Skoda Enyaq iV 80X Test (2022)

Mehr Grip mit Allradantrieb

Skoda Enyaq 2021 Foto: Skoda 16 Bilder

Große Batterie und zweiter Motor: Wie schlägt sich die stärkste Version des Skoda Enyaq im Praxistest?

Es läuft richtig gut für Skoda: Bis Ende November wurden fast 12.000 Enyaq zugelassen, 500 mehr als vom VW-Pendant ID.4. Jetzt trudelt der Enyaq 80X bei den Händlern ein und dürfte den Verkauf an Viel- und Geschäftswagenfahrern nochmals pushen. Schon wegen des Allradantriebs, auf den die anderen Versionen verzichten müssen. Im 80X gesellt sich zum 204-PS-Aggregat der Hinterachse ein weiterer Motor vorne. Beim Kickdown oder wenn Grip benötigt wird, boostet der vordere E-Motor bis zu 109 PS dazu. Gemeinsam schieben die beiden den 2,4-Tonner dann mit maximal 265 PS an. Der Antrieb passt, gerade auch dann, wenn Grip benötigt wird – auf Schnee oder bei Regen, denn die Pferdestärken lassen sich hervorragend kontrollieren.

Damit bleibt der Tscheche weit entfernt von brachialen Leistungsabgaben eines Tesla Model Y (514 PS) und bewegt sich eher auf Niveau des Ford Mustang Mach-e (269 PS). Allerdings nur leistungsmäßig, denn sein Basispreis von 39.495 Euro belastet das Firmenwagen-Budget mit gut 6.500 Euro weniger als der Ford.

Skoda Enyaq 2021 Foto: Skoda
Crystal Face nennt Skoda den beleuchteten Frontgrill. Kostenpunkt für den Sportline: 538 Euro inklusive Matrix-LED-Licht

Abgesehen vom Allradantrieb unterscheidet sich das Grundpaket des 80X nicht. Im Boden sitzt der gleiche 82 kWh große Akku (77 kWh nutzbar), der bei Bedarf mit bis zu 125 kW lädt und der selbst bei den winterlichen Testbedingungen im Dezember stabil für rund 320 Kilometer Reichweite gut ist (Testverbrauch 200 km lange firmenauto-Normrunde: 26,7 kWh/100 km bei 0 Grad Celsius).

Sein tiefer Schwerpunkt und das hohe Gewicht lässt den Wagen satt auf der Straße liegen und verhindern, dass sich die Fuhre in Kurven aufschaukelt. Trotz der empfehlenswerten Sportline-Ausstattung (3.067 Euro, 20-Zoll-Räder, Sportfahrwerk, Progressivlenkung, Matrix-Licht und vieles mehr) federte unser Testwagen sehr komfortabel. Ob man tatsächlich das adaptive Fahrwerk (420 Euro) braucht? Eher nicht. Einen nennenswerten Unterschied zwischen „Normal“ und „Comfort“ ist kaum zu merken. Nur im Sportmodus geht ein spürbarer Ruck durchs Fahrzeug. Doch selbst dann bleibt der Komfort nicht auf der Strecke.

Praktisch sind die Schaltwippen hinterm Lenkrad, um die Rekuperation zu regeln. So fährt man in der Stadt mit Wahlhebel auf „B“ und regelt die Bremsleistung mit dem Strompedal. Über Land, wenn man kurz vor einer Kurve Speed herausnehmen will, reicht ein schneller Klick mit der rechten Hand. Aktive, vorausschauende Fahrer schaffen so selbst bei winterlichen Temperaturen Verbräuche um 25 kWh auf langer Strecke. In der Stadt sind 20 kWh machbar.

Skoda Enyaq 2021 Foto: Skoda
Sportline-Ausstattung mit abgeflachtem Lenkrad

Die weiteren Qualitäten hat der Enyaq bereits im Vergleichstest mit dem VW ID.4 gezeigt: Das im Vergleich zum VW bessere Raumangebot samt größerem Kofferraum, die liebevollere Verarbeitung und die Skoda-üblichen Nettigkeiten wie dem Eiskratzer in der Heckklappe oder dem Regenschirm in der Tür. Dazu gibt’s jede Menge Ablagen sowie Türfächer, in die 1,5-Liter-Pullen passen. Lange Strecken mit Kollegen oder Familie lassen sich sehr entspannt zurücklegen, dank Vernetzung und Wlan-Hotspot ist die Unterhaltung gesichert.

Hohen Unterhaltungswert bietet allerdings das Infotainmentsystem auch, wenn der Beifahrer auf den Bildschirm herumtatscht und aus Versehen die slider-basierte Lautstärke verstellt. Oder der Fahrer nach Schnelladern auf der Route fragt und 3,7-kW-Stationen genannt bekommt, die er längst passiert hat. Kleiner Tipp, wenn das System bei einer 700-Kilometer-Route ausgerechnet 50-kW-Charger als Zwischenstopps vorschlägt, obwohl der Wagen 125 kW verträgt: Einfach "weitere" anklicken und passende Schnelllader manuell in die Route einbauen.

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Clever und geräumig

Aber der VW-Konzern hat Abhilfe in Form eines umfassenden Updates angekündigt. Dann zeigt der Richtungspfeil der Navigation hoffentlich nicht mehr in die entgegengesetzte Fahrtrichtung und wird in der Kartenmitte und nicht im unteren Beschnitt angezeigt.

Besser klappt’s mit dem Laden: Mit einem Klick lässt sich die Lademenge auf 80 Prozent begrenzen, um die Batterie zu schonen. Wer mit 20 Kilometern Restreichweite beziehungsweise fünf Prozent Ladestand das Starkstromkabel anschließt, hat nach rund 30 Minuten schon wieder Saft für gut 200 Kilometer gebunkert.

Ladekurve Skoda Enyaq 80X Foto: ETM/firmenauto
Vom Start weg lädt der Skoda mit über 100 kW und bleibt bis 45 Prozent Batteriefüllstand bei über 100 kW. Die maximale Ladeleistung von 129 kW schaffte der Enyaq nach acht Minuten zwischen 23 und 30 Prozent Akkufüllung. Von 5 bis 80 Prozent Akkustand benötigt der Wagen 35 Minuten. In der Zeit hat er Strom für rund 220 km geladen.

Ebenso einfach kann man Ladezeiten oder die Standheizung programmieren beziehungsweise über die fahrzeugbezogene App steuern. Was fehlt? Ein Frunk – also ein Fach unter der vorderen Haube – fürs Ladekabel. Das kann im Heck zwar in einem separaten Fach unterm Boden verstaut werden, muss dann aber umständlich rausgekramt werden, wenn der Wagen voll beladen ist.

Das firmenauto-Fazit: Die große Batterie ist im Geschäftswagen ein Muss und erlaubt selbst bei zügiger Fahrt locker Reichweiten um 300 Kilometer. Der Allrad kostet für günstige 1.890 Euro bringt auch gleich 61 PS mehr Leistung, die dem schweren Wagen gut tun. Ansonsten bietet Skoda jede Menge Extras an, die Fahrer von Firmenwagen zu schätzen wissen, beispielsweise das tolle Matrix-Licht (1.075 Euro) oder das Head-up-Display. Und wer öfters Kollegen mitnimmt, wählt die beheizbaren Rücksitze.

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