Dienstwagenklassiker VW Fridolin

Postanweisung

VW Fridolin Foto: Archiv 4 Bilder

Gebaut wurde der VW Typ 147 im Auftrag der deutschen Post. Bekannt wurde das gelbe Sonderfahrzeug allerdings unter einem anderen Namen.

Man stelle sich vor, jemand käme ins Büro des VW-Chefs mit der Forderung, ein Auto ganz alleine nur für sein Unternehmen zu entwickeln. Da ginge der Finger aber sofort auf den Alarmknopf unterm Tisch. Anfang der sechziger-Jahre war das anders. Dieser Jemand kam von der Bundespost und war damit für den Autobauer eine Art verbeamtete Zukunftssicherung. Wünsche des Gelben Riesen waren Chefsache. Grund des Besuchs: Der Käfer war für den Brief- und Paketdienst zu klein geworden und der Bulli zu groß. Man wollte was mit 400 Kilo Nutzlast, aber höchstens 3,75 Meter Länge. Und mit Schiebetüren. Das Ganze schnell und günstig.

Produzent des Typ 147 war Westfalia in Rheda

Zwei Probanden waren zuvor bereits gescheitert. Der zu kleine Goggomobil-Transporter und die Kastenversion des Citroën 2CV, Letztere übernommen von der Saar-Post. Während Pünktlichkeit dort aber eher zu den Sekundärtugenden zählte, betrachtete man die Ente hier als zu schwach für preußisch geprägte Dienstpläne. VW nahm den Auftrag an. Es folgte ein Fertigungsverbund aus dem Lehrbuch der Automobilindustrie. VW fungierte nämlich nur als Generalunternehmer und lieferte Teile von Käfer und Transporter, vom 1500er und Karmann Ghia. Produzent des Typ 147 getauften Autos war Westfalia in Rheda. Dort soll auch ein Mitarbeiter den Namen Fridolin ersonnen haben.

1964 begann die Serienfertigung

Nachdem mehrere Prototypen den Segen der Postoberen erhalten hatten, begann 1964 die Serienfertigung. Fast zwei Jahrzehnte lang und damit bis lange nach Produktionsende blubberten die gelben Autos mit luftgekühlten 34 PS von Haus zu Haus. Postboten und Fuhrparkbeamte waren gleichermaßen angetan. So kam es, dass auch andere das eigentlich nur für die Bundespost konzipierte Auto mit Käfer-Technik wollten: Die Schweizer Kollegen der PTT, einige Kommunen, die Lufthansa und ein westfälischer Pressegroßvertrieb setzten ebenfalls auf den Fridolin. 6.139 Stück waren es unterm Strich gesamt. Nicht schlecht für ein Sonderfahrzeug Postdienst. So hieß das noch zu Zeiten der grauen Pullunder.

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