40 Jahre Renault Fuego

Der feurige Franzose

Renault Fuego Foto: Renault 10 Bilder

Renault konnte schon immer mehr als brav-bürgerliche Massenmodelle. Das Sportcoupé Fuego schrieb in den 80er-Jahren Geschichte: als windschnittigstes Sportcoupé seiner Zeit.

Renault Fuego? Heute fast vergessen, vollbrachte dieser heißblütige Volkssportler vor 40 Jahren, was die betagten Urmeter unter den Familiencoupés, also Ford Capri und Opel Manta, nicht mehr vermochten: adrenalinhaltige Emotionen freisetzen für atemberaubende Verkaufszahlen. Tatsächlich weckte der Fuego nicht nur durch die große Glaskuppel-Heckklappe, sondern auch durch turbostarke Fahrleistungen Assoziationen zum Vierzylinder-Porsche. Wer wollte, konnte mit dem Renault Coupé sogar sportlich sparen, vertraute der Fuego doch als erster Sportler auf Diesel-Power. 88 PS trieben den im Windkanal auf den damals sensationellen Wert von cW 0,34 getrimmten Selbstzünder auf 180 km/h, das genügte für den Titel "schnellster Seriendiesel der Welt".

Einen Hauch Futurismus zeigte der Fuego zudem durch originelle Räder im Techno-Look, die im Straßenalltag stets asynchron ausgerichtet waren. Ein Element, mit dem wenig später auch der Renault 18 Turbo spielte, denn das Doppel 18/Fuego machte den leistungsstarken Turbo-Benziner in Frankreich massentauglich. So weit war es aber 1980 noch nicht. Zunächst einmal sollte der Fuego als verführerische Delikatesse Renault wieder begehrenswert machen, so wie einst der Capri Ford abheben ließ. Die großen Renault-Erfolge der innovationsfreudigen 1960er und frühen 1970er mit Ikonen wie R4, R5, R16 und dem Weltauto R12 hatten sich durch kuriose Typen wie den birnenförmigen R14 oder den biederen R18 nicht duplizieren lassen und so stagnierten die globalen Verkaufszahlen der Franzosen. Tatsächlich schmolzen die Renault-Verkaufszahlen durch die schlechte Konjunktur auch in Deutschland dahin.

Renault Fuego Foto: Renault
Der französische Karossier Heuliez realisiert drei Fuego-Cabriolet-Prototypen in US-Ausstattungsspezifikation.

Vielleicht waren die Formen des Fuego doch zu verwegen für eine langanhaltende Erfolgsstory, jedenfalls endete der Vertrieb in Europa 1986 – und in Nordamerika, wo der Renault über das AMC-(Jeep)-Vertriebsnetz verteilt wurde, kam der Verkauf nie richtig in Fahrt. Dabei hatte doch Karossier Heuliez sogar eine schicke Open-Air-Studie ganz nach dem Geschmack des damals größten Cabrioletmarktes entwickelt. Es nützte nichts, der Fuego hatte in den USA keine Chance, vor allem gegen den Ansturm sportiver Asiaten, und so blieb das Cabrio ein Concept.

Mit dem Namen Fuego beendete Renault übrigens nicht nur die Herrschaft seiner nüchternen Zifferncodes R4 bis R30, sondern weckte auch Urlaubsgefühle. Spanien zählte damals seit kurzem zu den Top-Urlaubsdestination für Deutsche, Briten und sogar Franzosen – und dieses Freizeit-Feeling füllte zusätzlich die Schauräume der Renault-Händler. Als der Fuego-Hype 1982 abkühlte, legte Renault nach. Turbo lautete das neue Zauberwort, das Renault in der Formel 1 zu einer Macht machte, und dann den auf 132 PS erstarkten Fuego in die Fraktion der Linke-Spur-Jäger auf deutschen Autobahnen integrieren sollte. Es war der Mix aus Leichtbau – der Fuego brachte nur rund eine Tonne auf die Waage – und Aerodynamik, der das Franzosen-Coupé zu Fahrleistungen beflügelte, für die etwa ein Mercedes 280 E Coupé immerhin 185 PS aufbringen musste.

Renault Fuego Foto: Renault
Der Renault Fuego Turbo D debütierte auf dem Pariser Autosalon und kommt zum Modelljahr 1983 in mehreren Ländern in den Handel.

Für andere Länder gab es das Franzosen-Coupé auch als kühnen Turbo-Diesel. Eine vernehmlich nagelnde, aber agile und vor allem effiziente Antriebs-Delikatesse, die sogar den bekannt schnellen Citroen CX und 300 Turbo-Diesel in Sachen Temperament kaum eine Chance ließ. Allein die Verkaufszahlen des Fuego konnten die Turbos nicht nachhaltig aufladen. Das Feuer war ausgeglüht und die Renault Coupés endeten nach dem europäischen Verkaufsstopp im Jahr 1986 irgendwann fast alle bei Altfahrzeug-Verwertern. So ist der Fuego heute rarer als viele Ferrari und das Publikum feiert den Franzosen bei Oldtimershows mit begeistertem Beifall.

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