Geschäftsreisen nach Corona Zurück zur Normalität

Departures 2022 Foto: Adobe Stock/Blacksalmon

Corona hat unsere Geschäftstermine komplett verändert. Aber wie wird das nach der Pandemie aussehen? So wie früher? Auf Distanz? Oder irgendwo dazwischen?

Mit der Omikron-Variante scheint sich Corona zumindest vorübergehend zurückzuziehen. Zwar gibt es noch immer überall Einschränkungen, aber mit den letzten Lockerungen von Bund und Ländern kehrt nun doch spürbar unsere lang vermisste Normalität zurück. Das ist auch daran zu erkennen, dass neben der Politik auch die Unternehmen nun wieder immer mehr zulassen.

Laut einer Dauerumfrage des Verbandes Deutsches Reisemanagement (VDR) erlaubten Mitte März rund 45 Prozent der Befragten ihren Angestellten Dienstreisen wieder ohne Einschränkungen. Über 20 Prozent mehr als noch im Januar. Und das nicht nur innerhalb der Bundesrepublik oder Europas – neun von zehn Unternehmen erlauben Geschäftsreisen wieder weltweit.

Die Betriebe lockern also zusehends, wobei die große Mehrheit eventuelle Einschränkungen in Zukunft auch eher kurzfristig und von der aktuellen Coronalage abhängig machen möchte.

Einschränkungen in der Mobilität 2022 Foto: Deutsches Reisemanagement

Aber heißt das auch, dass schon bald alles wieder so laufen wird wie vor der Pandemie? Schließlich ergaben sich durch die Einschränkungen auch durchaus positive Nebeneffekte. Weniger Reisen bedeuten weniger Kosten, weniger Planungsaufwand, ein flexibleres Zeitmanagement und gesündere Mitarbeiter. Und ganz nebenbei hilft es auch noch der Umwelt, wenn weniger gefahren und geflogen wird.

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Das spiegelt sich auch in der VDR-Umfrage so wider. Da gaben zuletzt über 35 Prozent der Befragten an, dass in ihren Unternehmen im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten gerade mal ein Viertel der Geschäftsreisen stattfindet. Knapp zwei Drittel der Unternehmen gehen davon aus, dass die Zahl der Reisen auch länger­fristig um rund 30 Prozent sinke. Nicht wenige wollen künftig vor jeder Reise prüfen, ob sie wirklich notwendig ist.

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Wenn die geschäftliche Mobilität sinkt, dürfte das für die Reise- und Hotelbranche spürbare Auswirkungen haben. Zwar rechnen die Unternehmen selbst nicht mit einem Stellen­abbau in ihrem Reisemanagement, sehr wohl aber damit, dass Geschäftsreisen künftig teurer werden. Zusätzlich sei die Insolvenz einiger Dienstleister sehr wahrscheinlich.

Zahl der Geschäftreisen nach Corona Foto: Verband Deutsches Reisemanagement

Wo genau sich das Niveau einmal einpendeln wird, wenn Corona einmal wirklich komplett hinter uns liegt, das steht noch in den Sternen. Denn die Notwendigkeit von Dienstreisen wird auch in Zukunft von Betrieb zu Betrieb und von Position zu Position unterschiedlich sein. Doch die aktuellen Einschätzungen der Unternehmen zeigen: Zurück zur Normalität bedeutet nicht, dass es nach Corona wird wie vorher. Die Pandemie hat gezeigt, dass es auch anders geht. Das scheint in den Chefetagen der ­Unternehmen durchaus angekommen zu sein.

Drei Fragen an …

Axel Schäfer, Geschäftsführer Bundesverband Fuhrparkmanagem Foto: Thomas Küppers
Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbands Fuhrparkmanagement.
Werden sich die Fuhrparks nach Corona verändern? Und wenn ja, wie?

Die Pandemie hat schon große Veränderungen mit sich gebracht, und die werden auch danach nicht wieder verschwinden. Die Digitalisierung hat einen weiteren Pusch bekommen, und der nachhaltige Fuhrpark wird ebenfalls weiterhin im Fokus stehen. Ein Zurückkommen zum Fuhrpark von vor der Pandemie wird es nicht geben. Viele Firmen befassen sich erkennbar mit der Frage einer Umgestaltung der betrieblichen Mobilität. Dies ist auch sinnvoll zur Erreichung einer größeren Nachhaltigkeit, die von Unternehmen mehr und mehr gewollt ist.

Die Zahl der Dienstreisen steigt wieder. Hat das auch Auswirkungen auf die Flotte?

Im Vertrieb wird die persönliche Begegnung sicherlich auch weiterhin eine große Rolle spielen. Aber auch ein Vertriebler wird es sich künftig wohl eher zweimal überlegen, ob eine Dienstreise wirklich notwendig ist, oder ob der Termin nicht auch online stattfinden kann. Wir sehen auch, dass Unternehmen mehr und mehr über die Gesamtgestaltung der Mitarbeitermobilität nachdenken, und das führt auch zu Veränderungen im Fuhrpark. Zum Beispiel ist der Dienst­wagen längst nicht mehr so gefragt, wie er es mal war. Und auch die Punkte Liefersituation, Elektroautos, Nutzungsdauer und CO2-Bilanz spielen hier erheblich mit rein.

Wird sich das Fuhrpark-Budget verändern, und werden Dienstreisen künftig umweltfreundlicher?

Das Budget für Flotten wird für die Elektrifizierung genutzt werden. Durch das veränderte Mobilitätsverhalten wird auch die Anschaffung neuer Dienstwagen eingeschränkt, weil es nicht mehr nötig ist. Fahrzeuge mit weniger Laufleistung werden länger genutzt werden. Das wirkt sich auch auf die finanziellen Mittel aus. Schon jetzt ist der Ruf nach Elektromobilität groß, und viele Unternehmen nehmen die Elektrifizierung der Flotte in Angriff. Das wird den CO2-Ausstoß auf jeden Fall mindern.

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