Historie Subaru Allradautos Unterschätzter Marktführer

Subaru Leone SW 1972 Foto: Subaru 14 Bilder

Vor 50 Jahren verkaufte Subaru die ersten Kombis, Coupés und Crossover mit Allradantrieb. Keine andere Marke verkaufte bisher mehr 4x4-Pkw.

Der Allradantrieb ist ideal für rutschiges und verschneites Terrain. Die Basis für dies Entwicklung setzte die japanische Marke Subaru mit dem Leone im kalten Winter 1971/72, In der schneereichsten besiedelten Gegenden der Welt im Norden der japanischen Hauptinsel Honshu. Rund 37 Meter Neuschnee fallen dort im Jahresmittel, fast das Doppelte der Menge, die auf dem Zugspitzblatt gemessen wird. Für den lokale Stromversorger war dies vor 50 Jahren Anlass, einen Großauftrag über 4x4-Fahrzeuge auszuschreiben – mit überraschendem Ergebnis. Keiner der konventionellen Hardcore-Offroader gewann den praktischen Härtetest in der bergigen Eiskammer, gut 250 Kilometer nordwestlich von Tokio. Stattdessen setzte sich der Subaru Leone Station Wagon 1400 AWD durch.

Ein komfortabler Frontantriebskombi mit per Klauenkupplung zuschaltbarer angetriebener Hinterachse. Ein Pkw, der die an raue Nutzfahrzeuge gewohnten Mitarbeiter bei Tohoku Electric begeisterte, aber auch Familien gefiel. So ließ Subaru eine ganze Phalanx an Leone-Typen los, die aus dem Kleinwagenspezialisten der 1960er Jahre einen global agierenden Trendsetter für Allradler machten. Ob Legacy-Limousine, Crossover-Kombi Outback oder Forester als SUV-Vorreiter, Subaru brachte als erster 4x4-Pkw in Millionenauflage. Klar, dass dies heute auch mit Stromern klappen soll.

Subaru Impreza WRX STI 2002 Foto: Subaru
Der Impreza WRX STI begeisterte die Fans.

Aber Subaru konnte auch Sport. Ab Mitte der 1990er gewann der Impreza WRX STI etliche Rallye-WM. Auch die hierzulande fast vergessene Baureihe Legacy verdankt ihre 1989 gezündete Shootingstar-Karriere als bis heute global meistverkauftes 4x4-Pkw-Modell spektakulären Rekordfahrten und Rallyeauftritten.

Der Weg zum Millionenseller war allerdings auch für Subaru nicht leicht. Nach den Anfangserfolgen des Leone in Japan und in den USA gelang Subaru in Europa nur ein holpriger Start. Der Mix aus fernöstlichem Design, Boxermotoren und manuell zuschaltbarem Allradantrieb wollte erst 1979 im zweiten Anlauf bei Schweizer Bergbewohnern und Jägern verfangen. Auch in Deutschland waren ab 1980 zunächst vor allem Förster und Landwirte an den inzwischen in zweiter Generation verkauften Leone interessiert. Als jedoch hierzulande der Geländewagen-Hype um frühe 4x4-Offroader von Suzuki, Nissan oder Toyota Mitte der 1980er seinen Höhepunkt erreichte und Audi mit den Quattro-Modellen Avantgarde verkörperte, profitierte endlich auch Subaru von der Allradbewegung.

Mit dem agilen Kleinwagen Justy, dem kuriosen Hochdach-Van Libero – sechs Plätze auf 3,42 Meter Kürze – und dem futuristischen Klappscheinwerfer-Coupé XT setzten die Japaner Ausrufezeichen. Speziell der XT mit Cockpit im Jetfighterstil, neuem permanentem Allradantrieb und leistungsstarkem Boxer leuchtete als Stern am Sportwagenhimmel, passend zum Subaru-Logo der Plejaden.

Subaru Justy 1994 Foto: Subaru
Auch der kleine Justy verfügt über Allrad.

Besonderes Temperament zeichnete fortan viele Subaru-Typen aus. Waren es zuerst starke Turbovarianten der L-Serie, folgte 1991 das durch Giorgetto Giugiaro inspirierte extravagante Gran-Turismo-Coupé SVX mit 230 PS starkem 3,3-Liter-Sechszylinder-Boxer. Weiter ging es mit bis 300 PS leistenden Impreza WRX STI und heißblütigen Legacy-Kombis mit bis zu 280 PS freisetzenden Twin-Turbo-Sechszylinder-Boxern: Mit 270,532 km/h, registriert bei einer Rekordfahrt, sicherte sich der Legacy 1998 den Rang des schnellsten Serienkombis der Welt. Auf das US-Credo „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Hubraum“ vertraute der 2005 lancierte Crossover Subaru B9 Tribeca, benannt nach einem New-Yorker-Trendsetter-Stadtteil. Allerdings blieb er ein wenig erfolgreicher Solitär, ebenso wie sein auf 3,6 Liter gewachsener Sechszylinder-Boxer.

Stattdessen erlebt Subaru seit 1995 mit dem Outback, welche Höhenflüge komfortable Crossover-Kombis mit Offroadqualitäten entfalten können. Tatsächlich inspirierte der Outback anfangs sogar die skandinavischen Premiumplayer Volvo und Saab zu Crossover-Modellen, wobei Saab die Expertise von Subaru zu Badge-Engineering-Modellen wie dem 9-2 X nutzte. Noch größeren Erfolg verzeichnet seit 1997 der Subaru Forester. Allrad-Kombi und Geländewagen, Arbeitsgerät und Familienfreund: Mit diesen vielseitigen Qualitäten brachte der Forester das damals noch junge SUV-Segment in Schwung, und bei Subaru ist er die Marken-Ikone schlechthin.

Subaru Outback 1997 Foto: Subaru
Der Outback ist ein Legacy Kombi, der mit zahlreichen Offroad-Attributen ausstaffiert wurde.

Während die Allradtechnik bei Subaru immer ausgefeilter wurde – so gibt es schon seit 2014 das elektronische X-Mode-System für Bremseingriffe und Motormanagement – blieben Vollhybride lange außereuropäischen Märkten vorbehalten. Erst der 2019 präsentierte, sogenannte e-Boxer in den Modellen Impreza, XV und Forester leitete eine Elektrifizierung des Antriebsstranges ein, das Flaggschiff Outback profitierte davon jedoch nicht. Stattdessen startet 2022 auch in Europa der batterieelektrische Allrad-Crossover Solterra, den Subaru gemeinsam mit Toyota entwickelte. Für Subaru ein Leuchtturmprojekt, damit die Allradmarke auch in Zukunft glänzt.

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