Umfrage Betriebliche Mobilität Das sind die wichtigsten Trends

Foto: Ivanko_Brnjakovic@viaCanva

Von der Dominanz des Dienstwagens, bis zu neuen Perspektiven auf Geschäftsreisen: Die Umfrage des BBM bietet exklusive Einblicke in die Entwicklungen betrieblicher Mobilität – und was Kurzstreckenflüge, Videocalls und Tempolimit damit zu tun haben.

Was bewegt die Menschen in Deutschland? Diese Frage stand im Fokus der aktuellen Umfrage des Bundesverbands betriebliche Mobilität (BMM), die gemeinsam mit GLS Mobility zwischen Oktober und November dieses Jahres durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen mehr als 950 Personen an der Mobility Survey 2023 teil. Die Studie wurde im Rahmen der Nationalen Konferenz für betriebliche Mobilität in München vorgestellt.

Mehrheit für ÖPNV-Ausbau

Die Tatsache, dass das Auto sowohl beim Pendeln zum Arbeitsplatz (57,4 Prozent) als auch bei Dienstreisen (68,3 Prozent) an erster Stelle steht, überrascht nicht. Mehr als ein Fünftel der Befragten ist mit dem Rad unterwegs, ein paar wenige (2,8 Prozent) zu Fuß und knapp 18 Prozent mit den Öffentlichen. Dass dieser Anteil relativ gering ist, liegt wohl auch am ÖPNV-Angebot: mehr als ein Drittel der Befragten gibt die Schulnoten 5 und 6. Nur 11 Prozent finden das Angebot zwischen Arbeitsplatz und Wohnort sehr gut. Gleichzeitig ist mit 82 Prozent die Mehrheit dafür den ÖPNV und Schienenverkehr auszubauen.

12,2 Prozent reisen dienstlich im Privatwagen

Dazu passt die schlechte Bewertung der Bundesregierung im Bereich Verkehr: mehr als 70 Prozent vergeben die Schulnoten 4 bis 6. Etwas besser schneiden die Arbeitgeber beim betrieblichen Mobilitätsangebot ab. Knapp die Hälfte befindet die Möglichkeiten als gut. Derzeit werden 52,3 Prozent der Dienstreisen, die mit dem Auto absolviert werden, mit dem Dienstwagen unternommen, ein Drittel reist mit dem Poolfahrzeug und immerhin noch 12,2 Prozent mit dem Privatwagen.

60 Prozent für Tempolimit von 130 km/h

Aufhorchen lässt, dass 44 Prozent künftig auf Kurzstreckenflüge verzichten würden und mehr als die Hälfte gerne häufiger Videokonferenzen und Home-Office machen möchte. Darüber hinaus befürworten knapp 60 Prozent ein Tempolimit von 130 km/h. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur wird von weniger als der Hälfte der Befragten gefordert.

Viel Potenzial für bessere Mobilität

Die Mobility Survey 2023 zeigt, dass es noch viel Potenzial für die Verbesserung der betrieblichen Mobilität gibt. Unternehmen können beispielsweise den Ausbau des ÖPNV fördern, um die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln attraktiver zu machen. Auch die Förderung von Fahrgemeinschaften und die Bereitstellung von Diensträdern können dazu beitragen, den Verkehr zu reduzieren und die Umwelt zu schonen. Die Umfrage zeigt auch, dass Videocalls eine Alternative zu dienstlichen Reisen sein können und somit zur Reduzierung von Emissionen beitragen können.

Forderungen des Bundesverbands an die Politik

Die Entwicklung eines nachhaltigen betrieblichen Mobilitätsmanagements ist ein sehr komplexes Thema, das ein breites Spektrum an Know-how erfordert. Es reicht vom Wissen zum Fuhrparkmanagement über die Einbindung neuer Mobilitätsangebote wie Mobilitätsbudgets bis hin zum Geschäftsreisemanagement. Die Nutzung externer Expertise ist für Unternehmen häufig sinnvoll, um zu analysieren, welche Möglichkeiten zur besseren Erreichung von Nachhaltigkeitszielen bestehen. Hier müsste laut BMM das aktuelle Förderangebot ausgeweitet werden, vor allem im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen.

Bessere Analysen beim gewerblichen Mobilitätsbedarf

Der Ausbau des ÖPNV mit klarem Fokus auf Funktionalität für gewerbliche Mobilitätsbedarfe ist erforderlich. Ohne verbesserte Angebote im ÖPNV, für Pendler und andere Geschäftsreisende, wird eine Mobilitätswende nicht gelingen. Wir benötigen dringend eine Förderung für die Durchführung besserer Analysen des gewerblichen Mobilitätsbedarfs, bezogen auf die jeweiligen Standorte und eine bessere Vernetzung zwischen Verkehrsträgern.

Steuerliche Förderung, einfachere Regeln

Um gewerbliche Mobilität mit Elektrofahrzeugen sicherzustellen, bedarf es einer gezielten Betrachtung der Ladeinfrastruktur-Entwicklung für diesen Zweck. Die Frage der Entwicklung und Einführung der Elektro-Mobilität bei Transportern und Lkw ist von zentraler Bedeutung. Erleichterungen zur Einführung von Mobilitätsbudgets sind ebenfalls notwendig. In der Praxis ist dies jedoch erschwert, da die steuerlich abweichenden Regelungen erhebliche Mehraufwände bei der Administration mit sich bringen. Wir fordern daher eine Vereinfachung der Regeln für Mobilitätsbudgets und eine steuerliche Förderung analog einer Dienstwagensteuer für batterieelektrische Fahrzeuge.

Hintergrund zur Umfrage

Im Rahmen der Mobility Survey 2023 wurden 952 Teilnehmern aus Unternehmen unterschiedlicher Größen befragt. Die Umfrage entstand in Zusammenarbeit mit der GLS Mobility GmbH. Dabei ging es um folgende Kernthemen: Was bewegt die Menschen in Deutschland? Wie sind wir unterwegs? Was können wir tun? Wie denken die Menschen über berufliche Mobilität? Die nicht repräsentative Umfrage fand zwischen Oktober und November 2023 statt.

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