Unfallschaden

Digitale Dienste sparen Kosten

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Versicherungen setzen immer mehr auf digitale Dienstleistungen. Speziell im Bereich Schadenmanagement kann das Kunden helfen, ihre Fuhrparks effektiver zu managen.

Längst hat die Digitalisierung die Versicherungsbranche erreicht. Davon profitieren auch Unternehmen, die ihre Fuhrparks versichern. So will etwa die R+V das Schadenmanagement im Laufe des ersten Quartals 2020 voll in ihr digitales System integrieren. Dann können Versicherer, Makler oder Kunden Einzel­schäden auflisten und bewerten. Flottenverantwortliche sehen dann jederzeit, ob der Schaden bereits angelegt oder angenommen wurde, der Gutachter aktiv war oder Bilder eingestellt wurden. Auch die Reparaturfreigabe sowie der Beginn der ­Arbeiten in der Werkstatt werden mitgeteilt. Damit kann der Flotten­manager alle Dispositionen treffen, etwa die Einsatzzeit eines Mietwagens festlegen. Mit einem solchen Schadentracking punkten Versicherer und Makler bei ihren Kunden. Denn für Flottenmanager sind diese Infos bares Geld wert.

Auch Makler sind digital unterwegs. MRH etwa entwickelte für Kfz-Flotten eine volldigitale Schadenabwicklung. "Unser Motto ist: 'One call does it all'", sagt IT-Vorstand Lars Mesterheide. Mit einem Anruf, der rund um die Uhr eingehen kann, werde der gesamte Prozess gestartet. Das Unternehmen wickelt zudem nicht versicherte Schäden ab. Weil alles in einer Hand bleibt, ließen sich die Prozesskosten deutlich senken. Zudem könnten Schäden intensiv analysiert werden. "Bei einer Spedition aus Rosenheim konnten wir feststellen, dass viele Lkw-Unfälle nach einem Champions-League-Spiel des FC Bayern München passierten." Scheinbar waren alle Fahrer Fans, die dann im Eifer des Torjubels abgelenkt waren.

Wichtiger Bestandteil des Schadenmanagements ist die intelligente Steuerung von verunfallten Fahrzeugen in ein Werkstattnetz. Schließlich gibt es große Unterschiede zwischen den Stundenverrechnungssätzen in der Stadt und auf dem Land. Durch eine effektive Steuerung lasse sich der Reparaturaufwand um bis zu 20 Prozent reduzieren, sagt Harald Seliger. Er leitet den Bereich Kraftfahrt-Betrieb bei der R+V, zu der auch Kravag gehört, einer der größten Flottenversicherer. Zusätzlich bieten die Werkstattnetze eine Art Full Service in Form von kostenlosen Ersatzwagen oder eines Liefer- und Reinigungsservice für den Unfallwagen. Sinkt dann auch noch die Versicherungsprämie, reduziere sich auch die Steuer. Für Flottenmanager und Assekuranzen ein Win-win-Geschäft.

Allianz und HDI bieten Unternehmen ebenfalls ein umfangreiches Schadenmanagement. Allerdings steckt bei beiden die Digitalisierung von Antrag und Vertragsabwicklung noch in den Kinderschuhen. Immerhin können Allianz-Kunden Schäden über ein Portal melden und per Stream mit dem Sachverständigen besprechen.

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HDI bedient Kunden mit einem PC-gestützten Schadenmeldesystem, bei dem Fahrer alle wichtigen Angaben direkt am Unfallort erfassen. Zudem unterstützt das Programm die Fuhrparkverwaltung, indem es beispielsweise nach individuellen Suchkriterien Schadenlisten erstellt oder direkte und unternehmensinterne Folgekosten eines Unfalls berechnet. Laut Erfahrung von HDI summieren die sich je nach Fahrzeugtyp und Schaden auf 750 bis 3.000 Euro.

Die Zurich ist digital im Wesentlichen im Bereich der Schadenmeldung und -regulierung aktiv. Für ausgewählte Schäden, etwa Glasbruch, werde schon mit Robotics gearbeitet. Und bei kleineren Blechschäden setzt die Zurich auf Videotechnik, mit deren Hilfe Sachverständige Schäden virtuell begutachten.

Ganz so einfach oder gar automatisch klappt der Wechsel zu einem Versicherer mit digitalisierten Prozessen allerdings nicht. "Für eine Preisermittlung benötigen wir deutlich mehr Informationen als im Privatgeschäft", sagt Axa-Sprecher Bastian Niederstein. Denn Firmenwagen werden in der Regel nicht nach Schadenfreiheitsklasse, sondern per Rahmenvertrag versichert. "Da haben wir einen Bruch zwischen der An­gebotserstellung und der Ausfertigung der Police", bestätigt Seliger von der R+V.

Beispiel Schadenmanagement. "Es ist nicht damit getan, nur den Schadenaufwand zu erfassen", sagt Seliger. Schäden und Flottenstruktur müssten rekonstruiert und zusammengebracht werden. Um die Prämie eines Unternehmensfuhrparks individuell zu kalkulieren, brauchen die Assekuranzen die Schadendaten der letzten drei Jahre. "Bei Fuhrparks um die 80 Fahrzeuge kann man davon ausgehen, dass jährlich rund 20 Stück ausgewechselt werden." Alleine diese Datenübernahme sei eine große Herausforderung für den Versicherer. "Wir sind hier vielfach noch in einer vordigitalen Zeit und müssen viele Daten händisch einpflegen." Auch die Axa weist auf die Komplexität des Flottengeschäftes hin und hat bisher nur ein Tool für Neugeschäftsanfragen. Es ermögliche die Eingabe aller relevanten Daten "ohne große Rückfragen". Die R+V will bis Ende 2021 das Projekt Rahmenvertragssystem umsetzen. Dann kann aus dem Versicherungsantrag für eine Flotte automatisch eine Versicherungspolice generiert werden.

Fast alle Versicherer haben das Problem, dass sie noch nicht alle Kundendaten digital erfasst haben. "Sind die Daten einmal in der Maschine, können Kunde oder Makler die Veränderungen bei der Flotte selbst vornehmen", sagt Seliger. Gleichzeitig lobt er das elektronische Zulassungssystem in Deutschland in den höchsten Tönen. Damit fielen im laufenden Versicherungsbetrieb viele Fehler weg. Denn schon ein falsches Kennzeichen bedeute sehr viel Klärungsbedarf zwischen Kunde, Makler und Versicherer.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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