Kaufberatung Nissan Qashqai Elektrisch für Anfänger

Nissan Qashqai 2022 Foto: Nissan 26 Bilder

Hybrid ist nicht gleich Hybrid: Der Nissan Qashqai e-Power hat einen Benzinmotor, fährt aber elektrisch - ganz ohne Steckdosenanschluss. Auch sonst hat die Baureihe einiges zu bieten, wie unsere Kaufberatung zeigt.

Ford Kuga, Skoda Karoq, VW Tiguan – in keiner Fahrzeugklasse haben Fahrer von Geschäftswagen eine größere Auswahl. Aber keine Marke erkannte den Trend vom Kombi zum kompakten SUV so früh wie Nissan. Seit 2007 auf dem Markt verkaufte sich der Qashqai gut drei Millionen Mal, war sogar mehrmals europäischer SUV-Bestseller.

Anfang 2021 legt Nissan die dritte Generation auf. Basierend auf einer komplett neuen Fahrzeugarchitektur kommt der Qashqai wie gehabt mit Front- und Allradantrieb. Er fährt serienmäßig mit umfangreichem Sicherheitspaket vor, samt allen gängigen Assistenten, und bekam im Crashtest von Euro NCAP bereits die Bestnote von fünf Sternen. Unter anderem, weil der adaptive Tempomat Pro Pilot Navigationsdaten verarbeitet und den Wagen vor Kurven automatisch abbremst. Manchmal vielleicht etwas übereifrig und zu fürsorglich, doch die Verknüpfung mit den Tempodaten lässt sich jederzeit abschalten.

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Das neue Modell sieht nicht nur dynamischer aus, sondern fährt auch etwas agiler und kurvenfreudiger als der Vorgänger, lenkt direkter und macht immer Spaß. Ein Kurvenräuber ist er jedoch nicht, eher unaufgeregter und vor allem leiser Langstreckengleiter. Seine Federung spricht feinfühliger auf Bodenwellen und Schlaglöcher an, und trotz der um fast 50 Prozent steiferen Karosserie wiegt das aktuelle Modell rund 60 Kilogramm weniger.

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Für den Spritverbrauch ist das ein gewichtiges Argument. Zumal viele Hersteller in dieser Klasse noch immer auf ein gemischtes Portfolio mit Diesel und Benzinern setzen. Der Qashqai dagegen wird ausschließlich von sparsamen, elektrifizierten Benzinern mit 140 oder 158 PS Leistung sowie einem e-Power genannten Hybridmotor angetrieben (siehe Abschnitt Motoren). Hier geht die Kraft des Verbrenners nicht direkt an die Räder. Stattdessen erzeugt der Motor als Range Extender den Strom für die 190 PS starke E-Maschine. Obwohl im Hintergrund der Verbrenner die meiste Zeit mitläuft, fährt man also elektrisch. Trotzdem muss man keine Steckdose suchen – elektrisch für Anfänger sozusagen. Damit sichert sich Nissan eine Sonderstellung unter den kompakten SUV.

Nissan Qashqai 2022 Foto: SEBASTIEN MAUROY
Dank relativ großem Radstand und geschickter Raumausnutzung sind speziell die auf der Rückbank sitzenden Mitfahrer großzügig untergebracht.

Die aufwändige Lösung gibt’s nur mit Frontantrieb. Gut 34.750 Euro muss man dafür anlegen, 3.600 Euro mehr als für den 158 PS starken Mildhybriden. Der Spritspareffekt hält sich in Grenzen: Mit 6,0 l/100 km muss man rechnen, das schaffen andere Modelle auch. Doch der Komfortgewinn durch das leise Fahren ist unbestreitbar.

Mit 4,43 Metern Länge ist der Nissan zwar ein paar Zentimeter kürzer als VW Tiguan (4,50 Meter) oder Ford Kuga (4,61 Meter). Was das Platzangebot angeht, kann er locker mithalten. Dank relativ großem Radstand und geschickter Raumausnutzung sind speziell die auf der Rückbank sitzenden Mitfahrer großzügig untergebracht. Sie haben jede Menge Platz für die Beine und genügend Luft über dem Scheitel. Wer mit Kleinkindern unterwegs ist, schätzt die fast im 90-Grad-Winkel öffnenden Türen. Kindersitz montieren oder die Kids anschnallen klappt damit sehr viel einfacher.

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Auch abgesehen vom nur 24.000 Euro teuren Basismodell mit 140 PS, das eher als Lockvogelangebot aufgelegt wurde, ist die Baureihe preislich durchaus attraktiv. Schon zweiten Ausstattungsniveau Acenta (ab 28.000 Euro) ist der Qashqai sehr wohnlich eingerichtet (siehe Ausstattung). Trotzdem lassen sich gegenüber einem VW Tiguan durchaus ein, zwei Tausender sparen. Mit einem Skoda Karoq dagegen kommt man etwas günstiger weg.

Nissan Qashqai e-Power 2022 Foto: Nissan
Eine gute Ausstattung gibt‘s serienmäßig, samt modernem Cockpit und guter Vernetzung.

Auf Höhe der Zeit präsentiert sich das Cockpit mit Head-up-Display, digitalen Instrumenten sowie einem neun Zoll großen Bildschirm auf der Mittelkonsole. Die Bedienung per Lenkradtasten und Touch klappt auf Anhieb, und zum Ein- und Ausschalten von Sitz-, Lenkrad- und Frontscheibenheizung, Klimaanlage oder zur Steuerung der Musikanlage gibt’s zusätzlich Tasten. Müssen wir den Lautstärkeknopf lobend erwähnen? Ja, schon weil er heutzutage nicht mehr Standard ist, aber den Umgang mit dem Auto erleichtert und den Fahrer nicht ablenkt.

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Das alles passt zum Qashqai-Konzept und auch das aktuelle Modell überzeugt mit jeder Menge praxistauglicher Ablagen, diversen USB-A- und C-Anschlüssen sowie einer guten Vernetzung. Die Passagiere surfen im Wlan-Hotspot, die Navi nutzt Online-Verkehrsdaten und Apple Car Play funktioniert kabellos. In den besseren Ausstattungen leuchtet der Wagen den Innenraum farbig aus, lässt die Sonne durch ein Glasdach hineinscheinen und massiert den Rücken. Alltagstauglichkeit war für diesen Nissan seit jeher Pflicht. Jetzt beherrscht er die Kür und überzeugt mit Komfort.

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Die Motorisierungen des Qashqai

Kein Diesel, kein vollelektrisches Modell: Nissan bietet den Qashqai nur als Benziner an. Als Einstiegsmotorisierung gibt es einen unaufgeregten, leisen Vierzylinder mit 140 oder 158 PS und CVT-Getriebe. Er wird von einem 12-Volt-Mildhybridsystem beim Anfahren unterstützt. Der 158 PS starke 4x4 verbrauchte auf unserer Normrunde 7,9 l. Mit Frontantrieb dürfte der Verbrauch bei rund 7,5 l liegen.

Sparsamer ist man mit dem e-Power unterwegs (Normrunde: 6,1 l). Hier dient der 158 PS starke Benziner nur dazu, Strom für den 190-PS-Elektromotor zu erzeugen. Die gewonnene Energie wird in einer Batterie zwischengespeichert. Bei Volllast fließt aber auch ein Teil des Stroms direkt an den E-Motor. Zwischen dem Dreizylinder und Antriebsrädern gibt es keine mechanische Verbindung, der Wagen fährt immer elektrisch. Dabei verändert der 1,5 Liter große Dreizylinder seine Verdichtung über einen variablen Kolbenhub, je nachdem, ob viel oder wenig Leistung gebraucht wird. Der Verbrenner bleibt also die meiste Zeit im Drehzahlbereich mit dem höchsten Wirkungsgrad. Oder er schaltet sich ganz ab, wenn die Batterie voll ist. Das System ist nur kurz gewöhnungsbedürftig. Selbst wenn man leicht beschleunigt, erhöht sich die Motordrehzahl nicht zwingend.

Ist der Akku dagegen leer, dreht der Benziner dagegen hoch, obwohl man nicht beschleunigt. Zu hören ist das aber kaum, da die Karosserie sehr gut gedämmt ist. Entsprechend hoch ist der Langstreckenkomfort. Auf Knopfdruck lässt sich das Ein-Pedal-Fahren aktivieren, sodass sich der e-Power tatsächlich wie ein Elektroauto anfühlt.

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Ausstattung

Es gibt fünf Ausstattungen. Nur der 140-PS-Motor ist mit Basisniveau Visia erhältlich. Für einen Geschäftswagen empfehlen wir die vierte Ausstattungsstufe Tekna, weil hier alle sinnvollen Extras wie Navigation, Sitz- und Lenkradheizung serienmäßig geliefert werden. Außerdem lassen sich hochwertig ausgestattete Fahrzeuge leichter wieder verkaufen.

Visia (nur 140 PS):
TFT- Cockpit, man. Klimaanlage, 17-Zoll-Sahlräder, LED-Licht, USB A, Tempomat/Tempobegrenzer, höhenverstellbarer Fahrersitz. Umfangreiche Sicherheitsausstattung, unter anderem Abstands-Tempomat mit aktivem Spurhalter, Totwinkelwarner, Kollisionswarner mit Bremseingriff (Fußgänger- und Querverkehrserkennung), Müdigkeitswarner, Verkehrszeichenerkennung, Fernlichtassistent, Parksensoren hinten.

Acenta (weitere 3.950 Euro; Serie bei 158 PS):
Schlüsselloser Zugang, Klimaautomatik, Infotainment mit acht Zoll großem Touchscreen, Nissan Connect, Apple Car Play/Android Auto, USB C, Rückfahrkamera, Lordosenstütze für Fahrersitz, el. klappbare Spiegel, LED-Nebellicht, Alarmanlage; Lederlenkrad, Mittelarmlehne hinten; 17-Zoll-Aluräder.
Navi und Ladeschale 1.260 Euro
Scheiben-, Lenkrad- und Sitzheizung588 Euro

N-Connecta (weitere 2.085 Euro, Serie bei e-Power):
Digitales Cockpit, Nissan Connect erweitert, Navigation, 360 Grad Rundumsicht, Wifi-Hotspot, USB A und C hinten, autom. abblendender Rückspiegel; Parksensoren vorne, Ein-Pedal-Fahren (nur e-Power); Verzurrösen und modulares Stausystem im Kofferraum; 18-Zoll-Aluräder, verdunkelte Scheiben.
Head-up-Display798 Euro
Stau-/Lenkpilot; Head-up; Voll-LED-Licht1.008 Euro
elektr. Heckklappe504 Euro
Panoramadach630 Euro

Tekna (weitere 2.748 Euro):
Head-up-Display, autonomer Lenk - und Stauassistent, Abstandstempomat mit Übernahme des Tempolimits und autom. Abbremsen vor Kurven, Parkassistent; Handy-Ladeschale, Scheiben-, Lenkrad- und Sitzheizung, el. verstellbarer Fahrersitz, Kunststoff-/Ledersitze; 19-Zoll-Aluräder; elektrische Heckklappe, Voll-LED-Scheinwerfer.
Bose Sound504 Euro

Tekna+ (weitere 2.395 Euro, nicht für 140 PS):
Elektr. verstellbare Massagessitze, Bose Sound, Lederausstattung, Glasdach.
20-Zoll-Aluräder420 Euro

Nissan Qashqai 2022 Foto: Nissan
Kein Diesel, kein vollelektrisches Modell: Nissan bietet den Qashqai nur als Benziner an.
Download Nissan Qashqai, Ford Kuga, Kia Sportage, Skoda Karoq: Wertverlust, Betriebs- und Wartungskosten (PDF, 1,96 MByte) Kostenlos
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