Slow Food Genussführer 2017/18 Zoom

Slow Food Genussführer 2017/2018: Besser essen unterwegs

Ihnen fehlt noch ein Gastro-Tipp für die nächste Dienstreise? Ein Blick in den neuen Slow-Food-Führer lohnt sich. Hier gibt's feine Adressen abseits des Mainstream

Wenn die Schatten länger, die Tage kürzer und die Nächte eisig werden, wirft die Verlagsbranche ihre Gastroführer auf den Markt. Essen hält bekanntlich Leib und Seele zusammen, und besonders in der kalten Jahreszeit lässt uns die Vorfreude auf ein gutes Mahl gerne zum Restaurantführer greifen. Seit 2014 bereichert der  „Genussführer Deutschland“ den Buchmarkt, herausgegeben vom deutschen Ableger der Slow-Food-Bewegung. Im Gegensatz zu vielen anderen Führern werden hier die empfehlenswerten Restaurants und Gasthöfe nicht einfach stichwortartig abgehandelt oder gar nur alphabetisch aufgelistet. Der Genussführer widmet jedem Betrieb eine ganze Seite.

Gut 500 Betriebe werden ausführlich beschrieben und mit 156 neuen Adressen deckt der Führer mittlerweile einigermaßen die ganze Republik ab. Obwohl es hier und da noch immer weiße Flecken gibt und wir uns bei der Lektüre fragen: Ist dort gastronomisches Niemandsland?

Auch ein belegtes Brot kann super schmecken

Außerdem steigt die Zahl der Tipps steigt von Nord nach Süd und von Ost nach West. Das allerdings kann jeder kulinarisch Interessierte bestätigen, der viel in Deutschland reist. Trotzdem finden die Kritiker von Slow Food immer wieder neue Perlen der Gastronomie, die den strengen Prinzipien der weltweiten Bewegung genügen. Wirtschaften wie der urige Dorfwirt in Unterammergau, der auf hohem Niveau und ohne Schnickschnack kocht. Oder die Schankwirtschaft Wilhelm Andresen in Tönning an der Nordsee. Spezialität: belegte Schwarzbrote, mit Krabben, Lammsalami oder Schafskäse.

Alle gelisteten Betriebe verarbeiten vorwiegend heimische Produkte und schonen damit Ressourcen. Sie passen ihre Speisekarten den Jahreszeiten an, verzichten auf Chemie und Geschmacksverstärker. Klingt nach fader Ökoküche? Von wegen: Der Schwanen in Neckartailfingen etwa serviert für 22,90 Euro einen saftigen Zwiebelrostbraten vom Hohenloher Weiderind. Wer den genießen durfte, lässt die vielen zähen Lederlappen zu kurz abgehängter Rinder zurückgehen, die uns so häufig zum Schnäppchenpreis serviert werden.

Qualität hat ihren Preis. Trotzdem finden sich in diesem Führer viele preiswerte Restaurants. Selten in der Stadt, oft etwas abgelegen auf dem Land. Weil dort häufig mit mehr Liebe, mit frischen Kräutern und mit Rücksicht auf die Natur gekocht wird. Weil dort Fleisch noch langsam geschmort anstatt platt geklopft und zu schnellen Schnitzeln verarbeitet wird.

Dieses Buch leitet zu Betrieben, die wir so auf unseren vielen Geschäftsreisen quer durch die Republik wohl nie angesteuert hätten. Oft nur wenige Kilometer weg von der Autobahn mit ihrer austauschbaren Fertiggastronomie. Genau das macht dieses Buch so unverzichtbar: Vielfalt bereichert unseren Alltag. Schade nur, dass es den Führer noch nicht als App gibt.

Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18
580 Seiten, gebunden
erschienen im Oekom Verlag
Preis: 24,95 Euro

Autor

Foto

Oekom Verlag

Datum

14. Oktober 2016
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle Tests +++
+++ Alle News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • Branche
  • Auto
  • Management
  • ecoFleet
  • Recht/Steuer
  • Service
  • Firmenauto des Jahres