auch wenn Ford Ranger, VW Amarok und Nissan Navara bei den Zulassungen derzeit die Nase vorn haben, will Mitsubishi noch in diesem Jahr immerhin 1.000 und im kommenden Jahr 2.500 Pick-ups verkaufen. In Deutschland wird es den L200 in zwei Aufbauvarianten geben: als Club Cab genannter 2+2-sitziger Extrakabiner und als Doppelkabiner mit gegenläufig öffnenden Fondtüren.

Den ebenfalls gebauten Einzelkabiner soll es auf dem deutschen Markt vorerst nicht geben. Der Extrakabiner verfügt über eine Pritschenlänge von 1,80 Meter, beim Doppelkabiner sind es rund 1,50 Meter. Bei den Außenabmessungen hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht viel getan: er ist 5,28 Meter lang, 1,81 Meter breit und 1.78 Meter hoch.

Neuer 2,4-Liter-Diesel mit 154 und 181 PS

Umso gravierender sind die Änderungen unter der Motorhaube. Den bisherigen, in die Jahre gekommenen 2,5-Liter-Diesel löst ein 2,4 Liter großer Direkteinspritzer namens Clear-Tec ab. Der Aluminium-Motor mit Common-Rail-Einspritzung und zwei oben liegenden Nockenwellen, besitzt vier Ventile pro Zylinder und ein Verdichtungsverhältnis von gerade mal 15,5:1. Reduzierte Wartungskosten verspricht Mitsubishi durch von 15.000 auf 20.000 Kilometer gewachsene Ölwechselintervalle, einer wartungsfreien Steuerkette und einem wartungsfreien Automatikgetriebe.

Den 2,4 Clear-Tec gibt es in zwei Leistungsvarianten mit 154 und 181 PS. Dabei bietet die von der Redaktion gefahrene 154 PS-Version DI-D im Extrakabiner mit Schaltgetriebe bei einem von Mitsubishi angegebenen Leergewicht von um die 1,9 Tonnen völlig ausreichende Kraftreserven. Ihr maximales Drehmoment von 380 Nm entwickelt sie zwischen 1.500 und 2.500 Umdrehungen pro Minute, hat also auch im Drehzahlkeller noch genügend Schub. Auch in mittelschwerem Gelände ging dem neuen L200 damit nicht die Puste aus. Auffallend waren zudem das zurückhaltende Geräusch des Motors und die gute Vibrationsisolierung.

Optional mit Fünfgang -Automatik

Wer den neuen L200 für schwere Geländeeinsätze vorsieht, ist mit dem 181 PS-Diesel DI-D+ freilich besser bedient. Der Leistungszuwachs beruht unter anderem auf der variablen Steuerung der Ventile an der Einlassseite, der Turbolader-Geometrie sowie der Einlassnockenverstellung. Bei 2.500 Umdrehungen in der Minute stemmt das Aggregat ein maximales Drehmoment von 430 Nm auf die Kurbelwelle. Beide Leistungsvarianten gibt es mit einem neuen Sechsgang-Getriebe, den Di-D+ auf Wunsch auch mit einem fünfstufigen Automatikgetriebe. Beide Getriebe sind mit einer Start-Stopp-Automatik erhältlich.

Die Fahrwerktechnik bietet das vom bisherigen L200 gewohnte Niveau: Leiterrahmen, hintere Starrachse, Blattfederung und einen je nach Modell zuschaltbaren oder permanenten Allradantrieb. Interessant für all jene, die den L200 nur sporadisch im Gelände betreiben ist die zuschaltbare Variante des Allradsystems Easy Select 4WD. Bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h lässt sich damit zwischen Zwei- und Vierradantrieb wechseln, ohne anzuhalten. Zusätzlich kann der Fahrer eine Geländeuntersetzung aktivieren.

Auch fürs grobe Gelände

Die Version Super Select 4WD II mit Planetensatz und Viskokupplung ist in der Lage, das Drehmoment, im Verhältnis bis zu 40:60 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse aufzuteilen. Das System verfügt ebenfalls über eine Geländeuntersetzung, die der Fahrer über einen Drehschalter in der Mittelkonsole elektronisch aktiviert.

Das Fahrverhalten des L200 hat sich spürbar weiterentwickelt. Der Fahrzeugrahmen ist laut Mitsubishi dank dem Einsatz hochfester Stähle deutlich verwindungssteifer geworden. In unbeladenem Zustand macht sich zwar vor allem bei kurz aufeinander folgenden Unebenheiten nach wie vor das etwas bockige Gebaren der Blattfederung bemerkbar. Verbessert hat sich aber die Fahrwerksabstimmung insgesamt. Die Lenkung ist präziser und direkter übersetzt. Mit einem Wendekreisdurchmesser von 11,8 Meter bietet sie einen beachtenswerten Wert, mit dem sich der Pickup auch in Innenstädten oder Parkhäusern noch bewegen lässt.

Ab 22.093 Euro netto

Im Innenraum ist der L200 eher einem SUV als einem rustikalen Pick-up ähnlich. Klar gezeichnete Instrumente, große Infotainment-Einheit in der Mittelkonsole, polierte Oberflächen und Zierapplikationen beherrschen das Bild. Serienmäßig sind sieben Airbags, ESP, Bremsassistent und Gespann-Stabilisierung an Bord. Auf den Vorderplätzen bietet der neue L200 ausreichend Kopf- und Schulterraum, die Notsitze im Fond sind aber höchstens auf kurzen Strecken nutzbar.

Wer ein robustes, geländegängiges Transport- oder Zugfahrzeug in der Ein-Tonnen-Klasse sucht, das auf seiner Pritsche auch eine Europalette quer aufnimmt, ist mit dem L200, in welcher Version auch immer, sicher gut bedient. Die Netto-Preise des neuen Mitsubishi L200 beginnen bei 22.093 Euro für die Einstiegsvariante Club Cab L200 2.4 DI-D mit manuellem Schaltgetriebe und reichen bis zu 33.858 EUR für die Doppelkabine 2.4 DI-D+ TOP mit Automatikgetriebe. Ab August steht der neue L200 beim Händler.

Autor

Foto

Axel Wiedemann

Datum

21. Juli 2015
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