E-Autos bei Hettich

Elektrisieren mit System

BMW i3 Drive now Foto: Fabian Kircbauer

Der Spezialist für Möbelbeschläge Hettich setzt inzwischen teilweise auf Elektroautos. Die Leasing- und Fuhrparkmanagementgesellschaft Alphabet unterstützt bei der Umsetzung.

Zwar denken inzwischen immer mehr Unternehmen darüber nach, wie sie elektrifizierte Autos in ihren Fuhrpark integrieren können, doch wirklich neu sind solche Ideen nicht. In den kommenden Jahren wird kaum ein Unternehmen darum herumkommen, sich mit dem Aufbau von Ladeinfrastruktur und dem Einsatz von Plug-in Hybriden oder batterieelek­trischen Autos auseinanderzusetzen. Der Spezialist für Möbelbeschläge Hettich aus Kirchlengern in Nordrhein-Westfalen entschied sich schon vor Jahren für diesen Schritt. Seit 2012 arbeitet Sven Oßenbrink bei Hettich im Fuhrparkmanagement, ein Jahr später schaffte das mittelständische Unternehmen die ersten zwei Elektroautos an.

Der Standort im ländlichen Raum ist nicht besonders gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen, viele Mitarbeiter kommen mit dem Auto zur Arbeit. Die meisten Firmenfahrzeuge kommen nur für den Arbeitsweg zum Einsatz und stehen sonst die meiste Zeit ungenutzt auf dem Parkplatz. "Nur der Vertrieb ist ständig auf Achse", so Fuhrparkleiter Oßenbrink.

Das Familienunternehmen wollte sowohl den Arbeitsweg ökologischer gestalten als auch die Auslastung der Dienstwagen erhöhen. Eine Lösung dafür sah Oßenbrink zum einen in Elektrofahrzeugen, zum anderen in der Einrichtung von Corporate ­Carsharing. Wenn die Nutzer ihren Dienstwagen für den Fahrzeugpool zur Verfügung stellen, bekommen sie beispielsweise eine monatliche Autowäsche spendiert. Außerdem überprüft Hettich, in welchen Bereichen der Carpool elektrisch sein kann. Das funktioniert über eine Analyse der Fahrprofile durch die betreuende Fuhrparkmanagementgesellschaft.

Bei der Beschaffung setzt Hettich auf Leasing, überwiegend von Alphabet. Die BMW-Tochter begann das Thema E-Mobilität 2013 mit fünf Fahrzeugen, zwei davon gingen an Hettich. Im letzten Jahr konnte die Leasing- und Fuhrparkmanagementgesellschaft ihr Neugeschäft um 155 Prozent steigern. Dadurch wuchs der Bestand um 47 Prozent auf 6.600 Fahrzeuge, von denen 3.200 batterieelektrisch sind. 2019 wollen die Münchner zehn Prozent ihres Neu­geschäfts mit Elektroautos machen.

Foto: Alphabet
Alphabet begann das Thema E-Mobilität 2013 mit fünf Fahrzeugen, zwei davon gingen an Hettich.

Damit das überhaupt möglich ist, benötigen die Firmen auch entsprechende Infrastruktur am Unternehmenssitz. Hettich vertraut dabei auf den Partner von Alphabet, die Digital Energy Solutions. Das Gemeinschaftsunternehmen von Viessmann und BMW bietet die Installation von Lade­infrastruktur bei Unternehmen und den Mitarbeitern zu Hause an. Oßenbrink schätzt an der Lösung, dass er alles aus einer Hand bekommt und so weniger Aufwand mit der neuen Technologie im Fuhrpark hat.

Zu Beginn musste Oßenbrink teilweise noch Überzeugungsarbeit leisten, wenn er Mitarbeitern die neue Antriebsart schmackhaft machen wollte. In letzter Zeit sorgt nicht zuletzt die vergünstigte Dienstwagensteuer für verstärkte Nachfrage. Durch den Fahrzeugpool können Dienstwagennutzer für längere Fahrten problemlos auf ein Auto mit Verbrennungsmotor umsteigen – und nutzen so teilweise als Dienstwagen freiwillig kleinere Autos. So stieg zuletzt eine leitende Mitarbeiterin auf einen BMW i3 um, wie Oßenbrink berichtet. Wenn der gesamte Fuhrpark an der Ermöglichung von Elektromobilität arbeitet, hilft das also, etwaige Vorurteile bei den Mitarbeitern abzubauen.

Das hilft dann wiederum dabei, CO₂-Ziele des gesamten Unternehmens zu erreichen. So berichtet Susan Käppeler von Alphabet davon, dass immer häufiger Klimaziele als Grund für eine Elektrifizierung im Fuhrpark angeführt würden. Vor allem bei Dienstleistern ist die Flotte häufig der größte Verursacher von Kohlenstoffdioxid. Falls die Autoindustrie nächstes Jahr also endlich ihre Lieferschwierigkeiten in den Griff bekommt, könnte die betriebliche Mobilität bald für einen Schub bei den Zulassungszahlen von alternativ angetriebenen Autos sorgen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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