Bundesverband Fuhrparkmanagement

Bitte mehr Diensträder

Foto: Ljupco Smokovski

Diensträder als Incentive spornen Mitarbeiter an. Der Verwaltungsaufwand für die Unternehmen hält sich in Grenzen, der Gewinn dagegen ist riesig.

Fahrräder liegen im Trend, speziell E-Bikes:

Alleine 850.000 Stück wurden 2018 in Deutschland verkauft, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch immer mehr Arbeitnehmer wünschen sich ein Rad vom Arbeitgeber. Nicht nur die Google-Suche nach dem Thema »Dienstfahrrad« hat nach einer Analyse zwischen 2014 und 2018 um fast 300 Prozent zugenommen und liegt damit auf Platz zwei hinter der allgemeinen Suche nach »Mitarbeiter-Benefits«. Unter den Top-Suchanfragen von Arbeitnehmern belegte das Dienstrad 2018 Platz vier, vor Arbeits-Laptop und Arbeits-Handy. Keine Spur von Dienstwagen oder anderen Mobilitätsthemen für Mitarbeiter.

Arbeitgeber haben das erkannt und bieten immer häufiger flexible Möglichkeiten, etwa im Rahmen eines individuellen Mobilitätsbudgets. Statt eines Dienstwagens erhalten die Angestellten einen monatlichen Betrag. Damit können sie ihren Mobilitätsmix dem persönlichen Pendel- und Reiseverhalten entsprechend individuell zusammenstellen. Das Budget können sie für einen Dienstwagen oder den ÖPNV nutzen, aber auch für ein Dienstrad oder E-Bike, mit dem sie privat radeln dürfen.

Die Politik sieht das ebenfalls positiv:

Mitarbeiter müssen privates Radeln bis zum Jahr 2021 nicht mehr versteuern. Aber nur, wenn die Räder vom Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn finanziert und den Arbeitnehmern auch zur privaten Nutzung überlassen werden.

Das dienstlich genutzte Fahrrad ist also schwer im Kommen. Und das ist auch gut so, selbst wenn man die je nach Standort möglicherweise erhöhten Unfallrisiken im Blick behalten muss. Und ganz ohne Aufwand für das Mobilitätsmanagement geht’s auch nicht. Denn für ein dienstlich genutztes Fahrzeug gelten natürlich genauso die Unfallverhütungsvorschriften mit jährlicher Sachkundigenprüfung, regelmäßigem Check der Verkehrssicherheit des Rads, richtiger Kleidung, Helm und vielem mehr.

Auf der anderen Seite fällt der CO2-Ausstoß des Mitarbeiters auf dem Rad wesentlich geringer aus als beim Auto. Ergo:

Das Rad ist gut für die Umwelt, gut für Gesundheit und Fitness der Mitarbeiter – und gut für neue Ideen und Innovationen im Unternehmen.

Wie ich darauf komme? Studien haben herausgefunden, dass weniger als zehn Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die besten Ideen nicht im Büro bekommen, sondern wenn sie auf der Toilette sitzen, duschen, joggen – oder Rad fahren. Die Bewegungsabläufe sind automatisiert und blockieren das Gehirn nicht, dazu kommt die frische Luft. Gleichzeitig baut die Bewegung Stress ab und fördert die Sauerstoffaufnahme – und Geistesblitze. Keine Frage, die kann jedes Unternehmen gebrauchen. Selbst Albert Einstein hat über seine Relativitätstheorie berichtet: "Mir ist es eingefallen, während ich Fahrrad fuhr." Wenn das kein weiterer Ansporn ist.

Axel Schäfer, Geschäftsführer und Vertreter des Bundesverbands Fuhrparkmanagement e. V. im Board der EUFMA – European Fleet and Mobility Management Association.

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