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Renafan: Mit Poolfahrzeugen ans Ziel

Beim Berliner Pflegedienstleister Renafan spielen 170 Poolfahrzeuge die Hauptrolle. Dafür geht Fuhrparkleiter Martin Stutzbach neue Wege.

Die Wachablösung im Fuhrpark der Renafan Group in Berlin vollzieht sich derzeit ohne großes Tamtam. Das in der Seniorenbetreuung, Intensivpflege und dem Service für Behinderte aktive Unternehmen schickt seine in die Jahre gekommenen Smart nach und nach in Rente. Für frischen Wind im Pool sorgen jetzt Franzosen, genauer: der 69 PS starke und vergleichsweise geräumige Citroën C1 als Dreitürer.

Dass der Fahrzeugwechsel reibungslos über die Bühne geht, liegt vor allem an der Erfahrung von Martin Stutzbach, der den Fuhrpark seit zwei Jahren betreut. Mit den Anforderungen und Befindlichkeiten des Pflegedienstes ist der Rechtsanwalt vertraut. Schließlich hat er bereits vor neun Jahren für die heute zur Renafan Group gehörende gemeinnützige Gesellschaft für integrative Sozialdienste  an den Standorten München und Hannover einen florierenden Fahrdienst für Menschen mit Behinderung mit rund 170 Fahrzeugen aufgebaut.

Bei der Fahrzeugauswahl spielen Emotionen keine Rolle

Der Fuhrpark soll das Unternehmen entlasten und in guter Qualität zur Erfüllung der Aufgaben beitragen, beschreibt Stutzbach sein Credo. Andererseits sieht sich Stutzbach nicht als Fuhrparkmanager, der mit dem neuesten Prospekt seines Lieblingsautos unterm Kopfkissen einschläft. Näher liegt ihm der Gedanke, dass die Mitarbeiter von Renafan ihre Fahrzeuge lediglich nutzen und sich über Betrieb und Unterhalt keine Gedanken machen müssen. Dass Stutzbach damit einen Grundsatz des Carsharings aufgreift, ist kein Zufall. Der Niedersachse hat in den 90er-Jahren als Geschäftsführer das Projekt Teil-Auto zu Reputation gebracht. Zudem war er von 2001 bis 2004 an der Sanierung der Statt Auto Carsharing Berlin beteiligt und von 2004 bis 2006 Geschäftsführer des Bundesverbands Carsharing.

Heute geht Stutzbach als Manager neue Wege. Allerdings nicht als klassischer Fuhrparkleiter, sondern als auf Verkehrsrecht, Zivil- und Unternehmensrecht
spezialisierter Rechtsanwalt, der den Auftrag zur Betreuung der Fahrzeuge als Mandat übernimmt. Seine Visitenkarte weist ihn als Koordinator für den Fuhrpark aus. In dieser Funktion hat Stutzbach rund 270 Fahrzeuge unter seinen Fittichen, wobei mit rund 150 Einheiten der größte Teil der Flotte in Berlin auf Achse ist. Der Rest verteilt sich auf die Standorte Hamburg, München, Ulm, Hannover und Bremen.

Die Sparte Motivation umfasst rund 50 Citroën C3 und C4 sowie die gleiche Anzahl Ford Fiesta und Focus, die alle den Abteilungs- und Pflegedienstleitern für dienstliche und private Fahrten zur Verfügung stehen. Im Fokus des Koor­dinators steht der rund 170 Einheiten ­starke Fahrzeugpool für den Pflegedienst. Anspruchsvoll ist die Aufgabe vor allem deshalb, weil der Etat keine großen Sprünge erlaubt.

Beim Fuhrpark rechnet das Controlling mit spitzem Bleistift

Renafan investiert vorzugsweise in qualifiziertes Personal. Der Fuhrpark hingegen zählt zu den Sachkosten, die das Controlling mit spitzem Bleistift rechnet, erklärt Stutzbach den Rahmen. Dabei war es nicht einfach, eine Leasinggesellschaft zu finden, die den Citroën C1 für vier Jahre und mit einer Jahreslaufleistung von 15.000 Kilometern zur Verfügung stellt. Außerdem zeigte die Ausschreibung, dass sich eine knapp kalkulierte Leasing­rate für Kleinwagen nicht mit hohem Gestaltungsspielraum verbinden lässt: Der gewünschte Full-Service-Vertrag war allein für gute Worte nicht zu haben. Stutzbach muss daher das Management weitgehend selbst in die Hand nehmen. Unterstützung erhält er dabei von fünf Mitarbeitern, die neben Beschaffung und Verwaltung auch Inspektions- und Prüftermine, Führerscheinkontrollen sowie Kfz-Versicherung und Schadenmanagement auf dem Schirm haben.

Bedarf an Poolfahrzeugen wird direkt nach Berlin gemeldet

Das Team hat ein Meldesystem eingerichtet, bei dem die wichtigsten Informationen im Fuhrparkmanagement auflaufen. Die Pflegestationen an den verschiedenen Standorten melden demnach ihren Bedarf für Poolfahrzeuge direkt nach Berlin. Einmal im Monat ist zudem eine Meldung über die Kilometer­stände der Fahrzeuge angesagt. Bei einem Defekt oder Unfall des Poolfahrzeugs stellt die jeweilige Station zunächst das Ersatzfahrzeug. Die Schadenmeldung geht dann zur Fuhrparkleitung nach Berlin, von dort wird die Instandsetzung in die Wege geleitet.

Die Fahrzeuge selbst lässt das Management nur in den vom Leasinggeber zugelassenen Werkstätten warten und reparieren. Dieses Arrangement, das die Leasingrate noch einmal reduziert, zwingt Stutzbach im Hinblick auf die Transparenz der durchgeführten Arbeiten zu Kompromissen. "Wenn die Kosten eine Rolle spielen, brauche ich alle verfügbaren Informationen über den Einsatz der Fahrzeuge", beschreibt Stutzbach seinen Anspruch. Deshalb unterzieht er den Pool auch einmal im Halbjahr einem kurzen Check, um den Allgemeinzustand der Fahrzeuge zu dokumentieren. Die Informationen über die Reparaturen bleiben in dieser Aufstellung allerdings außen vor.

Unterm Strich ist Stutzbach mit seinen Leasingverträgen zufrieden. ­Mittlerweile sind alle Citroën C1 unterwegs. Spätestens Ende 2015 will Stutzbach die Umstel­lung des Renafan-Fuhrparks abschließen. Für die Zeit danach denkt er schon über neue Konzepte nach. Dabei geht es auch um die Frage, ob ein Kauffuhrpark für die Zwecke von Renafan vielleicht die bessere Wahl wäre.

Renafan

Die 1995 in Berlin gegründete Renafan Group betreut rund 4.500 Menschen an 40 Standorten in Deutschland. In Berlin unterhält das Unternehmen neun ambulante Pflegestationen, in denen Sozialarbeiter und Pflegepersonal die Versorgung übernehmen. Das Portfolio des Dienstleisters reicht von der ambulanten und stationären Pflege über Wohn- und Versorgungsmöglichkeiten und Intensivpflege bis hin zur Assistenz für behinderte Menschen. Im letzten Jahr wurde Renafan im Wettbewerb "Berlins beste Arbeit­geber" mit einem Preis für die "Arbeitgeber-Marke" ausgezeichnet.

Autor

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ETM

Datum

26. November 2014
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