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INTERVIEW: Flucht in den 'sicheren Hafen' treibt den Goldpreis

FRANKFURT (dpa-AFX) - An den internationalen Finanzmärkten werden die Anleger nach Einschätzung des Rohstoff-Experten Eugen Weinberg von der Commerzbank auch in den kommenden Tagen Schutz im "sicheren Hafen" Gold suchen. Mit der dramatischen Zuspitzung der Bankenkrise in den USA und zuletzt auch in Großbritannien wird "die Entwicklung am Goldmarkt weiter voranschreiten", sagte Weinberg am Donnerstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Vor allem die kurzfristig orientierten Anleger sind an den Goldmärkten "noch nicht so richtig auf den fahrenden Zug aufgesprungen".

"Die Spekulanten sind vom jüngsten Preissprung beim Gold und der Schärfe der Krise an den Finanzmärkten überrascht worden", sagte Weinberg weiter. In den vergangenen Handelswochen hätten die kurzfristig orientierten Investoren "eigentlich auf einen fallenden Goldpreis gesetzt". Nach dem Rekordhoch im März bei etwa 1.030 Dollar je Feinunze (etwa 31 Gramm) ist der Goldpreis noch in der vergangenen Woche auf ein Jahrestief bei rund 735 Dollar gefallen. Zuletzt ist der Preis für die Feinunze dann aber wieder auf 880 Dollar gestiegen.

VERTRAUENSVERLUST IN ALLE HERKÖMMLICHEN ANLAGEKLASSEN

"Wir beobachten aktuell einen Vertrauensverlust in alle herkömmlichen Anlageklassen", sagte Weinberg. Die Nachfrage nach Gold dürfte daher auch in den kommenden Tagen "deutlich anziehen". Die Sorge der Anleger vor einer dramatischen Zuspitzung der Bankenkrise erkläre auch, dass der jüngste massive Preissprung beim Gold weitgehend unabhängig von der Kursentwicklung des US-Dollar erfolgte. In der Vergangenheit sind die Goldpreise in der Regel immer dann gestiegen, wenn die US-Währung an Wert verloren hatte.

Die Flucht der Anleger in den "sicheren Hafen" Gold verstärkt die ohnehin stärkere saisonale Nachfrage nach dem gelben Edelmetall, die in den vergangenen Handelswochen zu beobachten gewesen sei, sagte Weinberg weiter. Vor allem in Asien sei die Nachfrage zuletzt "wild übergreifend" gewesen. Die Goldimporte nach Indien, in die Türkei und die arabischen Staaten seien zuletzt "immens" gestiegen.

FLUCHT DER ANLEGER IN DIE GOLD

In Zeiten der Krise an den Finanzmärkten ist aber die Flucht der Anleger in die Gold-Anlage der Hauptpreistreiber beim gelben Edelmetall. "Wenn sich die Panik an den Aktienmärkten weiter verbreiten sollte, dann könnte der starke Anstieg beim Goldpreis auch in den kommenden Tagen anhalten." Selbst ein neuer Sprung über die Marke von 1.000 Dollar wollte Weinberg dann nicht mehr ausschließen.

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