Laden ohne Stromnetz? Mobile Ladestationen

me energy Ladestation ohne Stromnetz Foto: me energy

Stromnetzautarke Ladestationen als Lösung für schwache Ladeinfrastruktur

Laut der Bundesregierung sollen bis 2030 insgesamt 15 Mio. Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sein. Damit die Versorgung für alle ausreicht, fehlen laut aber wohl noch 400.000 bis 800.000 öffentliche Ladepunkte. Mit der Ernennung von Daniela Kluckert zur ersten Beauftragten für Ladesäuleninfrastruktur zeigt die Regierung, wie bestrebt sie ist, die Ziele umzusetzen. Doch eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur ist nicht nur mit immensen Investitions- und Baumaßnahmen, sondern vor allem mit großen Energiemengen verbunden, die zur Verfügung gestellt werden müssen. Aber was, wenn dieser Energiebedarf auch unabhängig vom Stromnetz gedeckt werden könnte?

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Ein junges Unternehmen aus Brandenburg hat sich der Frage angenommen:
me energy produziert seit 2019 Ladestationen, die Bioethanol durch Verbrennung in Ladestrom umwandeln und somit vollkommen autark funktionieren. Ein voller Energiespeicher liefert dabei 4.000 kWh Ladestrom und kann damit Pkws, Liefer- und Busfahrzeuge versorgen. Das soll bei bis zu vier Auto-Ladungen pro Tag für rund sechs Wochen reichen. Die Ladeleistung beträgt dabei bis zu 210kw, womit laut Hersteller 150-200 Kilometer Reichweite in 10-15 Minuten geladen werden können.

Und da die Ladestationen keinen Anschluss an das Stromnetz benötigen, sind sie quasi überall einsatzfähig. Das könnte vor allem in ländlichen Gebieten oder auf unvorteilhaft gelegenen Grundstücken ein großer Vorteil sein. So müsste dort jedenfalls nicht lange darauf gewartet werden, bis eine funktionierende Lademöglichkeit verfügbar ist.

Das Konzept ist bislang einzigartig und könnte sich im Lauf der Mobilitätswende zu einer großen Stütze entwickeln. Denn während zum Beispiel Großbritannien die Stromzufuhr für Elektrofahrzeuge aus Angst vor einem Blackout gesetzlich reguliert, können Ladestationen, die vom Stromnetz unabhängig sind dabei helfen, steigenden Netzbelastungen vorzubeugen.

Fünf Pilotanlagen konnten bundesweit bislang in Betrieb genommen werden. Auch die ersten serienmäßig produzierten Stationen wurden mittlerweile ausgeliefert. Und die Idee scheint anzukommen, denn die Auftragsbücher seien schon bis in den Spätsommer hinein voll. Neben Firmen und Unternehmen sollen als nächstes Städte und Gemeinden, oder auch Tankstellen, Supermärkte oder Autohäuser mit ins Boot geholt werden - eben überall, wo Ladestationen gebraucht werden können. Langfristig plant me energy auch mit Stationen außerhalb von Deutschland.

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