Lexus UX 300e Fahrbericht

Strom statt Hybrid

Lexus UXe 2021 Foto: Lexus 9 Bilder

Lange hat es gedauert, aber nun startet mit dem Lexus UX 300e das erste E-Auto der Toyota-Konzerns. Das edle Crossover-SUV macht viel Spaß, zeigt aber kleine Schwächen.

Geht es um Hybride oder die Brennstoffzelle, gilt Toyota als weltbekannter Pionier und kann eine jahrzehntelange Erfahrung auf diesem Gebiet vorweisen. Doch in Sachen E-Auto konnten die Japaner bisher nichts bieten. Hier waren andere. Jetzt wagt Lexus, die Edel-Tochter von Toyota, den ersten Schritt und präsentiert den UX 300e. Weitere Elektromodelle sollen in den nächsten Jahren folgen. Lieber spät als nie lautet das Motto, das man eigentlich so nur von VW kennt.

Stromer zum Hybrid-Preis

Als Basis dient der UX, ein 4,50 Meter langer Crossover-SUV, der sich seine Plattform mit dem beliebten Toyota C-HR teilt. Preislich startet der UX 300e bei 39.958 Euro (alle Preise netto). Zieht man den Umweltbonus von 9.000 Euro ab, kostet er in etwa so viel wie der UX mit Hybridmotor. Unter der Haube des E-Autos arbeitet ein 204 PS starker Motor mit satten 300 Nm Drehmoment. Kombiniert mit den üblichen drei Fahrprogramme Eco, Normal und Sport.

Lexus UXe 2021 Foto: Lexus
Der UXe kostet nach Abzug des Umweltbonus kaum mehr als der UX mit Hybridantrieb.

Fast schon ungestüm geht´s zur Sache

Ob man letzteren braucht? Eher nicht, denn wie von E-Autos gewohnt geht’s aus dem Stand weg flott voran. In flotten 7,5 Sekunden fliegt der Crossover auf Tempo 100 und zieht kraftvoll durch. So kräftig, dass man es mit dem Anfahren nicht übertreiben sollte. Ansonsten scharrt der japanische Stromer so heftig mit den Vorderrädern, dass die Traktionskontrolle aktiv werden muss.

Der Lexus ist auf Fahrspaß ausgelegt, was man schnell merkt. Er fährt sich agil und seine Lenkung folgt präzise dem auferlegten Kurs. Auch der muntere Elektroantrieb und die weit unten im Fahrzeugboden befindlichen Lithium-Ionen-Batterien begünstigten sein handliches Fahrverhalten. Immerhin wiegt der Japaner gut 1,7 Tonnen.

Laut Werksangabe nimmt sich der Lexus im Schnitt nur genügsame 16,8 Kilowattstunden aus dem 54,3 kWh großen Akku und soll 315 Kilometer weit kommen. Für den kilometerfressenden Außendienst reicht’s nicht, aber vielen User Choosern dürfte es genügen. Zumal man in der Praxis mit knapp 20 Kilowattstunden rechnen sollte, was die Reichweite schmelzen lässt.

Noch mit leichter Ladehemmung

Auf alle Batteriekomponenten gibt Lexus zehn Jahre Garantie, zwei mehr als üblich. Das ist lobenswert und schafft Vertrauen in die teure E-Technologie. Nur beim Laden klemmt es noch ein bisschen. Mit Wechselstrom ist die Ladeleistung auf 6,6 kW beschränkt. Damit nuckelt der UX knapp über acht Stunden an der AC-Leitung, bis seine Batterien wieder voll sind. Aber wenigstens kann sein Fahrer auch Schnellladensäulen ansteuern. Dann fließt der Strom wenigsten mit 50 kW und in 30 Minuten kommt man wieder rund 150 Kilometer weiter.

Beim Anschluss setzt Lexus auf den in Asien Ländern favorisierten Chademo-Stecker. Anders als beim CCS-System benötigt man daher zwei Ladekabel für Gleich- und Wechselstrom, die jedoch serienmäßig mitliefert werden. An einer Lösung für den europäischen CCS-Standard arbeitet Lexus noch. Andererseits hat das japanische System Vorteile, weil es fürs bidirektionale Laden ausgelegt ist. Damit kann ein Elektroauto nicht benötigten Strom ins heimische Netz zurückspeisen.

Innen hochwertig und penibel verarbeitet

Innen geht es markentypisch nobel zu. Die Oberflächen und die handgestickten Ziernähte hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Nur im unteren Bereich enttäuscht der Lexus mit harten Kunststoffen.

Lexus UXe 2021, Cockpit Foto: Lexus
Digitales, auf den Fahrer zugeschnittenes Cockpit.

Das auf den Fahrer zugeschnittene Digital-Cockpit lässt sich intuitiv bedienen, einzig das Multimediasystem zeigt leichte Schwächen. Es wird über ein kleines Touchpad neben dem Wählhebel gesteuert und führt nicht immer zu einem treffsicheren Ergebnis. Empfehlenswert ist das High-End Soundsystem von Mark Levinson, welches den UX 300e in einen rollenden Konzertsaal verwandelt.

Hinten wird es eng

Fahrer und Beifahrer sitzen bequem, getrennt durch eine breite Mittelkonsole. Das Raumgefühl in Reihe passt wie maßgeschneidert, während es im Fond eher eng zugeht. Auch der Kofferraum fällt mit 367 Liter nicht wirklich üppig aus. Außerdem entsteht nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen eine unschöne Stufe. Ausladendes Gepäck wie Regale müssen daher meistens draußen bleiben. Aber dazu ist der noble Lexus UX 300e aber eigentlich auch viel zu schade. Er ist ein exklusiver Stromer, der sich mit seinem expressiven Design vom Mainstream unter den kompakten Premium-SUVs abhebt.

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