Hyundai Staria Signature Oberklasse-Flair in der zweiten Reihe

Hyundai Staria 2023 Foto: Hyundai 8 Bilder

Fahrtest Hyundai Staria Signature: Kleinbus mit mit ungeahntem Komfort für Mitfahrer. Was der Staria sonst noch auf dem Kasten hat, erfahren Sie hier.

Der Hyundai Staria bietet insgesamt sieben Plätze - aber eigentlich sind es nur zwei: Nämlich die beiden Business-Class-Elektrosessel in der mittleren von drei Reihen. Dick gepolstert, mit Armlehnen, Fußstützen und auf Wunsch belüftet oder beheizt bringen Sie Oberklasse-Flair in das sonst oft eher nüchtern und praktisch geprägte Kleinbus-Segment. Wer den Finger lange genug auf dem Einstell-Knöpfchen lässt, fährt den Sitz in eine nahezu waagrechte Liegeposition, wie sie selbst im Fond von Luxuslimousinen nicht zu finden ist Die Sitzbank in Reihe drei wirkt da im Vergleich trotz durchaus schicker Lederpolster und untadeliger Ergonomie ziemlich profan.

Komfort-Sitze bergen auch Schwachstelle

Die beiden Komfort-Sessel sind Höhe- und Schwachpunkt des Staria. Anders als Standard-Einzelsitze verfügen sie etwa nicht über eine Klappfunktion, die den Einstieg in den Fond erleichtert. Wer nach ganz hinten gelangen will, muss sich zwischen ihnen hindurchschieben. Spätestens mit Handgepäck und Winterjacken wird das schon mal eng.

Hyundai Staria 2023 Foto: Hyundai
Die Sitze in Reihe zwei sind luxuriös.

Innenraum kaum variabel

Generell ist es um die Variabilität im Innenraum eher mäßig bestellt, die Verstellwege der Sessel und Bänke sind vergleichsweise kurz. Der Ausbau des Gestühls ist von Hyundai nicht vorgesehen, auch wenn im Internet bereits Do-it-yourself-Anleitungen kursieren. Wohl auch, weil der der Gepäckraum hinter Reihe drei vergleichsweise gering ist und für Urlaubsfahrten zu siebt kaum reichen dürfte. Immerhin lässt sich für Großeinkäufe die Sitzfläche der dritten Reihe hochklappen, so dass dort Gepäck untergebraucht werden kann. Aber auch dabei gilt: Zunächst muss man damit an den klobigen Mittelsitzen vorbei.

Hyundai Staria 2023 Foto: Hyundai
Das Cockpit wirkt modern.

Generell hat der Staria noch Potenzial bei der Alltagstauglichkeit. So fehlt beispielsweise im Cockpit eine Taste zur Fern-Bedienung der seitlichen elektrischen Schiebetüren. Dass die Koreaner durchaus praktische und originelle Lösungen finden, zeigt hingegen die Fernsprechanlage am Fahrer-Arbeitsplatz. Sie überträgt die Stimme des Fahrers während der Fahrt glasklar in Reihe drei. Gleichzeitig liefert eine Innenraum-Kamera ihm ein Bild des Geschehens im fernen Fond. Solche technischen Kniffe passen außerdem gut zum futuristischen Flair des Kleinbusses.

Hyundai Staria ist optisch ein Hingucker

Der fällt schon äußerlich mit seiner glatten Karosserie und den schmalen Frontleuchten aus dem Gestaltungsrahmen im Personentransporter-Segment heraus. Und auch der Innenraum strahlt mit seinen großen Bildschirmen und den berührungsempfindlichen Tasten eher Raumschiff- denn Lieferwagen-Flair aus. Aus dem Nutzfahrzeug-Segment herübergerettet hat Hyundai allerdings die große Zahl an praktischen Ablagen, die sich sowohl in den Türen, der Mittelkonsole als auch im Armaturenbrett finden.

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Ähnlich schickes Ambiente wie der Staria bieten zwar auch die Top-Varianten von Mercedes V-Klasse oder VW Mutlivan. Allerdings zu deutlich höheren Preisen. Mit 48.361 Euro (alle Preise netto) (Allradmodell: 50.084 Euro) ist der siebensitzige Staria zwar kein Schnäppchen, aber angesichts von Größe und Komfortniveau fair positioniert. Die Variante für sieben ist aktuell einzig in der Linie "Signature" zu haben, die mit umfangreicher Ausstattung und gehobenem Ambiente aufwartet. Immer an Bord sind unter anderem Ledersitze, Zweizonen-Klimaanlage, Bose-Soundsystem und Elektromotoren für Schiebetüren und Heckklappe.

Hyundai Staria 2023 Foto: Hyundai
Das Heck fällt weniger auf als die Front.

Neunsitzer-Ausführung ist in Vorbereitung

Eine weniger luxuriöse Neunsitzer-Ausführung ist in Vorbereitung, wendet sich aber weniger an Familien als vielmehr an gewerbliche Nutzer. Als Motor fungiert in allen Fällen ein recht hemdsärmliger 2,2-Liter-Vierzylinderdiesel mit 177 PS, Achtgangautomatik und Allradtechnik, der nicht ganz zum spacigen Auftritt des Hyundai passen will, sich aufgrund ordentlicher Dämmung aber auch nicht allzu sehr in den Vordergrund spielt. Das Fahrwerk ist eher straff abgestimmt, um auch hohe Nutzlasten zu verkraften. Im Alltag führt das zu einem etwas holprigen Fahrverhalten; Unebenheiten und Schlaglöcher drücken sich deutlich in den Innenraum durch. Andere Kleinbusse können das aber auch nicht besser. Ebenfalls ordentlicher Durchschnitt: der Verbrauch von rund 9 Litern.

Mit 5,25 Metern Länge ist der Staria nicht eben handlich. Aber seitdem das klassische Van-Segment ausgestorben ist, ist eben der Kleinbus das Fahrzeug der Wahl für Menschen, die bequem zu fünft oder zu noch mehreren verreisen wollen. In dieser Klasse ist der Hyundai auf jeden Fall das optisch interessanteste Modell. Und auch der Cockpit-Futurismus und das Luxus-Flair in der zweiten Reihe setzen ihn von der Konkurrenz ab. Kleinere Praxis-Schwächen kann man – auch angesichts des Preises – verkraften.

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