Isuzu D-Max Doppelkabine Test

Plötzlich modern

Isuzu D-Max 2021 Foto: Julian Hoffmann 7 Bilder

Auch in der dritten Generation bleibt der Isuzu D-Max ein robuster Pick-up für Arbeit und Freizeit. Fahrgefühl und Ambiente aber sind radikal anders also im Vorgänger.

Der Lifestyle-Auftritt vieler Pick-up-Konkurrenten war dem Isuzu D-Max bis dato weitgehend fremd. Er setzte stattdessen voll auf die Nutztier-Karte, mit leicht abwaschbarem Hartplastik im Innenraum, selbst mit Handschuhen bedienbaren Schaltern und Ausstattungsfeatures alter Schule, Leder und großen Alufelgen.

Jetzt aber, mit der dritten Generation, betritt der Japaner Neuland: Plötzlich ziehen sich über die ganze Breite des Cockpits Zierleisten in Klavierlack-Optik, der neun Zoll große Multimedia-Touchscreen lässt sich via Apple Carplay und Android Auto mit dem Smartphone koppeln, und selbst die Rückbank mit Isofix-Befestigungen ist für Pick-up-Verhältnisse außergewöhnlich schön und bequem ausgeformt. Die Ausstattungslinie V-Cross will dazu Abenteuer­lust wecken, zahlt mit dunkelgrauem Kühlergrill, mächtigen Radhausverbreiterungen und optischem Unterfahrschutz in der Frontschürze voll auf den Outdoor-Trend ein.

Isuzu D-Max 2021 Foto: Julian Hoffmann
Das Cockpit glänzt mit weichen Kunststoffen und einem großen Touchscreen.

Dazu die vielen Tasten: Neben klassischen Funktioen wie dem zuschaltbaren Allradantrieb samt Geländeuntersetzung, der Hinterachssperre oder der Bergabfahrhilfe kann jetzt auch ein Tempomat aktiviert werden, der automatisch den Abstand zum Vordermann hält. Oder der Spurhalteassistent, der im Zweifel selbstständig in die Lenkung eingreift. Selbst Tempolimits erkennt und beachtet der neue D-Max automatisch, warnt zudem vor Querverkehr beim Ausparken, was einem bei diesem 5,27-Meter-Vehikel durchaus das Großstadtleben erleichtern kann.

Passend dazu bewegt sich der Isuzu in seiner neuen Generation wenig grobmotorisch. Die Lenkung ist unerwartet leichtgängig, die Sechsgangautomatik schaltet auf Gasdruck spontan und flink. Auch die Werte des im D-Max-Programm alternativlosen Vierzylinder-Turbodiesel passen in die Zeit: Er schöpft seine Kraft nur noch aus 1,9 Liter Hubraum, drückt damit den Verbrauch in unserem Test auf durchschnittlich 9,2 Liter pro 100 Kilometer – mit weiterer Luft nach unten, wie die Normrunde mit 8,2 Litern beweist.

Alles Pkw also? Nicht ganz. Denn beispielsweise die Klangkulisse ist doch sehr eigen, mit hemmungslosem Selbstzünder-Nageln nach dem Kaltstart. Und auch die 163 PS respektive 360 Nm Drehmoment reichen zwar für ein entspanntes Mitschwimmen im Verkehr, aber sicher nicht für spontane Überholmanöver auf kurvigen Landstraßen.

Isuzu D-Max 2021 Foto: JW
Lob hat das Fahrwerk verdient.

Lob wiederum hat das Fahrwerk verdient, denn trotz klassischer hinterer Starr­achse samt Blattfedern rumpelt der D-Max nicht mehr, als er das mit einer Zuladung von knapp einer Tonne eben tun muss. Im Nutz-Kapitel kann der Isuzu zudem mit einer Anhängelast von 3,5 Tonnen punkten und im Falle des V-Cross mit einer kratzfesten Ladeflächenbeschichtung. Im Gelände sind dann die 240 Millimeter Luft unter dem Hinterachsdifferenzial entscheidend, ebenso wie die üppige Wattiefe von 800 Millimetern.

Beim Blick auf die Preisliste aber wird auch klar, dass der D-Max der Konkurrenz nicht nur in Bezug auf Ausstattung und Assistenzsysteme auf Augenhöhe begegnet: Bei 51.200 Euro für den V-Cross mit Doppelkabine und Automatik ist auch im Kosten-Kapitel kaum mehr ein Unterschied zu erkennen zu Toyota Hilux und Co. Einziger Trost: Mit der optisch zurückhaltenderen, sonst aber kaum weniger gut ausgestatteten LSE-Variante lassen sich 3.350 Euro sparen. Und wer nur ein Arbeitstier will, der kann auch weiterhin Modelle mit knapper Ausstattung und Einzelkabine bekommen – schon ab 29.450 Euro.

Mitsubishi L200 (2020) Fahrbericht
Was kann der neue Pick-up?
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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