Firmenwagen im Abonnement

Auto, wechsle Dich

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Heute Cabrio, morgen SUV: Auto-Abos werden wohl bald so selbstverständlich sein wie Internetflatrates. Viele Fahrzeughersteller und Dienstleister haben schon Angebote.

Mit dem allradgetriebenen SUV durch den Winter, im Mai Kunden im Cabrio besuchen und im Juni mit der Limousine in den Familienurlaub: Cadillac macht es möglich. Der amerikanische Autohersteller bietet Fahrzeuge der Marken Cadillac und Chevrolet im Abo an, mit beliebig vielen Fahrzeugwechseln. Seit einem Jahr gibt es die flexible Langzeitmiete mit dem Produktnamen "Book by Cadillac" zu Preisen ab 1.026 Euro (alle Preise netto) im Monat. In den USA gibt es diesen Service in drei Städten, in Deutschland könnten nach München weitere folgen. Die deutschen Premiumhersteller bieten ähnliche Abo-Modelle in Amerika an. Eine Rate, unterschiedliche Autos: Flexibler ist Mobilität derzeit kaum möglich.

Flexibler als Leasingverträge

In Deutschland testet Mercedes seit einem Jahr ein Abo-Modell. Zielgruppe: Unternehmer, Freiberufler oder potente Autoenthusiasten. Sie können für eine monatlich fixe Rate innerhalb eines Jahres zwölf neue Modelle fahren. Das gesamte Prozedere ist über eine App digitalisiert. Aktuell läuft die Auswertung des Tests. "Die Nachfrage ist riesig, wir wollen das Angebot fortführen", sagt eine Sprecherin auf Nachfrage. Das ist nur allzu logisch, denn "der Trend bei unseren Kunden geht zur Flexibilität bei der Fahrzeugnutzung", so Franz Reiner, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Bank.

PFV E-Klasse Cabriolet Mont Blanc Region June 2017 Foto: "DaimlerAG; Global Communication
Für jede Jahreszeit das passende Auto: Das Abo-Modell von Mercedes macht es möglich.

Oder zu multimodalen Fuhrpark- und Reiselösungen. Sie werden künftig das Mobilitätsmanagement der Firmen dominieren. Flexible Langzeitmieten sind der erste Schritt in diese Richtung, wie man bei Porsche weiß. Auch dort hat man ein Mietprodukt aufgelegt, bei dem Kunden Firmenwagen zum Fixpreis fahren. "Porsche Inflow" ist allerdings nicht so flexibel wie die Wettbewerbslösungen von Cadillac und Mercedes. Die Mindestlaufzeit pro Modell beträgt sechs Monate, bei dreimonatiger Kündigungsfrist.

Trotzdem sind solche Abo-Modelle im Vergleich zum Leasing oder zu einer Finanzierung deutlich flexibler, weil sie kürzer laufen und man sich nicht für drei oder mehr Jahre bindet.

Firma spart viel Zeit

Im Oktober 2018 startete nach einjähriger Probezeit auch "Care by Volvo" für fast alle Modelle der Marke. "Nach zahlreichen Gesprächen mit Interessenten sehen wir insbesondere bei gewerblichen Kunden mit kleinem Fuhrpark großes Potenzial", sagt Olaf Meidt, Direktor Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Kunden können einen neuen Volvo zu festgelegten monatlichen Raten bekommen, den sie jederzeit mit zweimonatiger Frist kündigen können. Im Optimalfall, um ein anderes Modell zu wählen. "Care by Volvo‹ ist ein Rundum-sorglos-Paket. Kunden müssen nur den Kraftstoff extra bezahlen. Das bietet einen erheblichen Komfort- und vor allem Zeitgewinn für die Nutzer", so Meidt. Das Unternehmen rechnet vor, dass über zwei Jahre Fahrzeugnutzung eine Zeitersparnis von einer Arbeitswoche zusammenkommen kann, wenn der Kunde sich nicht um Zulassung, Versicherung, Inspektionen, Reparaturen etc. kümmern muss. "Gewerbekunden können so leicht auf eine eigene Fuhrparkverwaltung verzichten und haben fix planbare Kosten sowie eine klare Kostentransparenz", sagt Meidt. Aus rechtlicher Sicht handelt es sich beim Auto-Abo von Volvo um einen Mietvertrag, der steuerlich gleich behandelt wird.

Gutes Mittel, um Mitarbeiter zu binden

Auf ähnlicher Schiene fährt Sixt. Das Programm "Unlimited" gibt es schon seit 2011. Sixt wirbt damit, dass es die Vorzüge eines Dienstwagens mit der Flexibilität eines Mietwagens vereint. "Wir haben die einzige echte Mietwagenflatrate in Deutschland", sagt Oliver Popkowitz, Direktor bei Sixt SE. Zum monatlichen Festpreis ab 999 Euro netto hat der Kunde jederzeit Zugriff auf ein Fahrzeug aus der Sixt-Premium-Flotte an über 800 Stationen in zehn Ländern Europas. Er kann so oft mieten, wie er will, bekommt immer ein neuwertiges Fahrzeug und muss sich um sonst nichts kümmern. Der Kunde spart sich mit "Unlimited" die sonst bei Geschäftsreisen üblichen Kosten für Mietwagen, Parkgebühren an Flughäfen und Taxifahrten am Zielort. Für Fuhrparkmanager macht das Angebot Mobilitätskosten aufgrund des Festpreises transparent und kalkulierbar. "Nach unseren Erfahrungen lohnt sich das Modell ab einer Reisetätigkeit von sechs Tagen im Monat", so Popkowitz.

Seit Kurzem bietet Sixt auch Auto-Abo-Modelle für Nutzer mit geringem Reisebedarf an. "Wir sind überzeugt, dass Auto-Flatrates bald so selbstverständlich sein werden wie Telefon- und Internetflatrates", meint der Sixt-Manager. Alle Sixt-Dienste sind über die Mobilitätsplattform One in einer App gebündelt: von der klassischen Vermietung über Carsharing bis hin zu Taxi- und Sammeltaxi-Diensten.

Auch für Volkswagen Leasing gehört multimodalen Angeboten, also der Kombination aus Flotte und Travel, die Zukunft. "Wir sehen, dass unsere Kunden die beiden Bereiche zunehmend zusammenlegen«, sagt Geschäftsführer Knut Krösche. Neu sei, dass Arbeitnehmer immer öfter anstelle eines Dienstwagens ein Mobilitätsbudget verlangen. Dabei wollten sie am liebsten selbst buchen, getrennt nach privaten und dienstlichen Fahrten. "Mit 'Mobility Complete' haben wir ein Angebot für multimodale Mobilität in der Pilotphase. Spätestens im nächsten Jahr gehen wir damit an den Markt", kündigt Krösche an. Damit sollen Kunden innerhalb von zehn Minuten ein Angebot bekommen und direkt aus einem Mix an Mobilitätslösungen buchen. Zudem lässt sich die Reise individualisieren hinsichtlich der drei Kriterien CO2-Ausstoß, Zeit und Kosten. "Wir übernehmen die Bezahlung und schicken dem Arbeitgeber am Monatsende eine Rechnung", sagt der VW-Manager. Damit ist der Kunde den gesamten organisatorischen Aufwand los

Ein-Prozent-Steuer bei Langzeitmiete Kostenfalle Mietwagen

Die Leasingbranche wandelt sich

Dass Kunden einer Autobank eben nicht nur Fahrzeuge buchen, sondern sich zwischen Auto, Bahn, Flugzeug oder anderen Verkehrsmitteln entscheiden können, zeigt den grundlegenden Strukturwandel der Branche. So wie sich Flottenmanager früher oder später zu Mobilitätsmanagern wandeln müssen, werden aus Finanz- Mobilitätsdienstleister. Diese Art von Service wird nach Krösches Meinung über lange Jahre das Reisemanagement der Firmen bestimmen. Und es würden immer wieder neue Arten der Mobilität angedockt, etwa E-Bikes. Noch basiert "Mobility Complete" von VW Financial nicht auf einem Mobilitätsbudget. Doch laut Krösche wäre das in einer späteren Ausbaustufe möglich. Die Daimler-Tochter Athlon hat mit "My Benefit Kit" bereits ein solches Angebot. Die Idee: Gute Mitarbeiter zu finden, ist schwer. Sie zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden, erst recht. "Deshalb entwickeln wir immer wieder neue Produkte und Services, die es unseren Kunden ermöglichen, Mitarbeiter durch flexible Mobilitätslösungen zu begeistern", sagt André Girnus, Geschäftsführer von Athlon. Es komme darauf an, die individuellen Bedürfnisse der Angestellten zu verstehen und auf sie einzugehen. "My Benefit Kit" richtet sich an Unternehmen mit mindestens 300 Mitarbeitern, als Alternative zu festen Mobilitätsbudgets. Mit dem Athlon-Prinzip können die Kollegen dagegen einen monatlich festen Betrag frei nutzen, auf Basis einer Gehaltsumwandlung des Bruttogehalts. Wer sich beispielsweise für einen günstigeren Dienstwagen entscheidet, hat am Ende Geld für andere Dinge übrig, etwa ein Dienstrad, ein neues Handy oder die Mitgliedschaft im Fitnesscenter. Auch Weihnachts- oder Urlaubsgeld könnte man umwandeln und so an Zuschüsse zur betrieblichen Altersversorgung oder ein Jobticket kommen. "Insbesondere junge Arbeitnehmer überzeugen solche Kombinationsangebote", sagt Geschäftsführer André Girnus. Auch hier sei der Aufwand für die Firmen überschaubar. Athlon etwa übernimmt die komplette Abwicklung, die Implementierung der Services dauert vier bis fünf Monate.

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