Vernetztes Fahrzeug Der Firmenwagen soll nicht alles verraten

Foto: Opel

Petition an die EU: Autofahrer sollen selbst entscheiden, an wen ihre Autos welche Daten weitergeben.

Ab 2018 wird das Notrufsystem E-Call in Europa zur Pflicht, spätestens dann gewinnt das Datensammeln über Autofahrer weitere Brisanz. Die damit verbundenen Annehmlichkeiten überzeugen viele Autofahrer, dass das Auto dadurch aber auch Daten - wie Kilometerstand, Fahrzeit oder plötzliche Bremsmanöver - sammelt und weitergibt, ist ihnen nicht ganz geheuer. Diese Annahme legt eine europaweite Umfrage des internationale Dachverband der Autofahrer FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) mit mehr als 12.000 Teilnehmern nahe.

Danach wollen 95 Prozent der Befragten gesetzliche Regelungen für den Datentransfer von und zu einem Pkw. Mehl als 90 Prozent der Befragten (91 %) möchten die Möglichkeit haben, die Kommunikation abzuschalten oder damit verbundene Angebote für Pkw-Dienstleistungen herstellerunabhängig (92 %) wählen können, berichtet der ADAC. Kaum jemand wisse, dass sein Auto speichern und auch weitermelden könne, wann er wie lange und wie schnell wohin gefahren ist, so der AvD. Darüber wolle man aufklären. Beide Clubs unterstützen den Dachverband auch dabei, europarechtliche Lösungen einzufordern.

Von den rund 1.000 befragten Autofahrern in Deutschland gaben 70 Prozent an, mit vernetzten Fahrzeugen vertraut zu sein (im europäischen Vergleich: 54 Prozent). Die  Bereitschaft der Deutschen, Daten weiter zu geben, ist am höchsten gegenüber Pannenhilfsdiensten (84 Prozent), gefolgt von lokalen Werkstätten (73 Prozent), Autoherstellern (61 Prozent) und App-Anbietern (21 Prozent).

Dass die Daten bisher vom Hersteller aus an Dienstleister weitergeleitet werden, gefährde die Wahlfreiheit der Verbraucher, meinen die Automobilclubs. Gesetzliche Vorschriften sollen ihrer Forderung nach sicherstellen, dass Daten Eigentum des Fahrers bleiben und dass deren Verwendung der informierten Zustimmung des Fahrers unterliegt.