Reifenmanagement

Was Reifenketten Flotten bieten

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Firmenkunden können fürs Reifenmanagement Rahmenverträge abschließen. Zusätzlich bieten die Reifenketten Dienstleistungen rund um den Firmenwagen wie UVV oder Führerscheinkontrolle.
 

Zählt Flottenmanagement nicht zu den Kernkompetenzen des Fuhrparkbetreuers, tut er gut daran, Dienstleistungen einzukaufen. Das Reifenmanagement beispielsweise. Sommer- und Winterreifen für eine Handvoll nur lokal eingesetzter Firmenwagen zu organisieren, ist keine größere Sache. Anspruchsvoller wird’s, wenn die Autos auf mehrere Niederlassungen verteilt und bundesweit unterwegs sind. Spätestens dann kommt der Punkt, an dem sich der Flottenbetreiber an eine der großen Reifenhandelsketten wendet. Über einen Rahmenvertrag bezahlt das Unternehmen für Reifen und Montage bundesweit einheitliche Preise. Die Fahrer werden auf Wunsch per Mail oder SMS an den Reifenwechsel erinnert, und vielfach kann das Unternehmen noch weitere Dienstleistungen wie Führerscheinkontrolle, Scheibenreparaturen oder Inspektionen dazubuchen.

Für welche Flotten Ganzjahresreifen sinnvoll sind

Einige Werkstatt- und Reifenketten wie Euromaster, ATU oder Pitstop schließen eigene Verträge mit den Firmenkunden ab, andere haben sich in größeren Verbünden organisiert. Wer beispielsweise mit der 4Fleet Group einen Vertrag abschließt, schickt seine Firmenwagen zu Premio, Quick oder den Reifendiensten von HMI. Fleet Partner arbeitet mit Pneuhage, Reiff und Vergölst zusammen. Die Kunden von Delticom bestellen online über Flotten24.de und werden bei 9.500 Reifendiensten bedient.

Sommerreifentest 2017 Test Ganzjahresreifen für die Golf-Klasse Für jedes Wetter

Externes Reifenmanagement bedeutet aber nicht, die Kontrolle komplett aus der Hand zu geben. Vielmehr gibt es die Chance, die Kompetenz des Dienstleisters zu nutzen. Große Reifendienste wie Euromaster oder ATU haben eigene Ansprechpartner für Firmenkunden. Im ersten Schritt sollten sie den potenziellen Kunden ausführlich beraten, bevor der einen Vertrag unterschreibt. "Neukunden fragen wir, wie ihr Fuhrpark aufgestellt ist. Handelt es sich um eine Funktionsflotte mit Transportern? Sind die Mitarbeiter regional oder bundesweit unterwegs?", sagt Jens Eigner, Großkundenbetreuer bei ATU.

Denn Einsatzort und -zweck bestimmen darüber, ob ein Fuhrpark saisonal Reifen wechseln oder auf Allwetterreifen setzen sollte. »Es gibt ein eindeutiges Nord-Süd-Gefälle«, sagt Eigner. "Im Norden kann man schon eher auf Ganzjahresreifen zurückgreifen. Im Mittelgebirge oder in schneereichen Regionen sollte man aus Sicherheitsgründen immer Winter- und Sommerreifen fahren." Auch reinen Außendienst- und User-Chooser-Flotten empfiehlt Eigner, umzurüsten: "Der Ganzjahresreifen muss das Beste aus zwei Welten vereinen. Das gelingt zwar immer besser, trotzdem bleibt er ein Kompromiss."

Sicherheit steht bei Großkunden an erster Stelle

Doch welchen Reifen sollte der Flottenmanager wählen? Auf Marken will sich Eigner nicht festlegen. ATU unterscheide in zwei Qualitätsstufen mit Premiummarken wie Continental, Michelin oder Goodyear im oberen Segment. Klassische Zweitmarken wie Semperit oder Uniroyal bedienen die zweite Stufe. Vom Preis alleine sollten sich Flottenmanager nicht leiten lassen: "Premiumreifen haben eine höhere Laufleistung, was im Zweifel den Aufpreis wettmacht." Die nötigen Erfahrungswerte liefere die Datenbank des Dienstleisters.

Wissen die Berater zusätzlich, wie und mit welchem Auto der Fahrer unterwegs ist, können sie Gummis speziell für diesen Einsatz empfehlen. "Der Fahrer eines schnellen Mittelklassewagens hat andere Ansprüche als der eines Servicefahrzeugs, das häufig im Stop-and-go unterwegs ist", sagt Eigner. Wie aber steht’s mit Billigreifen aus chinesischer Produktion, die mittlerweile verstärkt auf den Markt drängen? "Bei Flottenmanagern sind die kein Thema", winkt Eigner ab. "Sicherheit steht bei Firmenkunden im Vordergrund, sie setzen auf Markenprodukte."

Continental baut Öko-Reifen Gummi aus Löwenzahn

Ketten wie ATU oder Euromaster kaufen zigtausend Reifen im Jahr, mit entsprechenden Nachlässen. Einen Teil ihrer Rabatte geben sie an die Firmenkunden weiter. "ATU verlangt auch keine Managementgebühr. Unsere Kunden bezahlen ausschließlich den Reifen und die damit verbundene Dienstleistung", sagt Eigner. Und wer es sich ganz einfach machen will, wählt den Reifenservice als monatliche Pauschale, was speziell bei geleasten Firmenwagen praktisch ist. So lassen sich die Kosten bis zur Abgabe des Fahrzeugs auf den Cent genau berechnen.

Da Vielfahrer mindestens einmal, eher zweimal pro Jahr beim Reifenhändler vorfahren, kann der auch gleich noch weitere Dienstleistungen übernehmen. So gehört die Führerscheinkontrolle längst zum Standardangebot der meisten Werkstätten, ebenso die UVV-Prüfung. Wer’s ganz bequem haben will, bucht gleich den Werkstatt- und Reparaturservice dazu. Da sollte man allerdings ganz genau rechnen und die Kosten mit den Großkunden­konditionen und Dienstleistungen der Herstellerbetriebe vergleichen.

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