Test Kia Rio 1.0 T-GDI Dream-Team

Kein Schnickschnack

Kia Rio 1.0 T-GDI Foto: Kia 9 Bilder

Der Kia Rio verzichtet auf Extravaganzen wie ein digitales Cockpit. Das schadet ihm aber nicht, wie der Test des 100 PS starken Benziners zeigt.

Kia gehört zu den Marken, die immer wieder verblüfft. Auf der einen Seite stellen sie einen Stinger auf die Räder, ein scharfes Auto, das alle Blicke auf sich zieht. Und dann haben die Koreaner den Rio im Programm. Einen klassischen Kleinwagen mit Schrägheck, der in der Masse schicker Crossover-Modelle und SUV unterzugehen droht. Schade wär’s, denn eigentlich macht der gut vier Meter lange Kia eine gute Figur. Nur dass er eben nicht auf Show macht. Der Wagen punktet mehr mit klassischen Werten. Dem Platzangebot etwa: In kaum einem anderen Kleinwagen sitzen vier Erwachsene so entspannt. Und auch der Kofferraum packt mit seinen 325 Liter Volumen eine Tasche mehr als beispielsweise Ford Fiesta (269 Liter) oder Opel Corsa (280 Liter). Nur der VW Polo ist noch einen Tick größer. Und auch die Lademöglichkeit des Kia passt. Lehne umklappen, schon hat man einen komplett flachen Boden ohne störende Kante.

Per Smartphone navigieren anstatt mit der teuren Navi

Und das Cockpit? Kein Blingbling, kein Farbdisplay, sondern gut ablesbare, klassische Rundinstrumente. Oben auf der Mittelkonsole sitzt der sieben Zoll große Bildschirm für die Rückfahrkamera und die selbst erklärende Navi (916 Euro, alle Preise ohne Mehrwertsteuer). Wer geld sparen will, verzichtet auf die Navi und investiert 495 Euro ins Connectivity-Paket. Dann lässt sich er über Apple Car Play beziehungsweise Android Auto mit Online-Daten des Smartphones ans Ziel lotsen.

Kia Rio 1.0 T-GDI Foto: Kia
Billiger als die Navi ist aber Apple Car Play beziehungsweise Android Auto. Dann nutzt man sogar Online-Daten für die Navigation.

Dream-Team ist die dritte von sechs Ausstattungsversonen und die empfehlenswerteste. Tempomat, Klimaautomatik, beheizbares Lenkrad, Bluetooth, Parkpiepser hinten und der höhenverstellbare Fahrersitz sind bereits inbegriffen – was braucht man mehr? Ein paar Assistenten vielleicht. Die gibt’s für 1.000 Euro im Sicherheitspaket. Damit bremst das Auto bei Auffahrgefahr selbst, erkennt auf die Straße laufende Fußgänger, hält die Spur und blendet automatisch auf und ab.

Lange Strecken sind kein Problem

Manche Kleinwagen können mehr, parken selbstständig ein und aus, bringen Lack und Leder in den Innenraum. Dagegen wirkt die Hartplastiklandschaft des Kia ein wenig dröge. Damit kann man leben. Denn das, worauf es ankommt, passt: Sitzkomfort, Raumgefühl. Selbst nach sechs und mehr Stunden hinterm Steuer steigt man trotz der kernigen Federung entspannt aus.

Kia Rio 1.0 T-GDI Foto: Kia
Großzügige Platzverhältnisse, bequeme Sitze.

Mit dem 100 PS starken Turbomotor ist der Rio spritzig unterwegs. Zudem läuft er für einen Dreizylinder mit nur einem Liter Hubraum erstaunlich ruhig. Nur sparsam ist der Euro 6d-Temp-Motor nicht. Auf unserer defensiv gefahrenen Verbrauchsrunde genehmigt er sich zwar nur 6,1 Liter, gerade mal 0,3 Liter mehr als der WLTP-Normverbrauch. Nach 1.400 Testkilometern zeigt der Bordcomputer aber einen Schnitt von 7,7 Litern. Was wieder einmal beweist: Weniger Hubraum bedeutet nicht unbedingt weniger Verbrauch. Auch das etwas hakelige Fünfganggetriebe überzeugt nicht wirklich.

14.580 Euro kostet der 1.0 T-GDI Dream-Team. Mit allen sinnvollen Extras kommt der Kleinwagen auf rund 16.000 Euro. Dafür gibt es auch einen gleichwertig ausgestatteten Opel Corsa oder Ford Fiesta. Auch hier verblüfft Kia: Billig war gestern.

Kia Rio 1.0 T-GDI Foto: Kia
Knackiges Heck, sichere Fahreigenschaften.
Technische Daten
Kia Rio 1.0 T-GDI 100
Motor und Kraftübertragung
Zylinderzahl / Motorbauart 3-Zylinder Reihenmotor
Hubraum 998 cm³
Leistung 100 PS (74 kW) bei 4500 U/min.
max. Drehmoment 172 Nm bei 1500 U/min.
Antriebsart Vorderrad
Getriebe 5-Gang manuell
Schadstoffeinstufung Euro 6d-Temp
CO2-Ausstoß 109 g/km
Kraftstoff Super
Preis
Nettopreis 14.580,- €
Abmessungen und Gewichte
Radstand 2580 mm
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4065 × 1725 × 1450 mm
Kofferraumvolumen 325 - 980 l
Leergewicht gemessen 1155 kg
Zuladung 445 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1600 kg
Karosserie
Typ Fließheck
Testwagenbereifung
Reifen (vorne/hinten) 195/55 R 16 / 195/55 R 16
Verbrauch
Verbrauch 4,80 l/100 km
Betriebskosten
20.000 km/60 Monate 40.000 km/36 Monate
Basisdaten
Preis ohne Mehrwertsteuer 14.580,- € 14.580,- €
Betriebsnotwendiges Kapital 11.138,- € 11.123,- €
Teuerung Fahrzeugpreis 2.322,- € 1.352,- €
Feste Kosten (€/Jahr)
Kapitalverzinsung 936 934
Abschreibung 936 934
Kfz-Steuer 48 48
Typklasse HP/VK/TK 17/18/19 17/18/19
Haftpflichtversicherung 994 994
Kaskoversicherung 722 722
Unterstellung/Garage 564 564
Summe feste Kosten (€/Jahr) 5.183 6.306
Summe feste Kosten (ct/km) 25,9 15,8
Variable Kosten (ct/km)
Kraftstoff 7,8 7,8
Reifen 2,2 2,2
Wartung/Reparatur/Pflege 9,8 5,5
Summe variable Kosten 19,9 15,6
Gesamtkosten
Gesamtkosten (ct/km) 45,8 31,4
Quellenangabe Betriebskosten
Quellenangabe Dekra Dekra
Zeitpunkt der Datenberechnung 9/2018 9/2018
Versicherungshinweis Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
Neues Heft
FA 12 2018 Titel
12/2018 16. November 2018 Inhalt zeigen
Who is Who Pkw
Who is Who Flottenmarkt

Das Nachschlagewerk für alle Flottenmanager.

Beliebte Artikel Mercedes B-Klasse 2019 Mercedes B-Klasse (2019) im Fahrbericht So fährt die neue B-Klasse Nissan Leaf 2 2018 Nissan Leaf 2 im Test Was 'ne Spaßbremse
Terminübersicht
firmenauto Terminkalender Flottentermine

Finden Sie Veranstaltungen, Seminare, Messen und Trucksport-Events in Ihrer Region.