Porsche Taycan Sport Turismo Fahrbericht Für die ganz schnelle Ladung

Porsche Taycan Sport Turismo 2022 Foto: Porsche 11 Bilder

Ein Kombi ist der Taycan Sport Turismo selbstredend nicht. Eine Kombination sehr wohl: aus E-Antrieb, Dynamik und Platz.

Porsche macht mal wieder auf große Klappe. Diesmal aber ohne dicke Backen. Herausgekommen ist ein Elektro-Gleiter für die ganz schnelle Ladung. So flott, dass er Sport im Namen tragen darf. Und obendrein die Bezeichnung Turismo, weil sie in Zuffenhausen vermutlich nur bei "Dreizylinder" noch mehr erschrecken als bei "Kombi".

Die Kunden sollen schließlich nicht an Bretter und Baumarkt denken, sondern an Top-Performance, gepaart mit dem Komfort einer Reiselimousine. Hinten gibt’s deshalb deutlich mehr Kopffreiheit. An den Beinen indes ist er trotz "Fußgarage" nicht größer als der normale, 800 Euro günstigere Taycan. Aber das wäre Jammern auf hohem Niveau.

Den gesteigerten Alltagsnutzen erkauft sich der Dienstwagenfahrer ohne Minderleistung. Bis zur dreistelligen Tacho-Anzeige vergeht kein Zehntel mehr als im jeweiligen Coupé. Wer immer noch glaubt, ein E-Mobil sei öde, sollte schleunigst umdenken. Trotz 2,3 Tonnen schießt der Strom-Schnelle vorwärts, als habe jemand einen Treibsatz gezündet. Ganz besonders natürlich in der Version Turbo S 157.385 Euro (alle Preise netto).

Porsche Taycan Sport Turismo 2022 Foto: Porsche
Nur das Basismodell beschränkt sich auf Heckantrieb – alle anderen fahren mit Allrad.

Die stromert mit 761 PS in 2,8 Sekunden auf 100, bis 200 dauert’s keine zehn – und Ende ist erst bei 260 Sachen. Wer da nicht über das Gemüt eines Zen-Mönchs verfügt, lebt ständig am Rande des Tempo-Rauschs. Um runterzukommen, muss man eine ordentliche Scheibe haben. Bei den Top-Varianten klugerweise aus Keramik. Die vorderen messen knapp 17 Zoll, die hinteren kaum weniger.

Am unteren Ende wartet das Basismodell mit bis zu 300 kW (408 PS). Als einziger im Quintett treibt er allein hinten. Das senkt den Preis auf 72.685 und freut Puristen, weil er mit fast genau zwei Tonnen rund 90 Kilo leichter ist. Vor allem aber beschert er Porsche-Liebhabern das gewohnt druckvolle Heck. Und von Zeit zu Zeit schätzt so mancher Connaisseur achtern eben doch ein klein wenig Winkel.

So oder so thront man. In passgenauen Sitzen, umgeben von feinem Interieur und inmitten von Displays und Touchscreens. Vor sich: ein horizontal betontes Cockpit mit Anklängen an den ersten 911er. Mittig indes der Tacho. Umringt im Wortsinn von einem Powermeter. Den über Jahrzehnte kulthaft zentrierten Drehzahlmesser braucht es ja nicht mehr.

Porsche Taycan Sport Turismo 2022 Foto: Porsche
Opulenter Kommandostand auf der Reise ins Niemandsland der Fahrphysik.

Ein opulenter Kommandostand für die Reise ins Niemandsland der Fahrphysik. Dort nämlich glaubt man sich, wenn der Sport Turismo zeigen darf, was er kann. Weniger als einen Wimpernschlag braucht die Elektronik, um Antrieb, Dämpfung und Ansprechverhalten auf das Optimum zu bringen. Das Resultat: Bei jeder Art von Fahrmanöver kommt der Taycan Sport Turismo sehr viel später an Grenzen als die Allermeisten, die ihn bewegen.

Bei derart viel Sportlichkeit merkt man kein bisschen, dass man vor ordentlich Stauraum herfährt. Maximal 446 Liter sind es bei voller Bestuhlung, umgeklappt finden bis zu 1,2 Kubikmeter Platz – das Dreifache dessen, was der normale Taycan fasst. Schon das prädestiniert ihn zur ersten Wahl als Geschäftswagen.

Wem das nicht reicht: Die optionale Dachbox ist bis Tempo 200 zugelassen. Neu ist die Überkopfverglasung mit "Sunshine Control". Verdunkelt wird über Kristalle, die auf Strom reagieren. Und wer mag, parkt den Sport Turismo per App lässig von außen ein.

Ob man nun rast oder reist, irgendwann ist der beste Akku leer. Und auch hier steht der Sport Turismo für schnelle Ladung. An der Power-Säule bringen fünf Minuten 100 Kilometer Radius, von fünf auf 80 Prozent Kapazität vergehen bei beiden Batterie-Versionen nur 22,5 Minuten. Damit das genauso klappt, versetzt der Taycan auf Wunsch die Zellen in eine Art Wohlfühlbereich um die 30 Grad.

Porsche Taycan Sport Turismo 2022 Foto: Porsche
Mit der Top-Version Turbo S geht’s in 2,8 Sekunden auf Tempo 100.

Die meiste Energie indes holt der Fünf-Meter-Sauser aus Rekuperation. Bis zu 265 Kilowatt kann er einspeisen. Man lasse doch kein Watt liegen, heißt es. Wozu derartige Kompromisslosigkeit führt? Erstmals in der Geschichte von Porsche gibt es ein Wartungsintervall von sechs Jahren für die Bremse. Die Beläge könnten zwar noch dick genug sein, womöglich aber zu alt.

Sie wollten in Zuffenhausen halt auch kein E-Auto bauen, auf dem Porsche steht, sondern einen Porsche mit E-Antrieb. Die Seele der Marke in ein neues Zeitalter bringen, hieß es offiziell. Das verpflichtet: Zu einer Nordschleifen-Zeit von deutlich unter acht Minuten – und je nach Modell bis zu 498 Kilometern Reichweite. Für die schnelle Reise zum Kundentermin genügt’s allemal.

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