Citroen e-Jumpy/Peugeot e-Expert Test

E-Transporter für die Stadt

Peugeot e-Expert und Citroen e-Jumpy Foto: PSA 8 Bilder

Mit Citroen e-Jumpy und Peugeot e-Expert bringt der PSA-Konzern noch vor der Fusion mit Fiat-Chrysler weitere Elektro-Transporter. Der erste Test.

So schnell kann es gehen: Hatte der Diesel vor wenigen Jahren quasi noch eine Monopolstellung im Transporter-Segment inne, rufen heute zur Vorstellung eines neuen Modells alle nach der batterieelektrischen Variante. Auch wenn der Selbstzünder immer noch klar Marktführer ist – der Trend ist nicht mehr aufzuhalten, mit üppigen Fördergeldern ist der Elektroantrieb im richtigen Einsatzszenario mittlerweile auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten konkurrenzfähig.

e-Jumpy und e-Expert mit konkurrenzfähigem Preis

Siehe Citroen e-Jumpy und Peugeot e-Expert: Die neuen, im Grunde baugleichen Elektro-Transporter des PSA-Konzerns – die auch den Opel Vivaro-e zum eineiigen Bruder haben – schlagen laut Preisliste mit mindestens 35.250 Euro netto zu Buche. Damit sind sie rund 10.000 Euro teurer als die günstigsten, ebenso langen Dieselvarianten. Allerdings vor den Prämien von Staat und Industrie, die sich auf insgesamt 9.000 Euro belaufen. Und ohne Berücksichtigung der Sonderabschreibung von 50 Prozent, die für E-Nutzfahrzeuge im Jahr der Anschaffung zusätzlich zur regulären Abschreibung möglich ist.

Flankiert von den noch für dieses Jahr angekündigten E-Varianten von Citroen Jumper / Opel Movano / Peugeot Boxer und Citroen Berlingo / Opel Combo / Peugeot Partner dürften die Elektroantriebe im PSA-Konzern damit stetig an Fahrt gewinnen. Und das auch im wahrsten Sinne: e-Jumpy und e-Expert nämlich zeigen sich zur ersten Tour rund um Rüsselsheim von ihrer agilen Seite. Mit bis zu 100 kW und 260 Nm direkt vom Stand weg haben sie gar so viel Kraft, dass sie im Kickdown merklich mit den Vorderrädern scharren. Ohne die üblichen Gangwechsel beschleunigt der Elektroantrieb anschließend linear bis hinauf zur abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Eine beeindruckende Performance, auch wenn diese automobilen Muskelspiele hinter dem Steuer höchstens zum späten Feierabend sinnvoll erscheinen.

Power für volle Leistung, Eco für maximale Reichweite

Der Power-Mode, der eben diese Höchstleistungen freigibt, ist damit auch gleich wieder abgeschrieben. Die Normal-Einstellung mit maximal 80 kW und 210 Nm tut es auch. Sie lässt sich ebenso wie der auf 60 kW und 190 Nm gedrosselte Eco-Mode über eine Taste aktivieren, an deren Stelle im Verbrenner der Schaltknüppel sitzt. Anders als in der mittleren Stellung, in der die Elektro-Transporter weiter dynamisch durch die Stadt bewegt werden können, fordert die Eco-Stufe aber tatsächlich Verzicht. Mit ihr bleibt es im Cockpit unangenehm kalt – und die Gaskennlinie ist so zurückhaltend programmiert, dass doch längere Pedalwege nötig sind, um entspannt mit dem Verkehr mitschwimmen zu können.

Dieses unauffällige Fahren steht e-Jumpy und e-Expert sonst aber sehr gut: Die Geräuschkulisse ist dank der ausbleibenden Motorengeräusche niedrig, Lenkung und Fahrwerk agieren ausgewogen. Auch das Fahren mit nur einem Pedal, das in manch anderem Elektro-Transporter mit schärfer eingestellter Bremsenergierückgewinnung geübt sein will, muss man in den PSA-Brüdern kaum beherrschen. Selbst im B-Modus der Fahrsteuerung, der im Vergleich zur D-Einstellung eine höhere Verzögerung beim Lupfen des Gasfußes zur Folge hat, bleibt das Bremspedal in der Stadt auch bei vorausschauender Fahrt unverzichtbar.

Zwei Batteriegrößen, drei Längen

In Sachen Variantenvielfalt sind die in Frankreich vom Band laufenden Elektro-Ableger von Jumpy und Expert auf Augenhöhe zu den Dieselmodellen platziert: Sie sind ebenso in drei Längen zu haben, ebenso niedrig genug für Parkhäuser und können ebenso auf ein Ladevolumen von 4,6 bis maximal 6,6 Kubikmeter verweisen. Hintergrund ist die wie in anderen Elektro-Transportern clever im Unterboden platzierte Lithium-Ionen-Batterie.

Im Falle von e-Jumpy und e-Expert ist diese wie der gesamte Antrieb mit einer Garantie über acht Jahre oder 160.000 Kilometer ausgestattet und dazu in zwei Größen verfügbar: Während die günstigere 50-kWh-Variante für eine Reichweite von bis zu 230 Kilometer gut ist, sind mit dem rund 5.000 Euro teureren 75-kWh-Akku (für die Längen L2 und L3) bis zu 318 Kilometer drin. Das reicht laut der Angaben des PSA-Konzerns locker für über 80 Prozent der Kundschaft aus, die ohnehin nicht mehr als 200 Kilometer täglich fahren.

Sieben Stunden für 318 Kilometer Reichweite

In der Nacht dann können die Stromer ans Netz: An einer handelsüblichen Wallbox ist der größere Akku in rund sieben Stunden wieder vollaufgeladen, die kleinere Variante in knapp fünf Stunden. Über eine App können die angesteckten Transporter mit der externen Energie dazu schon für die Fahrt vorklimatisiert werden – und so wertvollen Strom in den Akkus einsparen. Auch vor Schnellladesäulen müssen sich die Nutzer nicht fürchten: Zum Vorteil der viel kürzeren Ladezeiten von 32 respektive 48 Minuten bis zu einem Akkustand von 80 Prozent gesellt sich hier nämlich noch die simple Handhabung, die der PSA-Konzern mit der Free2Move Services App bereitstellt. Mit dieser Software können die Kunden laut Hersteller europaweit 160.000 Ladestationen anwählen, die Verfügbarkeit checken und am Ende auch die Abrechnung managen.

Ein Versprechen also, mit dem die E-Mobilität im Nutzfahrzeug auch über die Stadtgrenzen hinaus funktionieren kann.

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