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Leasing: Welcher Leasingvertrag ist richtig?

Bei Leasingverträgen kommt es nicht nur auf die Höhe der Monatsrate an. Ob Restwert- oder Kilometervertrag, offene oder geschlossene Kalkulation – FIRMENAUTO sagt, worauf es bei den verschiedenen Vertragsarten ankommt.

Leasingrate, Laufleistung, Anzahlung und Vertragsdauer – hier fällt es vielen Fuhrparkmanagern schwer, den Überblick zu behalten. Schließlich laufen Leasingverträge in der Regel über drei Jahre. Doch bevor es in die Details geht, stehen Flottenmanager vor der Entscheidung: Restwert- oder Kilometervertrag – welchen sollen sie abschließen?

 Restwertvertrag

Beim Restwertvertrag legt der Leasinggeber zu Vertragsbeginn den voraussichtlichen Wert des Autos am Vertragsende fest. Dieser geschätzte Restwert ist die Basis der monatlichen Leasingraten. Dabei gilt: je geringer der geschätzte Wertverlust, desto niedriger die Leasingraten. Am Vertragsende vergleicht die Leasinggesellschaft den kalkulierten Wert mit dem tatsächlichen Zeitwert des Wagens. Liegt der Verkaufserlös über dem kalkulierten Restwert, bekommt der Leasingnehmer 75 Prozent des Mehrerlöses. Ist das Fahrzeug weniger wert, muss der Kunde für die Differenz aufkommen. Tipp: Die Höhe des vereinbarten Restwerts sollte deshalb dem erwarteten Zeitwert bei Vertragsablauf entsprechen oder tendenziell höher angesetzt werden. Damit vermeiden Flottenbetreiber nachträgliche Kosten.Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn der Restwertvertrag mit einem Andienungsrecht gekoppelt wird. Hierbei kann die Leasingfirma nach Ende der Grundmietzeit über das Auto verfügen und verlangen, dass der Leasingnehmer das Auto zu dem bei Vertragsbeginn fest vereinbarten Kaufpreis erwerben muss. Das wird gerne bei extravaganten und voll ausgestatteten Dienstwagen praktiziert, die sich später nur schwer wieder verkaufen lassen.

 

Kilometervertrag

Dagegen gelten Kilometerverträge in der Regel als unproblematisch. Hier vereinbaren Leasinggesellschaft und Flottenbetreiber lediglich Vertragsdauer und Laufleistung – also beispielsweise 36.000 Kilometer in drei Jahren. Endet der Vertrag, wird das Fahrzeug einfach zurückgegeben. Hat der Kunde die Bedingungen eingehalten, gibt es meistens keine Probleme. Hat der Wagen dagegen mehr Kilometer auf dem Tacho als vereinbart, muss der Kunde draufzahlen. Dafür bekommt er bei geringerer Laufleistung Geld zurück. Die Kulanzspanne beträgt nach oben und unten jeweils 2.500 Kilometer.Bei der Abrechnung wird allerdings häufig ein unterschiedliches Maß angelegt: Für jeden Mehrkilometer kassieren die Leasinggesellschaften meist zwischen 30 und 50 Prozent mehr, als sie für Min­derkilometer erstatten. Es gibt aber auch Firmen wie zum Beispiel Sixt Leasing, die für Minder- und Mehrkilometer den gleichen Satz anlegen.Stellt sich während der Laufzeit heraus, dass mit dem Auto mehr gefahren wird, als vereinbart wurde, kann der Vertrag jederzeit auf das höhere Niveau umgestellt werden. Achten Sie unbedingt darauf, dass auch bei Kilometerverträgen ein kalkulierter Restwert genannt wird. Andernfalls besteht auch bei diesen Verträgen die Gefahr, dass es Streit be­züglich des Erhaltungszustands gibt. Mit der Folge, dass der Kunde ebenfalls für Wertminderungen unerwartet nachzahlen muss.

 Offene oder geschlossene Kalkulation

Mittlerweile schließen Unternehmen rund ein Drittel der Leasingverträge mit einem oder mehreren Full-Service-Modulen ab. Das heißt, sie beschränken sich nicht allein auf die Finanzierung, sondern nutzen Dienstleistungen wie Wartung und Verschleiß, Kraftstoffmanagement, Reifenservice, Versicherungs- und Schadenmanagement. Hierfür bieten einige Leasinggesellschaften zwei Abrechnungsmöglichkeiten: die geschlossene und die offene Kalkulation. Bei der geschlossenen Kalkulation vereinbaren Leasinggeber und Kunde eine monatliche Rate, die während der gesamten Vertragslaufzeit konstant bleibt. Der Leasingnehmer zahlt einen festen Preis pro Kilometer. Bei Vertragsende wird lediglich die tatsächliche Kilometerzahl mit der vertraglich vereinbarten Fahrleistung verglichen. Minderkilometer werden vergütet, für Mehrkilometer muss der Kunde nachzahlen. Allerdings besteht bei der geschlossenen Kalkulation die Gefahr, dass der Kunde eventuell zu viel bezahlt, damit der Dienstleister auf seine Kosten kommt.Bei der offenen Kalkulation dagegen addiert die Leasingfirma die monatlichen Beträge für die einzelnen Dienstleistungen abhängig von Laufzeit und Kilometerleistung. Auf dieser Basis werden dann die monatlichen Leasingraten berechnet. Bei Vertragsende werden die tatsächlichen Kosten den geleisteten Zahlungen gegenübergestellt. Empfehlenswert ist die offene Kalkulation dann, wenn der Kunde davon ausgeht, am Ende zu viel bezahlt zu haben. In diesem Fall bekommt er Geld zurück. Hatte er aber beispielsweise mehrere Unfälle und sind deshalb die Versicherungsbeiträge überproportional gestiegen, bittet ihn die Leasingfirma zur Kasse.

Einsparpotenziale

Vertragsform: Lassen Sie sich die Vor- und Nachteile der Vertragsformen erläutern: Teilamortisation (Restwert-, Kilometervertrag), Vollamortisation mit Kauf- und Verlängerungsoption, kündbarer Vertrag, vor- oder nachschüssige Zahlung. Weist Ihr Unternehmen während eines Jahres extreme Umsatzschwankungen auf, so fragen Sie nach nicht linearem Ratenverlauf, quartalsweiser Zahlung, saisonalen Raten oder mietfreien Zeiten. Achten Sie darauf, dass Ihre Interessen gewahrt werden und nicht die des Leasinggebers.

Ausstattung

Übermäßig ausgestattete Dienstwagen lassen sich nicht nur schwer wieder verkaufen und haben häufig höhere Betriebskosten. Selbst Dachgepäckträger und Anhängerkupplung erhöhen Spritverbrauch und Reifenverschleiß. Modell-Mix: Je kleiner der Fuhrpark, desto sinnvoller ist es, nur ein Fabrikat zu bevorzugen. So kommen Sie schneller zu günstigeren Einkaufskonditionen und damit niedrigeren Leasingraten. Die Verwaltung des Fuhrparks wird vereinfacht, Reparaturen und Ersatzteilbeschaffungen lassen sich preiswerter organisieren.

Optimaler Ersatzzeitpunkt

Der Wertverlust eines Neuwagens nimmt überproportional degressiv ab. Auf der anderen Seite entwickeln sich die Reparaturkosten progressiv mit dem Alter. Das hat auch Auswirkungen auf die Leasingrate. Diese Progression setzt ungefähr im dritten Jahr ein. Der optimale Ersatzzeitpunkt ist erreicht, wenn die Addition von Wertverlust und Reparaturkosten am niedrigsten ist. Lassen Sie sich also von der Leasinggesellschaft Angebote für unterschiedliche Laufzeiten machen.

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Datum

15. September 2010
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