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Sicherheit Die wichtigsten Assistenzsysteme

Foto: Evgeniy & Karina Gerasimovi/adobestock

Wenn Fahrer an ihre Grenzen stoßen, übernehmen häufig Assistenzsysteme. Bleibt die Frage: Was bringen Sie wirklich und wer nutzt sie? Eine Studie von HEM gibt Aufschluss.

Assistenzsysteme machen den Straßenverkehr immer sicherer, aber auch bequemer: Einparkhilfe, Tempomat, Stauassistent oder automatisches Fernlicht – die Liste ist lang. Doch im Fokus stehen vor allen die digitalen Features, die im Ernstfall auf potenzielle Gefahren reagieren und Unfälle vermeiden können. Aus diesem Grund gelten Assistenzsysteme ab 2024 europaweit als gesetzlich vorgegebener Standard bei Neuwagen.

HEM-Studie: Assistenzsysteme – was können sie (nicht) und wer nutzt sie?

Doch wie wirksam sind diese Fahrzeugfunktionen wirklich? Welche elektronischen Zusatzeinrichtungen finden bereits Anwendung auf der Straße und welche unter ihnen gehören zu den beliebtesten? Im Rahmen einer aktuellen Studie der Tankstellenkette HEM mit dem Thema „Assistenzsysteme – was können sie (nicht) und wer nutzt sie?“ wurden 2.036 Personen über 18 Jahren dazu befragt, wie sie der Nutzung dieser Fahrzeugsysteme gegenüberstehen.

26 Prozent weniger Unfälle

Obwohl sich ein Großteil der Befragten (85 Prozent) beim Autofahren sicher fühlt, verfügen etwa 60 Prozent aller Teilnehmer über Fahrzeuge mit assistierenden Funktionen. Eine gute Bilanz für die Sicherheit im Straßenverkehr, denn jedem Vierten (26 Prozent) blieb bereits ein Unfall dank dieser Systeme erspart. Lediglich etwa ein Drittel der Teilnehmer steht digitalen Fahrzeugfunktionen und der für 2024 vorgesehenen Pflicht für Neufahrzeuge kritisch gegenüber, da der Sicherheit im Straßenverkehr damit allein nicht geholfen sei (30 Prozent) oder datenschutzrechtliche Bedenken bestehen (9 Prozent).

Safety first: Das sollte ein Fahrzeug können

Assistenzsysteme gehören mittlerweile zum Autofahren dazu und sorgen dafür, dass sich rund 59 Prozent der Teilnehmer sicherer im Straßenverkehr fühlen und an Fahrkomfort gewinnen. Zu den beiden meistgenutzten Systemen gehört der Tempomat (62 Prozent) und die Einparkhilfe (53 Prozent). Auch der Spurhalteassistent (39 Prozent) zählt zu den verbreiteten Funktionen, die bei Fahrzeugen bereits Anwendung finden. Als meist geschätzte und am wichtigsten wahrgenommene Funktion hingegen gilt der Notbremsassistent (57 Prozent), gefolgt vom Totwinkelassistenten (45 Prozent) sowie dem Abstandtempomaten (41 Prozent) – Systeme, die weniger dem Komfort der Autofahrer, sondern vor allem der allgemeinen Sicherheit im Straßenverkehr zugutekommen. Dazu zählt zudem die Müdigkeitsüberwachung mithilfe einer digitalen Fahrzeugfunktion (37 Prozent), die bei Autofahrern ebenfalls einen hohen Stellenwert in Bezug auf die Verkehrssicherheit einnimmt.

KI-basierten Systeme im Kommen

Mit Blick auf die Zukunft können Autofahrer weitere Innovationen erwarten, die im Alltag auf der Straße unterstützen und dabei auf ausgefeilte Technologien zurückgreifen. Erwartungen und Bedarf nach vielseitigen Assistenzsystemen besteht bereits: Etwa 56 Prozent der Befragten sehen in KI-basierten Systemen, wie zum Beispiel die Erkennung von Warnsignalen, ein großes Potenzial. Ferner würden 71 Prozent der Teilnehmer eine Wegfahrsperre bei zu hohem Alkoholkonsum befürworten und somit einem großen Risikofaktor im Straßenverkehr entgegenwirken.

Deutsche Tamoil GmbH Foto: Deutsche Tamoil GmbH
Safety first: Als meistgeschätzte und am wichtigsten wahrgenommene Fahrzeugfunktion gilt der Notbremsassistent.

Teuer darf Sicherheit (nicht) sein

Dass Assistenzsysteme in Zukunft zur verpflichteten Standard-Ausführung bei Neuwagen gehören, kann zur Folge haben, dass sich die Kosten eines Fahrzeugs erhöhen. Für etwa 18 Prozent der Befragten kein Problem, denn wenn es um Sicherheit geht, sei kein Cent zu viel. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) ist immerhin bereit, ein paar hundert Euro mehr für nötige Fahrzeugfunktionen zu zahlen. Für 28 Prozent der Befragten hingegen gilt Sicherheit nicht als Luxusgut und sollte nach Einführung der gesetzlichen Pflicht für Assistenzsysteme beim Kauf von Neuwagen nicht zusätzlich angerechnet werden. Obwohl zukunftweisende Innovationen ihren Preis haben, steht die Sicherheit im Straßenverkehr an erster Stelle. In welchem Umfang Fahrzeugfunktionen zukünftig weiteren Mehrwert für Autofahrer schaffen, ohne dabei preisliche Kompromisse einzugehen, zeigt sich 2024 mit der Einführung der gesetzlichen Pflicht von Fahrassistenzsystemen bei neuen Fahrzeugen.

Hintergrund

Die Marktforschungsstudie zum Thema „Assistenzsysteme – was können sie (nicht) und wer nutzt sie?“ wurde von der Tankstellenkette HEM im Dezember 2022 mit 2.036 Personen über 18 Jahren durchgeführt.