Bundesverband Fuhrparkmanagement

Wohin mit der Zeit?

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Der Bundesverband Fuhrparkmanagement nimmt Stellung zu aktuellen Themen. Heute: Stau. Wir kämpfen tagtäglich mit kilometerlangen Staus und träumen von Flugautos, um dem Chaos zu entfliehen. Dabei liegt die Lösung für das Problem so nah.

"Wir haben genug Zeit, wenn wir sie nur richtig verwenden". Ein Zitat, was gerne Goethe untergeschoben wird. Allerdings ohne Beleg. Gut und schön, doch oft können wir ja gar nicht selbst entscheiden, wie wir die Zeit verwenden. Der ADAC hat im letzten Jahr fast 700.000 Staus gezählt – 1.900 Staus auf deutschen Straßen, Tag für Tag. Die Stunden die die Autofahrer in den Staus verplempern summierten sich 2016 – nach 341.000 im Vorjahr – auf sage und schreibe 419.000 Stunden. Und das sind nur die registrierten Staustunden, die also um 20 Prozent zugelegt haben. Kein Wunder, dass die Meldung zum ersten serienreifen Flugauto, das 2018 an Kunden auslieferbar sein soll, von den Medien mit Überschriften wie "nie mehr Stau" gefeiert wurde. Und die Sehnsucht nach dem selbstfahrenden Auto, das sich selbständig in den fließenden Verkehr einreiht, wird ebenfalls größer. Das Auto fährt und die Menschen lesen und arbeiten, können die Zeit also sinnvoll nutzen.

Doch so einfach ist das nicht. Die Flugautos können im normalen Straßenverkehr gar nicht abheben. Denn die müssen erstmal eine Start- oder Landeerlaubnis haben, die es in der Regel nur auf Flughäfen gibt. Natürlich auch bei kleinen für Privat- und Segelflugzeuge. Und die schöne neue selbstfahrende, digitale Autowelt bringt uns im ersten Schritt auch nicht viel weiter. Sie würde auch nichts nützen bei so vielen Staus, die durch zahlreiche Engpässe im deutschen Autobahnnetz entstehen. Solange das Straßenverkehrssystem nicht in Ordnung ist und auch nicht alle Fahrzeuge auf einen Schlag autonom werden, platzen die staulosen Träume reihenweise.

Doch wir haben ja nicht nur Verkehrsstaus, sondern auch jede Menge Investitionsstaus. Und die müssen vorher aufgelöst werden. Der Nachholbedarf bei Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen wird in den nächsten Jahren laut ADAC erstmal zu einer Zunahme der Staus und Behinderungen im Fernstraßennetz führen. Dabei hätten wir hier schon viel weiter sein können. Man hat manchmal den Eindruck, Politiker müssen sich zu oft um die Opposition und den Wahlkampf kümmern. "Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann", sagte einst die österreichische Erzählerin Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach. Das einzige, was sich somit autonom weiterdreht, ist das viel zitierte Rad der Zeit.

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