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Praxis Kögel Bau: "E-Autos sind ein Gewinn fürs Image"

Neue Konzepte haben im Fuhrpark von Kögel Bau Konjunktur. Nach guten Erfahrungen mit Carsharing wagt sich Flottenchef Peter Kögel jetzt mit dem BMW i3 auf antriebstechnisches Neuland.

Den Job von Peter Kögel hätte vermutlich mancher Fuhrparkleiter gerne. Schließlich hält der Betriebswirt nicht nur die automobilen Fäden in dem Bauunternehmen Kögel aus Bad Oeynhausen in der Hand. Kögel ist auch Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortet die Bereiche Einkauf, Personal und Logistik. Bei Fragen rund um den Fuhrpark sitzen daher in seiner Person stets auch der Einkaufschef, der Leiter der Personalbteilung und ein Geschäftsführer mit am Tisch.

Mit dieser Personalunion ist das Fuhrparkmanagement im Familienunternehmen natürlich prominent besetzt. Trotzdem sieht sich Kögel als klassischer Fuhrparkleiter, der den Status und die Kosten seiner Fahrzeuge auf dem Schirm hat. Rund 45 Dienstfahrzeuge betreut Kögel, dazu knapp eine Handvoll Lkw und rund 40 Transporter, die auf den Baustellen des Unternehmens zum Einsatz kommen. Im Tagesgeschäft lässt sich Kögel von mehreren Leasinggebern unterstützen.

"Als Fuhrparkleiter interessiere ich mich für vor allem für technische Innovationen und Ideen, die unser Unternehmen weiterbringen", beschreibt Kögel sein Credo. Allerdings dürfte der 50-Jährige bei der praktischen Umsetzung einen Tick mehr Freiheiten genießen als viele Kollegen in anderen Fuhrparks. Seine Stellung in der Unternehmensgruppe bietet jedenfalls genau den Spielraum, um im Fuhrpark auch neue Fahrzeugkonzepte auf den Prüfstand zu stellen. Gut ins Bild passt daher der schmucke BMW i3, mit dem das Unternehmen jetzt antriebstechnisches Neuland betritt.

Wenn Peter Kögel über seine Erfahrungen mit Elektroautos spricht, fallen häufig Begriffe wie Faszination, Fahrfreude und Kraft. Den Leasingvertrag für den Stromer hat er im Herbst 2013 unterschrieben, zu einem Zeitpunkt, als BMW noch keine Angaben zum Preis machte. Für Kögel hat sich der Schritt offenbar gelohnt. "Das Auto passt zu uns", bilanziert der Fuhrparkchef, dem viel daran liegt, dass auch Ingenieure und Techniker mit ihren Dienstwagen zufrieden sind.

Mehr Ausstattung beim Dienstwagen geht auf eigene Rechnung

Die Dienstwagenordnung sieht vor, dass die Fahrzeuge nach Kriterien wie Hierarchie und Unternehmenszugehörigkeit zugeordnet werden. Jungingenieure sind daher zunächst auf die Kompaktklasse mit Modellen wie VW Golf und BMW 1er abonniert. Projektleiter und Bereichsleiter hingegen dürfen sich in der Mittelklasse orientieren.

Hier wie dort geben die Mitarbeiter vor allem den Limousinen und Kombis von VW, BMW und Audi den Vorzug. Für alle Dienstgruppen gibt’s feste Etats, der bei den Bereichsleitern etwas höher ausfällt. Allerdings ist es den Mitarbeitern unbenommen, ihre Dienstwagen mit zusätzlicher Ausstattung zu versehen. In diesem Fall lässt sich Peter Kögel die höheren Kosten gleich zu Beginn des Leasingvertrags vom Mitarbeiter in einem Rutsch erstatten.

Die weiteren Eckpunkte: Die private Nutzung ist in vollem Umfang erlaubt, auch Familienangehörige dürfen ans Steuer. Die Kraftstoffkosten übernimmt das Unternehmen, selbst wenn die Urlaubsfahrt ins Ausland führen sollte. Dabei ist seine Car Policy nicht in Stein gemeißelt. "Stellt sich zum Beispiel Nachwuchs ein, geben wir unseren Mitarbeitern ein größeres Fahrzeug", sagt Kögel.

Der Fahrzeugpool läuft im Corporate Carsharing über Alphabet

Auch Mitarbeiter, die selbst keinen Dienstwagen haben, sind bei Kögel mobil. Dafür gibt’s seit Oktober 2012 einen eigenen Fahrzeugpool. Die kleine Flotte besteht aus einem BMW X1, einem Mini Cooper Cabriolet und seit Ende letzten Jahres einem BMW i3. Alle Fahrzeuge stehen im Rahmen des Corporate Carsharing von Alphabet für dienstliche und private Fahrten zur Verfügung.

"Früher haben die Mitarbeiter für Botenfahrten und Besorgungen das eigene Fahrzeug benutzt oder ein Dienstfahrzeug nachgefragt, das gerade nicht benötigt wurde. Mit unserem Pool sind die Mitarbeiter keine Bittsteller mehr, sondern Fahrzeugnutzer", erklärt Kögel den feinen Unterschied. Auch die Motivation der Mitarbeiter ist ein Auftrag des Pools.

"Wenn ein Azubi in der Berufsschule oder bei einer Projektarbeit gute Leistungen zeigt, ist zur Belohnung auch mal ein Wochenende mit einem Poolfahrzeug angesagt. Zudem können unsere Mitarbeiter ein Auto bei Bedarf auch 14 Tage am Stück nutzen", berichtet Kögel. Auf besondere Nachfrage dürfte künftig der Elektro-BMW stoßen. Das Fahrzeug hat allerdings noch nicht die Alphacity-Technologie an Bord – laut Alphabet wird diese Ausstattung erst im zweiten Quartal des Jahres zur Verfügung stehen.

Drei Stunden reichen für 80 Prozent

Den Strom bezieht der BMW aus einer kleinen Ladebox von RWE, die in unmittelbarer Nähe vom Stellplatz auf dem Betriebshof an einem Rolltor befestigt ist. "In drei Stunden lässt sich die Batterie bis zu 80 Prozent ihrer vollen Leistung aufladen, was in der Praxis völlig ausreicht", beschreibt Kögel die Lösung.

Einen Vorteil des BMW i3 hat er bereits ausgemacht: "Wenn unsere Mitarbeiter in der Stadt oder beim Kunden mit dem Elektroauto vorfahren, ist das ein enormer Gewinn fürs Image."

Autor

Foto

Joachim Geiger

Datum

15. August 2014
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