30 Jahre BMW 3er (E36)

Dynamische Mittelklasse

BMW 3er Foto: BMW 10 Bilder

Der dritte BMW 3er (E36) war mehr als nur eine Neuauflage der volumenstärksten BMW-Baureihe. Mit beispielloser Karosserievielfalt wurde er der Firmenwagen-Verkaufshit der leistungshungrigen Mittelklasse.

Runde Doppelstrahler statt breite Rechteckleuchten: Damit beeindruckte die Ende 1990 vorgestellte dritte Generation des BMW 3er (E36). Die Bayern brillierten nicht nur mit starker Technik, sondern mit Formen, die vorübergehend mehr faszinierten als es der Wettbewerb vermochte. Hinzu kam eine bis dahin unbekannte Karosserievielfalt, die der 3er (E36) auf die Spitze trieb. Limousine, dreitüriger Compact, Kombi Touring, Coupé, Cabriolet, Baur Top-Cabriolet, M3 und die auf dem 3er basierenden Sportwagen Z3 und Z3 Coupé (E36/7) – diese Auswahl ist bis heute unübertroffen.

Zum Erfolgsrezept des E36 gehörte auch die Globalisierung. So wurde die bis dahin meistverkaufte BMW-Baureihe nicht nur in München, Regensburg und Dingolfing produziert, sondern auch als Montage aus CKD-Sätzen in Asien und Südafrika. Zudem war es ein 318i, der im September 1994 als erster BMW im neuen amerikanischen Werk Spartanburg gebaut wurde, ehe dort ab 1995 auch der Roadster Z3 vom Band lief. In Europa wiederum wagte BMW die erste Attacke gegen den Wolfsburger König der Kompaktklasse: Als Alternative zur 4,43 Meter langen 3er Limousine startete im März 1994 der dreitürige Compact mit 22 Zentimeter kürzerem Schrägheck. Der Compact kam gut an. Gegen den Golf III – den es erstmals mit VR6-Motorisierung gab – gelang dem neuen Einstiegsmodell ins BMW-Programm ein Achtungserfolg. Bei Audi beschleunigte der damals kleinste BMW den Launch des A3, und innerhalb der 3er Familie fuhr der Compact auf den dritten Platz unter den meistverkauften Varianten hinter dem Viertürer und dem eigenständigen Coupé mit rahmenlosen Scheiben, und niedriger Dachlinie.

BMW Z3 Foto: BMW
1995 feiert der Roadsters Z3 im James-Bond-Film "Golden Eye" Premiere, 1996 kommt er in den Handel.

Von diesem Coupé wiederum wurde das 1993 eingeführte 3er Cabriolet abgeleitet. Open-Air-Modelle waren angesagt in den Lifestyle-hungrigen 1990ern und deshalb überraschte BMW die sonnensüchtigen Kunden damals sogar mit einem fröhlichen 3x3 unterschiedlicher Frischlufttypen: Baur-Cabtrio mit Hardtop, echtes Cabriolet sowie Roadster Z3, der sein Debüt mit einem Auftritt im James-Bond-Kinoabenteuer "Golden Eye" zelebrierte.

Aber BMW wusste auch, was die Bayernfans unter dem Blech erwarteten: technischen Fortschritt und Motoren mit viel Dampf für ganz großen Sport. Letzteren garantierte ab 1992 die Neuauflage des M3, erstmals übrigens in drei Karosserieformen als Coupé, Cabrio und Viertürer. Ein 286 PS starker Reihensechszylinder ließ den M3 in 6,0 Sekunden auf Landstraßentempo stürmen, schneller als Ferrari Mondial oder Mercedes SL mit V12-Power sowie der Porsche 968. Von Münchner Motorenbaukunst kündete auch ein Weltrekord: Kein anderer Saugmotor hatte eine so hohe spezifische Leistung, nämlich 96 PS pro Liter. Aber da ging noch mehr, wie sich 1995 zeigte. Der M3 brachte nun 321 PS aus 3,2 Liter Hubraum auf die Straße und damit mehr als der Porsche 911 Carrera, der dafür optional mit Allradantrieb geordert werden konnte. Tatsächlich hatte BMW den im vorausgegangenen 325iX (E30) von der Fachwelt noch hochgelobten Vierradantrieb nun nicht mehr im Angebot. Stattdessen gab es andere Spezialitäten, wie das weltweit erste sequentiell zu schaltende Getriebe mit Gangwechsel in einer Ebene und automatischer Kupplung.

BMW M3 Foto: BMW
Auch auf der Rennstrecke konnte der M3 überzeugen.

Für Highspeed-Junkies hatte der E36 auch auf Rennstrecken einiges zu bieten, dies als M3 in der GT-Klasse und als 318i in Tourenwagenserien. Das Werksteam mit prominenten Fahrern wie Johnny Cecotto, Roberto Ravaglia oder Joachim Winkelhock erkämpfte in drei Saisons nicht weniger als sechs Meistertitel. Und dann gab es 1998 noch den Sieg eines 320d beim 24-Stunden-Klassiker auf dem Nürburgring, der erste Triumph für einen Diesel-Direkteinspritzer bei einem Marathon-Event. Tatsächlich vermochten die BMW- Selbstzünder auch im Straßenalltag zu imponieren, wie die Fachwelt lobte. So begnügte sich der 143 PS starke und 260 Nm Drehmoment freisetzende Sechszylinder 325tds mit einem Normverbrauch von 6,7 Liter Diesel, das konnte nicht einmal der neue A4 TDI aus Ingolstadt besser.

Auch bei den Sechszylinder-Benzinern konnte BMW Innovationen melden, gab es doch ab 1992 eine variable Nockenwellenverstellung und 1995 leichte Aluminiumgehäuse für die bis 2,8-Liter großen Aggregate. Die größten Stückzahlen erreichten dennoch die preiswerten Vierzylinder-Benziner 318i und 316i, eine Rarität blieb allein der bivalente 316g Compact für Benzin- und Erdgasbetrieb. Ein kaum überschaubares Portfolio an Karosserien und Motoren bot die E36-Baureihe damals, ab 2021 haben Oldtimerfans die Qual der Wahl, welcher 3er ihr Favorit für das begehrte H-Kennzeichen wird.

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