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Digitale Tankkarte Zoom
Foto: Aral

Digitale Tankkarte

Per App den Sprit bezahlen

Die Automobilbranche will die klassische Tankkarte abschaffen. Bezahlt wird dann per App oder direkt übers Auto.

Immer umfangreichere Service­angebote rund ums Tanken nehmen dem Fuhrparkmanagement viel Arbeit ab. Zukünftig haben es auch die Fahrer leichter: Die Tankkarte wird digital. Über zwei Drittel aller Fuhrparks setzen auf Tankkarten. Mit ihnen ist die Treibstoffabrechnung einfacher, zudem bieten viele Verbundkarten bei entsprechenden Abnahmemengen Sparpotenzial bei den Kraftstoffpreisen. Digitale Services sind häufig Teil der Angebote. Neben Mineralölkonzernen bieten auch Leasinggeber entsprechende Karten an. Doch jetzt gehen die Autohersteller einen Schritt weiter: Sie schaffen die Karte ab.

Schon seit einem Jahr bietet der zu BMW und Sixt gehörende Carsharing Anbieter Drive Now das kartenlose Bezahlen an Total-Stationen in Berlin und Hamburg an. Das Auto erkennt selbstständig die angefahrene Tankstelle und kommuniziert mit dem Kassensystem. So spart sich der Fahrer den Gang zur Kasse. Für herkömmliche Fuhrparks funktioniert das bisher zwar noch nicht, aber das könnte sich schon bald ändern.

Direkt vom Autos aus bezahlen

"Es wird für bestimmte Anwendungen möglich sein, mit dem Auto zu bezahlen", sagt Mercedes-Entwicklungsvorstand Ola Källenius. Das Bezahlen nach dem Tanken wird so viel schneller gehen. ­Eine Kassenschlange entfällt ebenso wie die PIN-Eingabe samt Unterschrift und Abfrage des Kilometerstands. Alle Daten können verschlüsselt direkt vom Auto oder über ein gekoppeltes Smartphone übertragen werden. Die Abrechnung würde dann direkt in digitaler Form beim Fuhrparkleiter landen.

Auch VW Financial Services entwickelt eine solche Lösung. In Zusammenarbeit mit einem noch nicht benannten Partner starten die Braunschweiger Anfang 2018 ein Pilotprojekt. "Wir gehen aktuell von einer App-­basierten Lösung aus. Im Zusammenspiel mit dem Fahrzeug wird es allerdings noch weitere Funktionen geben, die über die App-Funktionalitäten hin­aus­gehen", gibt Pressesprecher Malte Krause Auskunft. Insgesamt wird so die Verwaltung für den Fuhrparkleiter einfacher. Aber auch die Fahrer profitieren von dem neuen Bezahlprozess durch mehr Bequemlichkeit.

Wichtig ist dabei natürlich die Daten­sicher­heit. Denn die verbesserte Geschwindigkeit darf für Dritte nicht angreifbar sein. Ob Mineralölkonzerne von der neuen Bezahlmöglichkeit begeistert sind, ist ebenfalls fraglich. Immerhin hängt ihr Gewinn auch von den Umsätzen im Tankstellenshop ab. Es wird also vorerst beides geben: Die gute, alte Kasse ebenso wie die neue digitale Bezahlversion. Jedenfalls wird es bald häufiger zu beobachten sein, dass sich Autofahrer nach dem Tanken scheinbar ohne zu bezahlen aus dem Staub machen.

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Datum

21. Dezember 2017
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