Alles über Elektroautos im Praxistest
Nissan e-NV200 Evalia 6 Bilder Zoom

Fahrbericht Nissan e-NV200 Evalia: Attraktive Alternative

Nissan kreuzt sein E-Auto Leaf mit dem Kompaktvan e-NV200 Evalia. Heraus kommt ein fünfsitziger Familien-Transporter mit 109 PS starkem Elektromotor.

Wettbewerb belebt das Geschäft, auch innerhalb einer Konzernfamilie. Lange Zeit war der Renault Kangoo Z.E. allein auf dem Markt der elektrisch betriebenen Kompaktvans. Ab Juli gesellt sich nun der von Nissan elektrisierte ­Evalia zum Renault, den es zudem auch als Elektro-Transporter e-NV200 gibt.

Dass der Evalia reichlich Gene seines Zwillings mit Verbrennungsmotor in sich trägt, kann er kaum verheimlichen. Die Karosserie ist identisch bis auf die am Elektrofahrzeug verblendete Schnauze. Da das Elektrofahrzeug auf einen Kühler im Stile derer bei Verbrennungsmotoren nicht angewiesen ist, nutzt Nissan den frei gewordenen Bauraum und verstaut dort die beiden Batterieladebuchsen – eine für normalen und eine für den Schnellladebetrieb.

Fast volle Akkus in nur 30 Minuten

Über Letztere lässt sich die 24 Kilowattstunden große Batterie binnen 30 Minuten auf 80 Prozent aufladen, vorausgesetzt es findet sich eine der noch raren Chademon-Ladestationen. Geht der Akku nach vier bis fünf Stunden Ladezeit im Normalbetrieb mit 100 Prozent auf die Straße, soll der Evalia laut Hersteller 163 Kilometer zurücklegen können. Auf der zugegebenermaßen dynamisch gefahrenen ersten Runde im Stadtverkehr von Barcelona lag die Kapazität nach 30  Kilometern nur noch bei 60 Prozent.

Für die Rekuperation bietet der Elektrovan zwei Stufen. Die Standardstufe verzögert das Fahrzeug kaum, wenn der Fuß vom Fahrpedal steigt. Dafür gibt es auch kaum Energie zurück. Allein deshalb sollte der Fahrer diesen Modus eher meiden und sich intensiv mit dem stärkeren Rekuperationsbetrieb fahrtechnisch vertraut machen. Der hat neben der besseren Energierückgewinnung auch den Vorteil, dass das Bremsen wegen der starken Verzögerung nur noch selten nötig ist.

Stabiles Fahrverhalten dank tiefliegender Batterie

Fahrdynamisch bringt das Elektrokonzept für den NV200 einige Vorteile mit sich. So hat Nissan die 192 Batteriezellen unterflur verbaut. Das senkt den Schwerpunkt des Fahrzeugs und macht es stabiler. Während der Verbrenner immer wieder zum Wanken neigt, macht der Stromer einen wesentlich strafferen Eindruck. Dabei übernehmen an der starren Hinterachse Blattfedern die Fahrwerksaufgaben, während vorn die Räder einzeln an McPherson-Federbeinen aufgehängt sind.

Der 80 Kilowatt starke E-Motor bringt es ab der ersten Gaspedalberührung auf 254 Newtonmeter. Damit legt der Evalia an jeder Ampel einen guten Start hin. Das gilt auch bei voller Besetzung mit fünf Personen und maximaler Beladung (579 Kilo).

Der elektrisierte Nissan Evalia kostet über 30.000 Euro

Günstig ist Elektromobilität leider immer noch nicht. Für den e-NV200 Evalia ruft Nissan einen Einstiegspreis von 30.870 Euro zuzüglich Batterie-Leasing auf – dann allerdings auch in der höchsten Ausstattungsvariante Tekna. Der normale Kastenwagen e-NV200 ist schon ab 20.100 Euro zu haben. Der Renault Kangoo Z.E. ist ab 20.300 Euro zu haben. Die Miete für die Nissan-Batterie schlägt je nach Laufzeit und -leistung mit rund 80  Euro zu Buche. Wer die Batterie lieber sein Eigen nennt, bekommt den Lieferwagen ab 25.058 Euro. Renault bietet die Batterie nicht zum Kauf an. Bei Citroën kostet die Basisvariante des Berlingo Electric inklusive Batterie 26.000 Euro. Bei diesem eng gestrickten Preisgefüge im Markt findet der Wettbewerb wohl auf einer technischen Ebene statt.

Foto

Nissan

Datum

6. August 2014
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