BMW 2er Active Tourer (2022) Test Mehr Sport

BMW 2er Active Tourer 2022 Foto: BMW 13 Bilder

Hoppla, aus dem braven BMW 2er Active Tourer wird plötzlich eine sehr dynamische Angelegenheit mit bis zu 326 PS Leistung und zwei ganz neuen Plug-in-Motoren. Sitze klappen und verschieben kann der Kompakt-Van aber immer noch.

So richtig warm sind die BMW-Strategen mit der neuen Kundschaft wohl nicht geworden, die ihnen 2er Active und Gran Tourer seit 2014 bescherten. Plötzlich saßen da junge Familien und jede Menge rüstige Rentner hinterm Steuer der geräumigen Vans, und häufig wurde vor allem der große Tourer als Lastenmobil im gewerblichen Bereich eingesetzt. Alles Geschichte. Der Gran Tourer wurde eingestellt und den kürzeren Active Tourer positionieren die Blau-Weißen neu, mit bis zu 326 PS starken Motoren, darunter zwei Plug-in-Hybriden. Mehr Sport, so die Devise, und überhaupt sei dieser geräumige 2er kein Van, sondern ein Sports Activity Vehicle.

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Die Sitze klappen oder verschieben, viel einladen und einen Tick höher sitzen – die Kerneigenschaften eines Vans hat BMW dem 2er AT aber gelassen. Das knapp 4,40 Meter lange Auto bleibt so praktisch und variabel wie der Vorgänger. So lassen sich die beiden Teile der Rückbank um 13 Zentmeter verschieben und die Lehnen in mehreren Stellungen fixieren, je nachdem, ob die Fondpassagiere bequem sitzen wollen oder mehr Platz im Kofferraum benötigt wird. Unter der serienmäßig elektrisch angetriebenen Heckklappe bietet der Van je nach Motorisierung bis zu 1.455 Liter Stauraum, minimal mehr als der Vorgänger.

Das Elektro-Flaggschiff iX als Vorbild

Vorne orientiert sich der Innenraum am Elektro-Flaggschiff iX. Er wird dominiert von einem zum Fahrer hin gebogenen Bedien- und Anzeigesystem, das hinter seiner durchgehenden Glasscheibe zwei Displays optisch zu einer Einheit zusammenfasst. Das neue Cockpit verzichtet weitgehend auf Schalter, und auch der bekannte Controller in der Mittelkonsole ist verschwunden. Nur einige Grundfunktionen wie Lautstärke, Fahrprogramme und Fahrassistenten werden über Tasten auf der freischwebenden Armlehne zwischen den Vordersitzen angesteuert.

BMW 2er Active Tourer 2022 Foto: BMW
Beim Innenraumdesign stand das Elektro-Flaggschiff iX Pate.

BMW-Fahrer müssen sich künftig also umgewöhnen, denn so werden künftig alle Modelle aussehen. Digital, clean und per Over the air Upgrades nachrüstfähig für alles, was der Kunde beim Kauf vergessen hat. Eine Lenkradheizung etwa, eine buntere Innenraumbeleuchtung oder einen der vielen Fahrassistenten. Die cloud-basierte Navigation allerdings gehört nicht dazu, die ist serienmäßig an Bord. Sie berechnet ihre Routen mit Echtzeit-Verkehrsdaten und informiert schon vor Ankunft über freie Parkplätze. Während der Fahrt poppt wie bei Mercedes an Kreuzungen oder Kreisverkehren ein Live-Bild der Straße mit Richtungspfeilen auf dem rechten Display auf. Wem das nicht genügt, bestellt das Head-up-Display in Form einer Plastikscheibe auf dem Armaturenbrett samt umfangreichen Richtungshinweisen.

Tatschen? Sprich mit dem Auto!

Wie mittlerweile üblich ist der 2er AT ein weitgehend digitales Auto. Bedient wird er fast ausschließlich per Touch oder per Sprache. Mit dem Unterschied, dass der BMW fast alles auf Anhieb versteht. „Sitzheizung auf Stufe zwei“ zu sagen geht schneller und ist sicherer, als auf den Bildschirm zu tatschen. Und wer den Wagen nach einer Pizzeria in der Nähe fragt, bekommt auch gleich die Öffnungszeiten genannt.

BMW denkt das Thema Digitalisierung eben weiter als die meisten anderen Hersteller. Das Auto ist beispielsweise auf 5G vorbereitet, lässt sich über eine zweite eSIM als externes Büro nutzen. Damit kann der Fahrer sämtliche Kommunikations- und Vernetzungsfunktionen seines Smartphones im Auto nutzen, selbst wenn er das Telefon im Büro vergisst. Er könnte über die My-BMW-App und die persönliche BMW-ID erstellten digitale Fahrzeugschlüssel fürs Smartphone anlegen, sie mit Kollegen teilen und einzelnen Nutzer spezielle Fahrprofile zuweisen. Dem Azubi mit frisch bestandenem Führerschein etwa, der nicht schneller als 130 km/h fahren und keine laute Musik hören soll.

BMW 2er Active Tourer 2022 Foto: BMW
Der lange 2er Gran Tourer wurde eingestellt. Jetzt gibt's den Van nur noch mit fünf Sitzen.

Als praktisches Extra im Fuhrparkalltag könnte sich auch der Parkassistent erweisen. Ein Auto rückwärts aus einem engen, verwinkelten Parkplatz zu bugsieren stresst ja viele Menschen. Hier geht’s automatisiert auf Knopfdruck. Die schon in anderen Modellen verbaute Parkhilfe von BMW speichert nämlich schon beim Einparken alle Lenkbewegungen. So tastet sich der 2er AT selbstständig 50 Meter weit rückwärts auf die Straße. Nur Gas geben und bremsen muss der Fahrer selbst.

Unfalldatenspeicher als Option

Zusätzlich bietet BMW einen Videorekorder an. Damit könnte die Social-Media-Gemeinde bis zu 60 Sekunden lange Fahraufnahmen auf einen angeschlossenen USB-Speicher schicken. Spielerei. Doch das System funktioniert auch als Unfalldatenspeicher. Wenn’s kracht, sind die 20 Sekunden vor und nach dem Crash als Beweis gespeichert. Zusätzlich bietet BMW ein Diebstahlüberwachungssystem an. Macht sich jemand am Auto zu schaffen, wird er von diversen Kameras an Spiegeln, Heck und Innenraum gefilmt und das Bild aufs Smartphone des Besitzers übertragen.

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Als Antrieb setzt BMW die jüngste Generation der Efficient-Dynamics-Motoren ein. Erstmals gibt es ein direkt ins serienmäßige Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe integrierte 48-Volt-System. Beim Beschleunigen unterstützt es die Drei- und Vierzylinder mit 19 PS und soll bis zu 0,3 Liter Sprit sparen. Außer dem 136 PS starken 218i sind alle Benziner als milde Hybriden angelegt. Die Diesel dagegen müssen auf Elektrounterstützung verzichten. Vorerst zwei Selbstzünder sind geplant. Dem 150 PS starken 218d stellt BMW im Frühjahr den 223d mit rund 200 PS PS zur Seite.

Allradantrieb empfehlenswert

Passend zu den deutlich stärkeren Motoren hat BMW den 2er AT straffer, aber nicht unkomfortabel abgestimmt. Ob sich die eingefleischte BMW-Fangemeinde aber wirklich an den Frontantrieb gewöhnen? Natürlich lenkt der 2er AT direkt ein, wankt nicht und bietet ein großes Spaßpotenzial auf kurvigen Straßen. Doch zumindest der 223i hatte auf unserer Testrunde öfters Probleme, seine 218 PS auf die Straße zu bringen. Hier empfiehlt es sich, 1.680 Euro in den xDrive zu investieren.

Den Allradantrieb haben die im Sommer folgenden neue Plug-in-Antriebe mit größerer Batterie (16,8 kWh) und rund 90 Kilometern elektrischer Reichweite serienmäßig. Im 225e addieren sich 109 PS des E-Motors und 136 PS des Benziners zu einem 245 PS starken Gesamtsystem. Im sportlichen 230e kommt der im Heck untergebrachte und die hinteren Räder antreibende E-Motor auf 177 PS. Der für die Vorderräder zuständige Dreizylinder ist 150 PS stark. Macht zusammen 326 PS, die sehr zügiges Fahren ermöglichen. Die Motoren sind mechanisch nicht miteinander verbunden, was Platz und Gewicht spart. Mit Allradantrieb fahren die Plug-in-Modelle also nur, wenn beide Motoren laufen.

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Gute Rekuperation

Zieht man im 230e zwei Sekunden lang die linke Schaltwippe am Lenkrad, boostet der Motor zehn Sekunden lang die volle Leistung an alle vier Räder. Zu erkennen am Countdown im Zentraldisplay, und untermalt von einem künstlichen Motorsound. Das hört sich dann an, als hätte Captain Kirk den Hebel umgelegt, um Raumschiff Enterprise in eine ferne Galaxy zu beamen.

Die Rekuperation wird mithilfe der Daten von Frontkamera, Radar und Navigation geregelt, sodass der Fahrer kaum noch selbst bremsen muss. Ist die Straße frei, so segelt der Wagen ungebremst weiter. Rollt er auf eine Kreuzung zu, verzögert er selbstständig und generiert Strom. Wie viel, erkennt der Fahrer im Display. Mit bis zu 70 kW pumpt der Generator dann Saft in den Akku, der bei einer längeren Bergabfahrt fix frischen Strom für ein paar weitere Kilometer bunkert.

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An der heimischen Wallbox dauert das Laden länger. Aber immerhin fließt der Strom dort nun mit 7,4 kW, doppelt so schnell wie bisher. So ist der Akku in rund 2,5 Stunden wieder startklar. Schnelles DC-Laden wie die Modelle von Land Rover oder Mercedes kann der BMW allerdings nicht. Neu ist auch die Möglichkeit, eine Anhängekupplung zu montieren. Mit einem Radträger am Heck wird dann auch der Plug-in-Hybrid seinem Namen Active Tourer gerecht.

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