E-Auto Toyota bZ4X Test Was kann der Toyota-Stromer?

Foto: Toyota 13 Bilder

Mit dem bZ4X bringt Toyota den ersten Stromer und gründet auch gleich eine neue Submarke. Ob sich der futuristische Crossover auch als Firmenwagen eignet, haben wir im Fahrbericht gecheckt.

Okay, der Einstieg ins reine Elektrozeitalter kommt für den japanischen Hybrid-Pionier Toyota ziemlich spät. Aber muss dann noch ausgerechnet so ein Name sein: bZ4X. Bitte wer? Klingt eher wie R2-D2 aus Star Wars, steht aber für „beyond Zero“, also jenseits von null Emissionen. Die 4 steht fürs Mittelklasse-Segment, das X weist auf den Crossover hin. Bis 2030 will Toyota 30 batterieelektrische Modelle bringen, darunter viele unter der eigens hierzu gegründeten Submarke bZ.

Der futuristische Stromer sorgt für Aufsehen

Mit einer Länge von 4,69 Metern übertrifft der japanische ID.4-Konkurrent den hauseigenen RAV4 um gerade einmal eine Handbreit, ist aber neun Zentimeter flacher. Doch neben dem braven RAV4 wirkt der Stromer richtig progressiv. Kantiges Design, flache LED-Scheinwerfer, die auch als Matrix-Licht erhältlich sind, jede Menge Kunststoffplanken, das fällt auf.

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Die Show teilt sich der Toyota allerdings mit dem baugleichen Subaru Solterra, der im Herbst auf den Markt kommt. Beide stehen auf der neuen Elektro-Plattform e-TNGA des Toyota-Konzerns. Dessen modulare Architektur hat allerlei Vorteile, da sie nicht nur unterschiedliche Fahrzeuglängen ermöglicht, sondern auch Front- und Allradantrieb.

Toyota bZ4X 2022 Foto: Toyota
Bequeme Sitze, futuristisches Cockpit.

Offroader mit Nehmerqualitäten

Los geht´s bei 39.908 Euro (alle Preise netto), 204 PS und Vorderradantrieb. Der kaum stärkere 4x4 mit 218 PS kostet stolze 6.500 Euro mehr. Allerdings geht bei beiden 9.000 Euro Prämie ab.

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Auf die ausschließlich in Topausstattung lieferbare Allradversion sind die Japaner besonders stolz, soll sie doch beeindruckende Offroadeigenschaften mitbringen. Neben zwei E-Motoren geben sie ihm ein spezielles Geländeprogramm inklusive einer mehrstufigen Traktionskontrolle mit auf den Weg. Damit soll der Wagen problemlos bis zu 35 Zentimeter tiefe Bäche durchqueren, da seine Akkus wasserdicht verpackt sind. Zusätzlich gibt’s eine zehnjährige Garantie für die Batterien. Und selbst nach Ablauf der Dekade soll die Stromquelle noch über 70 Prozent an Kapazität aufweisen.

Klingt gut, aber wie sieht es mit der Reichweite aus? Die 4x4-Topversion kommt mit ihrem 71,4 kWh starken Energiespeicher nach WLTP 415 Kilometer weit, der Fronttriebler sogar über 500 Kilometer. Zwar verzichtet der bZ4X auf spezielle Programme zur Energierückgewinnung, doch wenigstens lässt sich das sogenannte One-Pedal-Driving per Knopfdruck aktivieren. Auch eine energiesparende Wärmepumpe liefert Toyota serienmäßig.

Laden zunächst nur mit 6,6 kW

Dafür hapert es beim Laden. Der bZ4X kommt nicht über 6,6 kW. Mit dem Bordlader dauert’s selbst an einer 32-Ampere-Wallbox neun lange Stunden, bis die Akkus zu 80 Prozent befüllt sind. Erst 2023 Jahr verbaut Toyota einen schnelleren 11-kW-Lader. Wer’s eilig hat, lädt besser unterwegs an DC-Stationen mit 150 kW.

Innen gibt’s dagegen nichts zu meckern. Das Design rund ums Cockpit passt zur futuristischen Karosserie. Der Fahrer blickt auf ein kleines Kombiinstrument, welches weit oberhalb der Windschutzscheibe positioniert wurde und ein Head-up-Display überflüssig macht. Rechts daneben macht sich das Multimediasystem breit mit einem 12,3 Zoll großen Touchscreen. Ladeschale, Over-the-Air-Updates, Online-Navigation – hier lässt Toyota nichts anbrennen. Das Navisystem rechnet schnell, Ladestationen müssen aber erst umständlich über das Point-Of-Interest-Menü aktiviert werden. Außerdem zeigt es weder an, ob die Station frei ist, noch was das Laden kostet. Hier muss Toyota dringend nachbessern.

Viel Platz für die Passagiere

Dass der bZ4X auf ein Handschuhfach verzichtet, ist nicht weiter schlimm. Alternativ findet sich in der ausladend breiten, mit Klavierlack bezogenen Mittelkonsole ein großes Staufach, nebst zahlreichen weiteren Ablagemöglichkeiten für Kleinkram. Auch in Sachen Verarbeitungsqualität glänzt der Toyota. Nur dort, wo man nicht gleich hinschaut, regiert der Rotstift, beispielsweise im unteren Bereich des Innenraums.

Foto: Toyota
Die Kunden können zwischen Front- und Allradantrieb wählen

Eingesetzt werden unter anderem recycelte Stoff. Lederpolster kosten Aufpreis, veganes Kunstleder wird nicht angeboten. Vorne sitzt man gut auf den körpergerecht geformten Polstern. Hinten fällt die Oberschenkelauflage aber viel zu gering aus. Dort müssen langbeinige Passgiere ihre stark abwinkeln, was auf Dauer ziemlich unbequem ist.

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Dafür passt das Gepäckraumvolumen von 452 Litern. Außerdem lässt sich die Rücklehne geteilt umklappen. Und das Kabel? Wird im Fach im Boden verstaut, einen Frunk unter der Motorhaube hat der Toyota nicht. Wer also mit viel Gepäck unterwegs ist, sollte clever packen, sonst beginnt an der Ladestation die Kramerei. Auch an die Dienstradfahrer haben die Japaner gedacht: Eine Anhängekupplung und damit auch ein Radträger lassen sich montieren. Außerdem darf er sogar 750 Kilogramm ziehen.

Beim Fahren erweist sich der Allrad-Toyota als ein angenehmer Cruiser. Seine beiden Motoren mit zusammen 218 PS Leistung gehen tatkräftig zur Sache und die tief im Fahrzeugboden platzierten Akkus sind beste Grundvoraussetzungen für ein agiles Handling. Allerdings vereitelt die gefühllos ansprechende Lenkung das Kurvenräubern. Macht nichts, der Wagen ist sowieso eher auf Komfort ausgelegt und spricht feinfühlig auf Unebenheiten an. Der hohe Federungskomfort bleibt auch bei tiefen Schlaglöchern erhalten.

Auch die Abroll- und Windgeräusche liegen auf einem erfreulich niedrigen Level, selbst bei Höchstgeschwindigkeit 160 km/h. Bis dahin reichen die Kraftreserven vollkommen, um locker im Verkehr mitzuschwimmen.

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