Opel Astra Test (2022) Potz Blitz

Opel Astra 2022 Foto: Thorsten Weigl 16 Bilder

Neuer Look, anderes Bedienkonzept und eletrifizierte Motoren: Will sich Opel neu erfinden? Der Astra jedenfalls sieht jetzt nicht nur radikal anders aus, sondern fährt sich auch so.

Mit ihrer DNA haben sie’s wohl bei Opel. Während der Fahrvorstellung des neuen Astra jedenfalls fällt der Begriff immer wieder. Doch was genau sind denn die Kerneigenschaften, an die jeder Opel-Fahrer angeblich sofort denkt? Intelligentes Licht, langestreckentaugliche Sitze, wie es die Marketingabteilung in ihren Werbebotschaften seit Jahren hervorheben?

Beides hat der in Rüsselsheim entwickelte und gebaute Astra natürlich auch wieder: Matrixscheinwerfer, die mit 168 Pixeln die Straße taghell ausleuchten, sowie von der Aktion Gesunder Rücken ausgezeichnete, vielfach einstellbare Komfortsitze. Viel wichtiger aber ist die Botschaft, die der Preis aussendet: Opel bleibt bezahlbar.

Foto: Thorsten Weigl
Vizor-Look nennt Opel die neue Front mit dem flachen und breiten Kühler und dem prägnanten Blitz.

Der fünftürige Astra startet mit dem 110 PS starken Basisbenziner bei knapp 18.900 Euro (alle Angaben netto). Der Kombi kostet die üblichen 925 Euro mehr. Der 130-PS-Motor kommt im Fünftürer auf gut 20.700 Euro und hält den Erzrivalen VW Golf deutlich auf Abstand (23.950 Euro). Selbst sein französischer Bruder, der Peugeot 308, ist etwas teurer. Der Vergleich bietet sich an, nutzen doch den gleichen Unterbau und fast identische Technik. Da braucht es schon einige Kniffe, um sich abzusetzen.

Optisch klappt das jedenfalls: Als drittes Modell trägt der Astra das Hingucker-Markengesicht mit flachem, breitem Kühler und schlitzförmigen Scheinwerfern. Das technisch moderne Design bricht mit der Vergangenheit und ist eine Chance, noch mehr junge Käufer für die Marke zu begeistern. Dabei könnte auch der schnörkellose Innenraum mit seinem cleanen digitalen Cockpit helfen. Auf dreidimensionale Anzeigen wie im Peugeot verzichtet der Astra, ansonsten lassen sich auch hier die Anzeigen nach Wunsch zurechtklicken. Und dass die Monteure in Rüsselsheim passgenau arbeiten, zeigt der sauber verarbeitete Innenraum mit einem vernünftigen Mix aus Softoberflächen und Kunststoffdekor.

Opel Astra 2022 Foto: Thorsten Weigl
Das digitale Cockpit gibt's serienmäßig, ein Head-up-Display kostet extra.

Man merkt zudem, dass sich die Ingenieure Gedanken über die Bedienung machten. Statt wie andere Hersteller vieles im Untermenü zu verstecken, haben sie Tasten für die wichtigsten Funktionen wie Sitz- oder Lenkradheizung und Temperaturregelung auf einem Tablett flach unter dem Bildschirm angeordnet. Und dass wir den Lautstärkeregler lobend erwähnen müssen, ist an sich schon ein Armutszeugnis für viele andere neue Autos.

Dazu gibt’s auf Wunsch zeitgemäße Extras wie ein Head-up-Display, eine 360-Grad-Kamera und natürlich die Möglichkeit, ein Smartphone kabellos zu laden und per Apple Car Play oder Android Auto ins Bordsystem zu spiegeln. Das alles klappt intuitiv, sodass sich hier jeder schnell zurecht findet. Schon das dürfte Opel schnell Aufträge von Autovermietern bescheren.

Opel Astra ST 2022 Foto: Opel
Der Kombi kostet 925 Aufpreis und ab sofort auch bestellbar

Dass man beim Raumangebot nichts anbrennen lässt, war zu erwarten. Wegen des im Vergleich zum Vorgänger größeren Radstand hat man nun auch hinten üppig Platz. Und dass der 4,64 Meter lange Sports Tourer im Flottengeschäft seinen Weg macht, dürfte bei 597 bis 1.634 Liter Kofferraumvolumen sicher sein. Beim Plug-in-Modell klaut die Batterie unter dem Ladeboden den herkömmlichen Antrieben zwar ein paar Liter Stauraum. Doch wird die geteilte Lehne umgeklappt, findet sich auch hier unter der weit aufschwingenden Klappe ein durchgehend ebener Laderaum.

Peugeot 308 SW (2021) im Fahrbericht
Vernünftig und chic

Fährt man Astra und 308 direkt hintereinander, so fallen die Unterschiede auf. Der Opel fühlt sich straffer an, liegt etwas satter auf der Straße. Außerdem unterscheidet Opel die Fahrmodi stärker. Auf Knopfdruck geht im Sport-Modus ein spürbarer Ruck durchs Auto, fühlt sich die Lenkung noch direkter an. Insgesamt ist der Astra leiser und komfortabler abgestimmt als bisher, fährt sich zudem agiler. Was auch am etwas kleineren Wendekreis liegt. Weniger gut gefällt die indifferente, schlecht dosierbare Bremse des Plug-in-Hybriden (30.085 Euro).

Der 180 PS starke Teilzeitstromer gehört zu Opels Plänen, die Marke zu elektrifizieren. Im Herbst folgt die Version mit 225 PS, und nächstes Jahr schiebt Opel einen vollelektrischen Astra nach. Doch auch an die Kilometerfresser wurde gedacht. Der 130 PS starke Diesel (23.320 Euro) hat alle Tugenden, die man von einem Dauerläufer erwartet. Besonders empfehlen können wir den Selbstzünder mit der komfortablen Achtgang-Automatik (25.336 Euro): Er ist laufruhig, leise und verbrauchte auf unserer ersten Runde laut Bordcomputer nur 4,7 Liter.

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Der eine oder andere Firmenwagen-Einkäufer mag den Sprung von Generation elf zu zwölf – wenn man den seit 1936 gebauten Kadett mitrechnet – als radikal empfinden. Aber beim genaueren Hinschauen blitzt die DANN von Opel doch durch. Es scheint, man hat in Rüsselsheim auch unter französischer Führung einen eigenen Weg gefunden.

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