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Auto-Rückrufe Augen auf beim Autokauf

Opel Astra 2022 Foto: Opel

Immer häufiger rufen Autohersteller komplette Modellfamilien zurück, weil es zu Problemen kommen kann. Dabei bleiben Fuhrparkbetreiber oft auf den Kosten sitzen.

Erst kam Corona, dann die Halbleiterkrise. Die letzten beiden Jahre haben Fuhrparkverantwortliche geplagt. Und als wäre das nicht genug, gibt es seit einigen Monaten einen Hochlauf an Rückrufaktionen. Allein im November wurden bei Mercedes rund 240.000 Fahrzeuge in Deutschland zurückgerufen, und erst kürzlich rief auch Opel etwa 110.000 Fahrzeuge zurück. Das Center of Automotive Management (CAM) gibt an, dass die hohen Rückrufquoten vor allem auf den Veränderungsdruck in der Branche zurückzuführen sind. Neue Produkte kommen deshalb unfertig auf den Markt, und die Kunden werden zu Versuchskaninchen. Hinzu kommen die Effekte der Gleichteilestrategie: Fehlerhafte Komponenten werden nicht mehr nur in einem Modell verbaut, sondern gleich in einer ganzen Modellfamilie. Dadurch erhöht sich die Zahl der betroffenen Fahrzeuge enorm. Aber eine Entschuldigung für Hunderttausende zurückgerufene Fahrzeuge kann das nicht sein. Wer für Qualität steht, muss auch Qualität liefern.

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Die Gründe für Rückrufaktionen sind vielfältig und reichen von einem Defekt am Ladekabel über Probleme mit dem Airbag bis hin zu Fehlern am Motor-Steuergerät. Die Folgen: Von Brandgefahr bis zu einem plötzlichen Ausfall des Motors ist alles dabei. Den Schadensmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Und was machen die Hersteller dann? Ein Rückrufschreiben! Im besten Fall wird man dazu ermuntert, das Fahrzeug umsichtig zu fahren und die Nutzung einzuschränken. Die Ersatzteile sind gerade nicht verfügbar, eine schnelle Behebung des Fehlers ist deshalb nicht möglich.

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Die Hersteller sind damit aus der Verantwortung, sie haben ja auf die Gefahr hingewiesen. Aber was das letztendlich für die Verbraucher bedeutet, daran denkt keiner. Denn einen für den Nutzer kostenneutralen Rückruf, den gibt es nicht. Es gibt nicht einmal eine rechtliche Verpflichtung zur Übernahme der Reparaturkosten oder der Kosten für einen Leihwagen während des Ausfalls. Hinzu kommt der Mobilitätsausfall, der ebenfalls Kosten mit sich bringt. Und wenn im Schreiben des Herstellers dann davon die Rede ist, dass das Fahrzeug derzeit nicht repariert werden kann, dann können aus ein paar Stunden des Ausfalls ganz schnell auch ein paar Wochen oder sogar Monate werden. Denn ein Unternehmen muss den Fürsorgepflichten gegenüber seinen Mitarbeitenden nachkommen, und das geht nicht, wenn man die Angestellten wissentlich mit einem geschädigten Fahrzeug fahren lässt. Nicht auszudenken, was da alles passieren kann. Aber Hauptsache, die Hersteller sind fein raus.

Doch wenn hier seitens der Hersteller und auch der Politik nicht bald ein Umdenken im Umgang mit den Fuhrparkkunden stattfindet, dann könnte es irgendwann auch hier Rückrufe geben, und zwar bei den Aufträgen

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