Mercedes GLB 220d (2021) Kaufberatung

Diese Extras braucht der GLB als Dienstwagen

Mercedes GLB 2021 Foto: Thomas Kueppers 17 Bilder

Dank quer eingebauten Motoren bietet der kastige Mercedes GLB jede Menge Platz im Innenraum. Unsere Kaufberatung klärt, welche Variante sich am besten für den Fuhrpark eignet.

Ganz wie bei Kleidern gibt es auch bei Autos Moden, selbst wenn die Zyklen etwas länger sind. Waren vor gut zehn Jahren Kompaktvans noch hip und angesagt, übernehmen heute immer häufiger SUV diese Rolle. Dabei ändern sich die Anforderungen der Nutzer nicht so schnell wie ihr Geschmack: Die junge Familie soll genug Platz haben, der Wagen auch beim Geschäftstermin eine gute Figur machen und am Ende natürlich auch in die Car-Policy passen – und in die heimische Garage.

Für Kunden mit Platzbedarf hat ­Mercedes den GLB entwickelt. Ganz modisch in SUV-Form bringt er bis zu sieben Passagiere unter. Seine Plattform stammt von A- und B-Klasse, die Motoren sitzen also quer unter der Haube und treiben standardmäßig die Vorderräder an. So fällt der GLB erfreulich kompakt aus: Mit 4,63 Metern ist er kürzer und zudem schmaler als die C-Klasse, dank 1,67 Meter Höhe aber sehr viel geräumiger. Da kann selbst der über 3.000 Euro teurere und von der C-Klasse abgeleitete GLC nicht mithalten. In dessen Segment wildert der GLB also, tritt gegen Mittelklasse-Modelle wie BMW X3, Renault Koleos oder Volvo XC60 an.

Am besten hätte uns ein GLB in Patagonienrot (950 Euro extra) gefallen, doch Mercedes schickte ihn in Mountaingrau. Grauer Lack mit grauem Kunststoff: schwierig. Und so fallen leichte Farbunterschiede zwischen Stoßstangen und Karosserie auf. Außerdem Probleme bei den Passungen: Manche Fugen verlaufen unregelmäßig. Das sollte bei einem Mercedes besser gehen. Auch innen gibt es kleinere Qualitätsthemen: So löst sich im knapp anderthalb Jahre alten Testwagen das Chrom an der Mittelkonsole, und die Kunststoffe fallen teilweise für einen Mercedes arg hart aus.

Mercedes GLB 2021 Foto: Thomas Kueppers
Das MBUX-Infotainment lässt sich vielfältig konfigurieren, besticht aber vor allem durch seine gelungene Sprachbedienung.

Doch genug gemäkelt, immerhin ist alles hübsch arrangiert. Das offenporige Holz schafft Wohnzimmeratmosphäre, und die zwei großen Bildschirme des MBUX-Infotainmentsystems zeigen knackscharf, was gerade Sache ist. Die knapp 3.000 Euro dafür sind zwar happig, lohnen sich aber schon allein wegen der schickeren Optik.

Im Basismodell müssen Fahrer und Beifahrer mit einfachen Sitzen auskommen, die ohne Lordosenstütze und mit recht kurzen Oberschenkelauflagen wenig überzeugen. Besser können es die Komfort- und Sportsitze, die auch auf Langstrecken bequem bleiben. Bis hierhin unterscheidet sich der GLB wenig von seinen Plattformgeschwistern, aber spätestens auf der Rücksitzbank ändert sich das ganz gewaltig.

Dort reicht der Platz gut für drei Mitfahrer, und die Lehne klappt dreigeteilt zu einem ebenen Lade­boden. Dahinter gibt es auf Wunsch zwei weitere Sitze, die für Personen bis zu 1,69 Metern freigegeben sind. Da sich die mittlere Reihe nach vorne schieben lässt, kann man problemlos zwei kleinere Mitfahrer nach hinten verfrachten. Sind nur fünf Plätze belegt, packt der Gepäckraum 570, bei umgeklappter Lehne 1.805 Liter. Baumarktgänger können sogar die Beifahrerlehne umlegen.

Mercedes GLB 2021 Foto: Thomas Kueppers
Der GLB kaschiert seine kastige Form gut. Dabei packt er bis zu sieben Mitfahrer oder jede Menge Gepäck ein. Sogar mehr als der teurere GLC.

Der GLB kann zwei Tonnen anhängen, dabei wiegt er selbst leer schon knapp 1,8. Als 220d mit Allradantrieb ist er dieser Last aber gut gewachsen. Mit dem in allen Motorisierungen verbauten Doppelkupplungsgetriebe fährt der Wagen zwar nicht ganz so geschliffen an wie der GLC mit Wandlerautomatik. Aber einmal in Schwung trifft es immer die richtige Stufe. Das Fahrwerk pflegt die komfortable Gangart, schwingt auf langen Wellen aber manchmal nach. Einstellbare Dämpfer helfen gegen dieses Problem. In Kurven überzeugt die zielgenaue Lenkung, der SUV bleibt immer fahrsicher und leicht beherrschbar. Selbst auf Schnee, wo der schnell zuschaltende Allrad Traktion liefert. Auf der Autobahn überzeugen Geradeauslauf und die sparsamen Diesel, die deutlichen Windgeräusche eher weniger.

Insgesamt ist der GLB zwar modisch im Design, aber bei seinen Werten doch ganz konservativ. Er kann all das, was früher die Kompaktvans auch konnten – und packt mehr weg als mancher SUV aus höheren Klassen.

Varianten und Motoren

So sieht Vielfalt aus: Vom 116-PS-Diesel bis hin zum AMG-Benziner mit 306 PS reicht die Palette. Alle Varianten schalten automatisch per Doppelkupplungsgetriebe. Einzig eine elektrifizierte Variante fehlt bisher im Portfolio. Ein Plug-in Hybride ist angeblich nicht geplant, dafür hat Mercedes mit dem GLB bereits eine batterieelektrische Variante mit der Technik des EQA präsentiert.

Bis der beim Händler steht sind vor allem die Dieselmotoren mit zwei Liter Hubraum eine echte Empfehlung, dank niedriger Betriebskosten selbst für Wenigfahrer. Die mittlere Version mit 150 PS und Vorderradantrieb ist dabei eine gute Wahl. Sie kombiniert ordentliche Fahrleistungen mit geringem Verbrauch. Gegenüber dem kräftigen 190-PS-Diesel mit Allrad lässt sich mehr als ein halber Liter sparen. Eher gemütlich fährt der 180d, tut sich mit den 1,7 Tonnen Gewicht schwer.

Mercedes GLB 2021 Foto: Thomas Kueppers
In Kurven überzeugt die zielgenaue Lenkung, der SUV bleibt immer fahrsicher und leicht beherrschbar.

Die Benziner machen erst ab zwei Liter Hubraum Spaß. GLB 180 und 200 mit dem 1,3 Liter großen Vierzylinder fahren mangels Drehmoment häufig mit hohen Drehzahlen. Das kostet Sprit. Und der 224 PS starke 250er ist vernünftigen Dienstwagenregionen entrückt. Außerdem lässt er sich höchstens im absoluten Sparmodus mit weniger als neun Litern bewegen. Der AMG muss aus unserer Sicht nicht sein: Der GLB lebt vom praktischen und komfortablen Charakter, da braucht es nicht unbedingt über 300 PS, Sportfahrwerk und Krawalloptik.

Multimedia

Mercedes GLB 2021 Foto: Thomas Kueppers

Analoge Instrumente gibt es in der Mercedes-Kompaktklasse nicht mehr. Das MBUX genannte Infotainment hat immer zwei Bildschirme, wovon der rechte ein Touchscreen ist. Nur mit der Festplatten-Navigation gibt es das Komplettpaket mit zwei großen Monitoren wie auf diesen Bildern (2.985 Euro). Dann aber klappt alles wie am Schnürchen: Das Navi kennt dank Internetdaten jeden Stau, hört erstaunlich treffsicher auf alles, was nach dem Kommando "Hallo, Mercedes" gesagt wird, und lässt sich zusätzlich über drei Touchpads bedienen. Zwei davon sind im Lenkrad integriert, eines sitzt auf der Mittelkonsole.

Wem das nicht reicht: Die Gestensteuerung kostet 300 Euro. Die vielfältigen Einstellmöglichkeiten sind für Techies perfekt, für den Alltag etwas übertrieben, auch weil man sich schnell in den Tiefen der Menüs verheddert. Ein paar Standardansichten sind vorprogrammiert, damit hat man alles Wichtige im Blick. Auflösung und Arbeitsgeschwindigkeit gefallen.

Ausstattung

Mercedes GLB 2021 Foto: Thomas Kueppers

Schon serienmäßig ist ein GLB ganz ordentlich ausgerüstet. 17-Zoll-Aluräder, zwei 7-Zoll-Displays, zwei USB-Ladebuchsen, Multifunktionslenkrad und, klar, Klima und Radio sind immer an Bord. Die Style-Ausstattung bringt mehr Alulook an die Schürzen, empfehlenswerte Komfortsitze und auch innen mehr Chromschmuck – für preiswerte 560 Euro. Eine empfehlenswerte Investition, auch weil manche Extras wie die großen Displays des MBUX-Infotainments (2.895 Euro) erst dann erhältlich sind.In der Progressive-Linie verpackt Mercedes 18-Zöller, Endrohrattrappen, Sportsitze und ein paar andere Feinheiten für weitere 775 Euro – lohnenswert für Fans großer Felgen, kosten doch 19-Zöller dann nur noch 450 Euro.In der 2.990 Euro teuren AMG-Line sind große Felgen Serie, außerdem andere Schürzen, Alcantara-Sitze und mehr Zierrat. Sinnvoller ist das Geld in das Business-Paket investiert (1.650 Euro).

Mercedes GLB 2021 Foto: Thomas Kueppers

Es fasst Navigation, Sitzheizung, Einparkassistent und Smartphone-Integration zusammen. Ebenfalls empfehlenswert ist das Technik-Paket für 2.990 Euro, samt verstellbaren Dämpfern, hervorragendem LED-Matrix-Licht, das den Gegenverkehr aus dem Lichtkegel schneidet, größeren und gelochten Bremsscheiben sowie schlüssellosem Zugang. Nicht vergessen werden dürfen außerdem der von 52 auf 60 Liter vergrößerte Tank (50 Euro, Serie bei Allrad), ein Trennnetz für den Gepäckraum (150 Euro), Spannband und Wendematte für den Gepäckraum (150 Euro), ordentliche Sitze (Sportsitze 300 Euro, Serie ab Progressive) samt Lendenwirbelstütze (210 Euro), die verschiebbare Rückbank (360 Euro) sowie beheizbare Scheibenwaschdüsen für klare Sicht auch im Winter (115 Euro).Wer häufig im Auto telefonieren muss, sollte sich außerdem die Multifunktionstelefonie (490 Euro) gönnen. Sie lädt nicht nur das Smartphone induktiv, sondern koppelt das Gerät auch mit einer Außenantenne für besseren Empfang. Für mehr Sicherheit empfiehlt sich das Assistenzpaket (1.210 Euro) mit aktiver Spurführung, Totwinkelwarner und Abstandstempomat. Das Head-up-Display (990 Euro) ist nett, aber die Instrumente sind auch so gut ablesbar. Wer die Heckklappe gern elektrisch betätigt, zahlt 390 Euro. Alternativ empfehlen wir, das Geld in besseren Sound (310 Euro) zu investieren. Es muss ja nicht gleich die Burmester-Anlage für 725 Euro sein. Auch die Zwei-Zonen-­Klimaanlage (510 Euro) kann man sich sparen. Ach ja: Schwarz ist Serie, alle anderen Farben kosten einen Aufpreis.

Download Technische Daten, Betriebskosten und Konkurrenten des Mercedes GLB (PDF, 0,09 MByte) Kostenlos
Mercedes Concept EQT
Elektrischer Familien-Van
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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