Renault Austral (2023) Test So fährt der Kompakt-SUV

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Neuer Name, neue Technik: Der Nachfolger des Kadjar heißt Renault Austral und geht mit klassischem Hybridantrieb ins Rennen um die Kompaktklasse. Diesel und Stecker gibt’s nicht.

Der Anspruch ist ambitioniert. Man wolle das C-Segment zurückerobern, heißt es bei Renault unumwunden. Für dieses strategische Ziel bekommen die Crossovermodelle Arkana und das E-Auto Mégane E-Tech EV nun im Austral einen weiteren hochbeinigen Mitstreiter. Schließlich ist kaum ein Terrain so heiß umkämpft wie das der Kompakt-SUV. Und beim Angriff auf den schier übermächtigen VW Tiguan hatte der Vorgänger Kadjar wenig zu bestellen.

Kurven fahren macht Spaß, und selbst wenn man es übertreibt, bleibt der Wagen gut beherrschbar

Nun also die nächste Attacke, aber mit deutlich anderer Stoßrichtung. Während viele Hersteller mindestens ein Plug-in-Modell in ihren Reihen haben, verlassen sich die Franzosen nun auf klassische Elektro-Unterstützung ohne Zugang zur Steckdose. In den Mild-Hybriden (140 und 160 PS) greifen Startergenerator samt 12-Volt-Akku dem Vierzylinder-Turbo unter die Kolben, bei der Vollversion wird ein 130 PS starker Dreizylindermotor mit nur 1,2 Litern Hubraum von zwei E-Motoren auf 200 PS geboostert. Bittere Pille für Dienstwagen-Vielfahrer: Selbstzünder haben ausgedient.

Stolze Raute, wuchtiges Heck: der Austral zeigt sich kämpferisch

Die Rhombus-Nase stolz gereckt, zeigt sich der 4,51 Meter lange Austral wuchtig, mit hohen Schultern, kurzen Überhängen und bis zu 20 Zoll großen Rädern. Zwei Bildschirme dominieren das Cockpit: ein flacher über dem Lenkrad und das stehende Multi-Media-Display. In der Mitte verschmelzen sie zu einem spiegelverkehrten, bis zu 774 Quadratzentimetern großen liegenden „L“. Lediglich die Basisausstattung Equilibre verfügt über einen querformatigen 9-Zoll-Monitor.

Üppig Platz, verschiebbare Rückbank

Auch in zweiter Reihe hat’s dank 2,67 Metern Radstand üppig Platz vor 430 Litern Kofferraum. Wer die Beinfreiheit hinten nicht braucht, schiebt die Bank 16 Zentimeter nach vorne und vergrößert den Laderaum auf 550 Liter. Mit flachgelegten Lehnen packt der Austral sogar 1,45 Kubikmeter Gepäck weg. Die Mild-Hybride kommen auf 575 und 1525 Liter.

Vor allem vorne aber lässt sich genießen, was Renault unter Anspruch versteht: nicht Tempo und Sportlichkeit, sondern gepflegtes Fortkommen mit viel Liebe zum Detail und einem Hauch französischer Finesse. Doppelt gesteppte Ziernähte, reichlich Umschäumtes, farblich abgesetzte Gurte und eine Armauflage, die an den Schubregler eines Jets erinnert und sich im leicht rastenden Modus einer Lünette verschieben lässt. Und selbstverständlich kann man mit dem Austral auch sprechen.

Zwei Bildschirme dominieren das Cockpit: ein flacher über dem Lenkrad und das stehende Multi-Media-Display.

Allerdings geht im Kommandostand Design schon mal vor Funktion. Eine Mittelkonsole in Kellerwandstärke hält man bei Renault offenbar für einen Ausweis imposanter Gestaltung. Sieht gut aus, ist aber unpraktisch, da man sich bei schnellem Lenkeinschlag dort gerne den Ellbogen anschlägt. Und eine traditionelle Zeiger-Variante für Tempo und Drehzahl hätten die Renault-Ingenieure durchaus ins digitale Cockpit programmieren dürfen.

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Dass der Wagen zügig vorankommt, liegt weniger am automatisierten Multi-Mode-Getriebe, sondern am moderaten Gewicht von rund 1,5 Tonnen. Allerdings ist die Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf Tempo 174 limitiert. Aber die Hybrid-Technologie mit ihrer vierstufigen Rekuperation bewährt sich ohnehin am ehesten in der Stadt.

Wendig dank Allradlenkung

Apropos City: Gut investiert sind 1.260 Euro (alle Preise netto) für eine Allrad-Lenkung, die bei Schritttempo den Wendekreis auf Clio-Niveau von 10 Metern reduziert und bei zügiger Fahrt für zusätzliche Fahrstabilität sorgt. Da nimmt man auch das etwas sehr unrund geratene Volant in Kauf.

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Abgestimmt ist der Wagen durchaus komfortabel, aber keineswegs sänftig und damit erfreulich unfranzösisch. Kurven fahren macht Spaß, und selbst wenn man es übertreibt, bleibt der Wagen gut beherrschbar. Insgesamt bietet dieser Renault einen guten Mix für die gepflegte Tour und den kleinen Kurvenhunger zwischendurch. Nur Allradantrieb ist nicht im Angebot. Ansonsten gilt wie bei jedem Auto: Wer weniger Druck macht, kommt am Ende weiter.

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Preise ab rund 25.000 Euro

Die Türen für die Mild-Hybriden öffnen sich ab 25.126 Euro, der besser ausgestattete Voll-Hybride kostet fast 34.000 Euro. Das ist nicht ganz billig, doch dafür bekommt man reichlich was geboten. Assistenzsysteme etwa. Je nach Ausstattung wahrt Renaults Jüngster Tempo und Abstand, beachtet Kreisverkehre, leuchtet per LED-Matrix tief in die Nacht, späht in Querverkehr und tote Winkel und wirft im Notfall den Anker. Immerhin zieht der Austral also gut gerüstet in die Schlacht.

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