Prognose EU-Autoverkäufe

Privatmarkt hop, Flotten top

Autohaus Foto: Jacek Bilski

Dataforce beleuchtet den europäischen Fahrzeugmarkt: Während die Nachfrage privater Kunden sinkt, werden Firmen mehr Autos bestellen.

Die Analysten von Dataforce zeichnen ein getrübtes Bild der europäischen Automärkte. Ihrer Ansicht nach haben die großen fünf europäischen Automärkte Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien ihren Höhepunkt bereits überschritten haben. Weiteres Wachstumspotential gibt es nur im sogenannten relevanten Flottenmarkt, also im Geschäft mit Firmenkunden beziehungsweise Fuhrparkbetreibern. Hiervon würden vor allem BMW, Peugeot und Audi profitieren.

Seit der Finanzkrise 2008 hat sich der europäische Fahrzeugmarkt laut Dataforce rasant erholt. Zwischen 2013 und 2018 wuchs er im Schnitt um 4,7 Prozent pro Jahr. Durchschnittlich 11,4 Mio. Pkw wurden jedes Jahr zugelassen. Das Hoch von 11,7 Mio. verkauften Pkw der Jahre 2005 bis 2007 wurde jedoch nicht erreicht.

Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen machten in vielen Ländern den privaten Haushalten zu schaffen. Viele Familien fuhren ihre Autos länger oder kauften sich einen Gebrauchtwagen statt eines neuen Autos. So liegen die Verkäufe an private Kunden über alle fünf großen Märkte hinweg nur bei knapp über 80 Prozent des Niveaus von 2006. Und da in absehbarere Zeit keine Effekte wie etwa die Abwrackprämie oder der günstige Wechselkurs in Großbritannien anstehen, stünden die Zeichen im Privatmarkt eher auf Rückgang.

Als Reaktion auf die schwache Privatnachfrage weiteten Hersteller und Handel ihre Eigenzulassungen aus. Das durchschnittliche Wachstum lag zwischen 2014 und 2018 bei 5,7 Prozent. Bei den ebenfalls schnell weiterverkauften Fahrzeugen der Autovermieter lag das mittlere Wachstum sogar bei 5,8 Prozent, im Privatmarkt hingegen nur bei 3,7 Prozent. Mittlerweile sind die Gewinnspannen der Hersteller allerdings wieder stärker unter Druck, was den Spielraum senkt, Volumensteigerungen durch die Gewährung höherer Rabatte zu erkaufen.

Flottenmarkt hat noch Wachstumspotential – außer in UK

Firmenwagen machten 2018 fast ein Viertel aller Pkw-Verkäufe in den EU-5-Märkten aus. Besonders für den Flottenmarkt sei es wichtig, bei der Prognose zwischen dem Vereinigten Königreich und den anderen vier Ländern zu unterscheiden. Dataforce geht davon aus, dass nach einem Brexit werde das jährliche Volumen von Europas größtem Flottenmarkt im Vergleich zum Spitzenwert aus 2016 um 160.000 Neuzulassungen sinken. Das entspricht fast dem Jahresvolumen des niederländischen Flottenmarkts.

Andererseits besitzt der Flottenmarkt weiteres Wachstumspotenzial in den anderen großen Märkten. Firmenwagen oder Langzeitmiete sind inzwischen für weitere Kreise von Mitarbeitern eine Option. Viele zahlen sogar lieber einen festen monatlichen Betrag, anstatt sich ein Auto zu kaufen. Und welche Marken werden von dieser Entwicklung besonders profitieren? Beim absoluten Wachstum im Flottenmarkt sieht Dataforce die größten Gewinne bei BMW, Peugeot und Audi während anderseits Nissan, Ford und Opel/Vauxhall besonders von der Brexit Problematik betroffen seien.

Prozentual würden Tesla und DS am meisten wachsen. Beide würden ihre Verkäufe an Flottenkunden verdoppeln. Was kaum verwunderlich ist für zwei im Firmenkundengeschäft so junge Marken. Gute Chancen sieht Dataforce auch für Lexus. Die Japaner könnten dank attraktiver neuer Hybridmodelle ihr europäisches Flottengeschäft deutlich ausbauen.

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